Noch einmal herzliche Gratulation zum fantastischen 3. Schlussrang in der vergangenen NLB-Saison! Was nimmst Du aus dieser Spielzeit als speziell wertvolle Erfahrung/Erkenntnis mit?

Björn Navarin: Vielen Dank! Der dritte Abschlussrang war sicher eine Belohnung für alle, die an dem Projekt STV Baden Handball mitarbeiten. Vor allem nach dem doch schwierigen Start, mit nur zwei Punkten aus den ersten fünf Spielen, war diese Endplatzierung nicht selbstverständlich.

Immer wieder hat die Mannschaft gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Hervorzuheben ist hier sicherlich das Heimspiel gegen Stäfa, wo man den Gegner vollkommen im Griff hatte und 60 Minuten lang die Vorgaben und Zielsetzungen umsetzen konnte.

Leider hatten wir dann aber auch immer wieder Spiele dabei, in denen wir viele Sachen eben nicht abrufen konnten. Den grössten Rückschlag mussten wir hier sicherlich in Schaffhausen hinnehmen. Mit nur drei Punkten Rückstand auf Platz zwei in der Tabelle, aber einer für Handballspiele ungewöhnlichen Anwurfzeit, haben wir in diesem Spiel deutlich unsere Grenzen aufgezeigt bekommen.

Zusammengefasst gab es sehr viele wertvolle Informationen, welche wir auf die neue Saison zu nutzen versuchen, um einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Dies sind neben handballtechnischen und taktischen Dingen auch sehr viele Themen im Bereich Spielvorbereitung, Fokussierung und Emotionen auf dem Feld.

Wo siehst Du 2017/2018 die grössten Stärken Deiner Mannschaft?

Was ich bis jetzt in der Vorbereitungsphase gesehen habe, lässt mich glauben, dass wir spielerisch einen Schritt nach vorne gemacht haben und auch körperlich zulegen konnten.

Mit vier Linkshändern – Francesco Biffiger und Ramon Schweizer auf Rückraum Rechts, sowie Philipp Wildi und Raffael Bolliger am rechten Flügel – sah es zunächst so aus, als hätten wir ein grosses Problem der letzten Spielzeiten erfolgreich aufgearbeitet. Nun fällt Philipp Wildi leider mit einem Kreuzbandriss aus, und wir müssen eine neue Lösung finden.

Kurz vor Saisonstart gibt es aber auch Erfreuliches zu vermelden: Mit der Verpflichtung von Marcus Hock konnten wir die Qualität und Variabilität im Aufbau extrem erhöhen.

Die meisten Gegner werden Städtli 1 im Vorfeld die Favoritenrolle zuschieben. Wie wollt Ihr mit dem gesteigerten Erwartungsdruck umgehen?

Wenn es nur die Gegner sind, die uns als Favoriten sehen, stimmt etwas nicht mit unserer Einstellung. Dann haben wir alle nicht das entsprechende Ziel vor Augen!

Wir dürfen uns nicht auf Platz 3 ausruhen und in der Komfortzone verharren. Sonst setzen wir damit die Früchte der Entwicklung der letzten Jahre aufs Spiel. Auch hier wollen und können wir uns verbessern und als Topverein der NLB auftreten.

Worauf dürfen sich die Zuschauer an den Heimspielen in der Aue besonders freuen?

Auf viele emotionale Spiele. Auf ein Team, das für seinen Verein und auch für die Stadt Baden ein weiteres Highlight setzen möchte.

Und worauf freust Du dich am meisten?

Ich freue mich grundsätzlich darauf, dass die Saison bald losgeht und wir endlich auch konkret sehen, wo wir stehen.

Und dann natürlich auf die Heimspiele in der Aue, die immer etwas Besonderes sind. Wünschen würde ich mir stets gut gefüllte Zuschauerränge und dass Städtli auch in der Stadt Baden selbst wieder ein grosses Thema ist!

Fünf Fragen an Jürg Kappeler

Seit Du der STV Baden GmbH als Geschäftsführer vorstehst, hat sich Städtli 1 in der NLB nicht nur etabliert, sondern spielt gar munter an der Spitze mit. Wie gut tut ein 3. Schlussrang?

Jürg Kappeler: Die drittbeste Aargauer Handball-Mannschaft zu sein, tut gut. Sehr gut. Erst recht, wenn man auf Augenhöhe mit dem Zweitplatzierten Endingen ist. Nun gilt es, die klare Aufwärtstendenz aufrecht zu erhalten, um die angestrebte Vision 2022 auch zu erreichen.

Als Badener, als Sportlehrer und als ehemaliger NLA-Spieler geniesse ich spannende, schnelle Handballspiele mindestens in dreifacher Hinsicht.

Die Erfolge kommen nicht von ungefähr. Was tut die GmbH dafür?

Die ehrenamtlich tätige, fünfköpfige Geschäftsleitung der STV Baden Handball GmbH sorgt dafür, dass die Mannschaft in vielerlei Hinsicht von optimalen Rahmenbedingungen profitieren kann. Der haushälterische Umgang mit dem vergleichsweise schmalen Budget ist dabei ebenso ein Thema wie der professionelle Umgang mit der Mannschaft, ihrem Umfeld, den Medien und Sponsoren.

Ohne starke Partner und Sponsoren ist kein nachhaltiger Spitzensport möglich. Wie ist Städtli 1 diesbezüglich aufgestellt?

Nebst den drei Goldsponsoren Raiffeisen, Schoop und Grand Casino Baden sitzen viele private Gönner und Firmen mit im Boot.

Geschäftsführer Jürg Kappeler

Geschäftsführer Jürg Kappeler

Geld eintreiben ist Knochenarbeit, und jährlich kämpfen wir mit grossem Aufwand um die berühmte schwarze Null. Allen, die uns unterstützen, versuchen wir, auch einiges auf und neben dem Spielfeld zu bieten.

Unsere Heimspielhalle Aue hat einen einzigartigen Charme. Nationalliga-Anforderungen entspricht sie aber bestenfalls noch bedingt. Wie steht es um die öfter schon diskutierte Sanierung/Renovation des altehrwürdigen Baus?

Nach den Stadtratswahlen im September werden wir unsere diesbezüglichen Anstrengungen verstärken. Immerhin haben wir vor zwei Jahren eine Projektidee entwickelt, breit abgestützt und eingereicht. Darauf lässt sich bestens und kostengünstig aufbauen.

Die jetzige Stadtregierung hat uns stets vertröstet. Dabei ist eine Sanierung/Erneuerung dieser in die Jahre gekommenen, einst in der Schweiz einmaligen Anlage dringend notwendig.

Baden war eine Sportstadt, heute ist es vor allem eine Kulturstadt. Aber Kultur und Sport schliessen sich nicht aus, sie gehören zusammen. Dafür gibt es genügend hervorragende Beispiele im Lande.

Die Badener Sportkonferenz soll dem Sport in Baden wieder mehr Stellenwert verschaffen. Hat die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen schon erste Resultate gezeitigt?

Zumindest wird die Sportkonferenz politisch bereits zur Kenntnis genommen. Immerhin sind über 6000 Menschen Mitglieder in den vielen Badener Sportvereinen.

Am 11. September findet erst die 3. Konferenz statt. Noch ist es zu früh, konkrete Resultate zu erwarten. Ich bin aber überzeugt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist.