Fussball
David Sesa beim FC Wohlen unmittelbar nach dem Spiel entlassen

Kommt jetzt Martin Rueda? Übernimmt Teamchef Ciriaco Sforza? Oder wird Assistent Umberto Romano befördert? Fakt ist: Der FC Wohlen zog die Reissleine und schickte Trainer David Sesa nach der Niederlage gegen Lugano in die Wüste.

Ruedi Burkart
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Das 0:2 gegen Lugano war die berühmte Niederlage zuviel für David Sesa.

Das 0:2 gegen Lugano war die berühmte Niederlage zuviel für David Sesa.

Christian Boss

Paukenschlag in der Wohler Niedermatten. Nach dem Schlusspfiff, welcher Wohlens 12. Niederlage im 20. Spiel der Saison besiegelte, tauchte die FCW-Führungsriege mit Vereinspräsident Andy Wyder und Verwaltungsratspräsident René Meier im Garderobengang auf.

Zwischen strahlenden Tessiner und zerknirschten Wohler Akteuren bahnten sie sich einen Weg in Richtung Wohler Garderobe. Auf diesem Weg gratulierten die beiden erst Luganos Trainer Livio Bordoli zum Sieg. Und dann gings zu David Sesa.

«So kommt es halt heraus, wenn man gesperrte Spieler hat und andere nicht in Form sind», haderte gleichzeitig FCW-Assistenztrainer Umberto Romano draussen im eiskalten Regen. Wen er meinte? Schönenberger, Romano und Geissmann können es besser, auch Goalie Tahiraj zeigte schon bessere Spiele. So zum Beispiel vor Wochenfrist beim 1:1 gegen Vaduz. Drinnen an der Wärme mochte auch David Sesa mit dem Schicksal gehadert haben. Ihm wurde beschieden, dass der FC Wohlen ab sofort auf seine Dienste verzichtet. «Wir mussten die Reissleine ziehen», so FCW-Boss Andy Wyder, «was wir heute Abend gesehen haben, war enttäuschend. Sehr enttäuschend.» Nach dem guten Spiel vor einer Woche gegen Vaduz sei das Team laut Wyder «trotz positiven Vorzeichen wieder ins alte Fahrwasser zurückgekehrt.»

Auch wenn die Wohler am Samstag auf ihren Topskorer Joao Paiva verzichten mussten, auch wenn sie in einer Szene gerne einen Penalty zugesprochen erhalten hätten – sie waren gegen ein abgeklärtes Lugano absolut chancenlos. Wie, so muss man sich fragen, wie hat die Mannschaft innert einer Woche so nachlassen können? «Da steht der Trainer in der Schuld. Wir haben einfach nicht den Eindruck, dass Sesa mit dem neuen Spielermaterial den Turnaround schafft», so Wyder, «darum haben wir nach Spielschluss die Köpfe zusammengestreckt und die Entscheidung gefällt. «Wir», das heisst in diesem Fall Wyder, Meier und Teamchef Ciriaco Sforza.

Eines darf man Wyder und Co. zugute halten – die Wohler Führungsetage hatte eine Engelsgeduld mit ihrem erfolglosen Trainer. Sesas sportliche Bilanz ist vernichtend: in 21 Partien gewannen die Wohler einmal und holten gerade mal 10 Punkte. «Diese Entlassung ist keine Kurzschlusshandlung», so Wyder. Das glaubt man ihm gerne.

Sesas Staff darf bleiben

Wer wird David Sesa beerben? «Im Ernst», so Wyder am Samstag um 21 Uhr, «wir haben noch mit keinem Kandidaten Gespräche geführt.» In Wohlen immer ein Thema ist Martin Rueda, welcher schon vor zwei Monaten bereit zur Übernahme gewesen sein soll. Oder auch Ciriaco Sforza, der Teamchef.

Zum Thema Sforza meint Wyder lediglich: «Wir werden alle möglichen Optionen prüfen.» Nicht entlassen wurde übrigens der Staff von Sesa. Assistent Umberto Romano darf ebenso bleiben wie Goalietrainer Boris Ivkovic. Romano ist es auch, der am Montag das Training leiten wird. David Sesa war gestern Abend für eine Reaktion nicht erreichbar.