Fussball
David Sesa: «Der Fall Wellington ist abgehakt - es gibt keine Unruhe mehr»

Bei Halbzeit der Challenge-League-Saison liegt der FC Wohlen auf dem letzten Rang. Zwei Punkte hinter Chiasso und bereits deren sechs hinter Locarno, dem Auftaktgegner vom Samstag. FCW-Trainer David Sesa ist trotzdem optimistisch für die Rückrunde.

Ruedi Burkart
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Trotz Sforzas Verpflichtung: David Sesa gibt als FCW-Trainer die Richtung vor. Hier erklärt er Yannick Kakoko (Mitte) und dem Neo-Wohler Joel Geissmann, wie sie die Freistösse zu treten haben. ruedi burkart

Trotz Sforzas Verpflichtung: David Sesa gibt als FCW-Trainer die Richtung vor. Hier erklärt er Yannick Kakoko (Mitte) und dem Neo-Wohler Joel Geissmann, wie sie die Freistösse zu treten haben. ruedi burkart

David Sesa, wir sitzen hier in der FCW-Lounge im Stadion Niedermatten. Bis vor ein paar Minuten standen Sie noch unten auf dem Trainingsplatz und dirigierten bei schönstem Sonnenschein Ihre Mannschaft bei Taktikübungen...

David Sesa: Mit dem Wetter hatten wir in diesem Winter Glück. Wir konnten fast immer auf dem Rasen trainieren und alle vier geplanten Testspiele abhalten. Das war vor einem Jahr anders.

Anders als vor einem Jahr ist auch, dass man Ihnen und ihrem Assistenten Umberto Romano Ciriaco Sforza als Teamchef zur Seite gestellt hat. Wie sieht eigentlich die Aufgabenteilung aus?

Ciri und ich sind seit vielen Jahren Kollegen, seit unserer gemeinsamen Zeit damals in der Schweizer Nationalmannschaft. Er verfügt über eine sehr grosse Erfahrung als Spieler und natürlich auch als Trainer. Wir tauschen uns aus und funktionieren als Team ...

Kein Kompetenzgerangel?

Nein. Umbi (Assistenztrainer Romano, Anm. d. Red.), Ciri und ich sprechen viel miteinander. Es geht uns allen nur um eines – der FC Wohlen soll den Ligaerhalt schaffen.

Für Sie ist Sforzas Verpflichtung eine positive Sache?

Ja, unbedingt. Sonst hätte ich dies dem Verein mitgeteilt.

Das geplante Trainingslager in der Südtürkei wurde wegen finanziellen Gründen gestrichen. Haben Sie sich darüber geärgert?

Wie schon erwähnt hatten wir hier in der Region beste äussere Bedingungen. Wir konnten nach Wunsch arbeiten.

Die Mannschaft reiste übers vergangene Wochenende samt Trainerstaff drei Tage nach Spanien. Warum?

Wir machten Teambuilding. Einmal zusammen sein ohne Ball am Fuss, das hat uns als Team aus meiner Optik sehr gut getan. Wir schauten uns auch das Spiel Barcelona – Malaga an. Kurz: Eine rundum gelungene Sache.

Wer hat den Trip finanziert?

Der Verein. Wir steuerten aus der Mannschaftskasse noch etwas bei.

Auf einer Skala von 1 bis 10. Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte?

Ich bin sehr zufrieden mit den letzten Wochen. Wir haben wie schon gesagt sehr gut trainiert und konnten unser Kader mit sechs neuen Spielern verbreitern. Das gibt einen Konkurrenzkampf ins Team, der nur förderlich sein kann.

Der FCW holte sechs Spieler, die letzten Herbst mehrheitlich in der 1. Liga gespielt haben. Chiasso verpflichtete im selben Zeitraum mit Alberto Regazzoni einen bestandenen Super-League-Stürmer und gab überdies den Transfer von ex-FCZ-Hüter Guatelli bekannt. Kann Wohlen Chiasso in der Tabelle noch überholen?

Nun, die Qualitäten von Daniele Romano kennen wir in Wohlen. Auch Joel Geissmann ist einer der Jungen mit Potenzial. Ramizi ist technisch sehr versiert, ihn kennt man in der Deutschschweiz halt noch nicht. Dann Schönenberger aus St. Gallen, routiniert mit seinen 27 Jahren. Mit Thaqi holten wir einen Linksfuss für die Defensive. Aber, klar, Chiasso und auch Locarno stecken im Abstiegskampf, die haben sich auch verstärkt. Dennoch wollen wir oben bleiben. Und um dieses Ziel zu erreichen, spielen wir Fussball.

Wer der Neuen wird gegen Locarno in der Startformation stehen?

Ich habe meine Aufstellung im Kopf. Und am Samstag beim Anpfiff werden sie die Fans sehen. Und ihr Journalisten auch (schmunzelt).

Das System? Mit einer Viererabwehr?

Ja, ich lasse in Locarno mit vier Verteidigern spielen.

Im Sturm scheint Joao Paiva gesetzt.

Ja.

Wie siehts mit den Verletzten aus?

Agro, Milani, Ebipi, Giampa sind noch nicht einsatzbereit. Guto hat wieder mit der Mannschaft zu trainieren begonnen.

Der FC Wohlen holte aus den ersten 18 Partien nur neun Punkte. In neun Heimspielen gab nur einen Sieg. Diese Bilanz graust jeden Fan.

Natürlich müssen wir daheim mehr Punkte holen, natürlich müssen wir auch auswärts mehr Zähler holen. Und natürlich wollen wir endlich einmal einen Grossen schlagen.

Täuscht der Eindruck, oder ist beim FC Wohlen nach dem struben Herbst wieder ein wenig Ruhe eingekehrt?

Sie sprechen den «Fall Wellington» an. Das Ganze ist abgehakt. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Ja, es gibt keine Unruhe mehr.