Boxen

Davide Faraci hat dank gewonnener Erfahrung die Titelverteidigung im Visier

Davide Faraci aus Kleindöttingen ist der aktuelle italienische Meister im Halbschwergewicht. Am Mittwochabend muss der 28-jährige Aargauer in Florenz nun seinen Titel verteidigen. Er ist bereit für den Kampf und hat keine Angst vor einer allfälligen Niederlage.

13 Siege – keine Niederlage, kein Unentschieden. Die Bilanz von Aargauer Profiboxer Davide Faraci aus Kleindöttingen ist beachtlich. Am 27. November wird das Halbschwergewicht nun seinen nächsten Profikampf bestreiten.

In Florenz versucht er, seinen Titel als italienischer Meister im Halbschwergewicht zu verteidigen. Gegner von Faraci wird Mustafa Vigan sein. Vigan ist sehr erfahren im italienischen Boxsport, vor zwölf Jahren hat er sein Profidebüt gegeben.

Faraci schätzt den Kampfstil seines Gegners als einen orthodoxen Boxstil ein: «Ich weiss, dass Vigan schon lange boxt und sehr erfahren ist. Er ist etwa gleich gross wie ich und ist sehr schlau im Ring.»

Neue Erfahrungen in Kanada 

Derzeit trainiert Faraci in Rom bei seinem Technik- und Taktiktrainer. Hier wird noch einmal spezifisch auf die Technik im Kampf eingegangen. Sein Sparringegner soll Vigan ähnlich sein, damit sich Faraci bestens auf den Kampf vorbereiten kann.

Angefangen hat die Vorbereitung in der Schweiz, wo er normalerweise trainiert. Vor drei Wochen reiste der Aargauer ins Tessin zum Athletiktrainer und hat sich dort mit Profiboxer aus Norditalien im Sparring versucht. In Florenz strebt der Aargauer nun seinen 14. Sieg im 14. Profikampf an.

Seit seinem Debüt vor drei Jahren hat sich vieles geändert bei Faraci. Vor allem auch im Kopf hat sich einiges getan: «Zu Beginn meiner Karriere habe ich vor einem Kampf zu viel nachgedacht. Ich bin nun erfahrener und kann meine Gedanken besser ordnen. Die «Was wäre wenn»-Gedanken habe ich nicht mehr. Ich weiss, was ich getan habe, und bin bereit auf den Kampf.»

Neue Erfahrungen durfte Faraci auch bei seiner diesjährigen Kanada-Reise gewinnen. In Nordamerika durfte er gegen den aktuellen Weltmeister im Sparring antreten. «Es war ein schönes Gefühl, nach Kanada eingeladen zu werden. Bei diesem Sparringtraining habe ich mich weiterentwickelt und es gab mir für den kommenden Kampf mehr Sicherheit», sagt Faraci rückblickend.

Gefahr auch ausserhalb des Rings

Für den 28-jährigen Kleindöttinger ist die Reise nach Florenz auch gleichzeitig eine Reise in die Heimat. Faraci besitzt die Italienisch-Schweizerische Doppelbürgerschaft und darf dadurch an Wettkämpfen in beiden Nationen teilnehmen.

In Florenz wird er nun zu seinem sechsten Profikampf in Italien antreten. Geboren ist Faraci in der Schweiz, wo auch ein Grossteil seiner Familie lebt. «In Italien kommen auch Verwandte, wenn ich in der Nähe kämpfe. Da meine Familie aber ursprünglich aus Süditalien kommt, erweist sich das oft als schwierig, weil das Land sehr gross ist. In denke, in der Schweiz habe ich mehr Unterstützung von meiner Familie.»

Ein Boxer hat nicht nur im Ring einen Kampf, bei dem der Körper zu Schaden kommen kann. Die Gefahr beim sogenannten «gewichtmachen» besteht darin, dass der Körper dehydriert. Dies kann nach oder während des Kampfs gefährlich werden, indem der Körper nicht mehr richtig mit Blut versorgt wird.

Im Juli starb ein argentinischer Boxer nach einem Kampf, da sein Gehirn durch die Schläge an den Kopf angeschwollen war. Zuerst setzte seine Niere aus, danach weitere Organe. Für Faraci sorgte das «Gewichtmachen» bislang nicht für Probleme.

Strikter Ernährungsplan 

Rund einen Monat vor dem Kampf erklärt er gegenüber der Aargauer Zeitung: «Ich sehe das Problem. Ich muss aber nicht so viel in so kurzer Zeit abnehmen. Ich befinde mich jetzt schon in der Diätphase. Momentan stehe ich bei 84 Kilo. Auf der Wage darf ich dann maximal 79,4 Kilogramm schwer sein», sagt Faraci.

Er muss strikt auf seine Ernährung achten und darf nicht zu viel Essen: «Ich esse bereits während der normalen Trainingsphase ziemlich gesund. Während der Diät muss ich einfach ein bisschen weniger Essen. Bis jetzt hat dies aber noch immer geklappt, ohne dass ich beeinträchtigt wurde.»

Ob Faraci nun also seinen 14. Sieg holt und somit italienischer Meister wird, zeigt sich am Mittwochabend. Angst vor einer allfälligen Niederlage hat er keinesfalls: «Ich weiss, was ich im Training geleistet habe, und versuche auch, dies im Ring abzurufen. Das hat bis jetzt ziemlich gut geklappt. Ich gebe mein Bestes, von Kampf zu Kampf.»

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