Training des Teams Argovia in der Mehrzweckhalle Brühl in Gebenstorf. Auf fünf Badmintonplätzen fliegen die Shuttles in hohem Tempo hin und her. Zu hören sind das Quietschen der Sohlen auf dem Hallenboden und das Geräusch der Shuttles, die bei den wuchtigen Schlägen auf die Rackets treffen. Gesprochen wird dagegen kaum. Dafür sind die Intervall-Einheiten, die zumeist eine Minute dauern, viel zu intensiv. Einzig die kurzen Anweisungen von Trainer Hafiz Shaharudin sind zu hören.

Der Spielertrainer der NLA-Equipe des Teams Argovia läuft zwischen den Feldern auf und ab. Die Hände zumeist hinter dem Rücken verschränk, verfolgt er das Geschehen aufmerksam. «Jagt die Bälle!», ruft er und fordert seine Schützlinge auf, noch aggressiver ans Werk zu gehen. «Komm, komm, komm! Noch etwas schneller und mehr Druck.»

Hochs und Tiefs miterlebt

Den Anweisungen des gebürtigen Malaysiers ist der asiatische Akzent anzuhören. Hin und wieder behilft er sich auch mit englischen Ausdrücken. Seit 2007 ist der ehemalige Profispieler in der Schweiz, seit vier Jahren ist er Spielertrainer beim Team Argovia. Er hat die Hochs und Tiefs des Vereins in den letzten Jahren miterlebt. Nach dem Meistertitel 2013 ist er zum Team gestossen, hat den Absturz im Jahr danach, als sich das Team lediglich am grünen Tisch in der höchsten Spielklasse halten konnte, und auch den bitteren Abstieg 2015 miterlebt. «Das waren zwei schwierige Jahre. Aber man muss runterfallen, um stärker zu werden», sagt Shaharudin.

Die Aargauer sind bis in den NLA-Final vorgestossen.

Die Aargauer sind bis in den NLA-Final vorgestossen.

Und stärker geworden sind die Aargauer Badmintoncracks. Nach dem Abstieg formierten sie für die vergangene Saison um Hafiz Shaharudin herum ein junges Team mit vielen regionalen Talenten, das den sofortigen Wiederaufstieg schaffte. 18 Siege, keine Niederlage und 18 Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger – mit diesem Glanzresultat kehrte das Team Argovia zurück ins Oberhaus und sorgt dort in der laufenden Saison für Furore. Der Aufsteiger, der sich den Ligaerhalt zum Ziel gesetzt hatte, sicherte sich den zweiten Rang in der Qualifikation und bestreitet am kommenden Wochenende den Playoff-Final. «Damit hätten wir nie im Leben gerechnet. Wir hatten aber Glück, dass wir in diesem Jahr zwei wirklich starke Ausländer im Team haben und auch sonst gut gespielt haben», sagt Eigengewächs Tobias Künzi, der in seiner ersten NLA-Saison mit starken Leistungen aufgetrumpft hat.

Harte Arbeit zahlt sich aus

Mittlerweile ist die Hälfte des Trainings vorbei. Pause. Kurz hinsetzen, den Schweiss abwischen, ein Schluck aus der Wasserflasche und weiter gehts. Gespielt wird nun zwei gegen eins. Der Einzelspieler wird von den anderen beiden quer übers Feld gejagt. Eine Übung, die gehörig an die Substanz geht. Hafiz Shaharudin, der neben dem Team Argovia auch die Schweizer U17- und U19-Nationalmannschaft trainiert und bei der Betreuung der Elite mithilft, motiviert seine Spieler und bringt immer wieder kleine Korrekturen an.

Nach zwei Stunden ist die Trainingseinheit vorbei. «Ich bin stolz auf mein Team. Sie sind bereit, hart zu arbeiten, und haben es verdient, im Final zu stehen», lobt Hafiz Shaharudin. Im Final wartet Yverdon-les-Bains. Gegen die Romands hat das Team Argovia in der Vorrunde zweimal gewonnen. Aber diese Siege sind mit Vorsicht zu geniessen, denn bei Yverdon fehlte beide Male ein ausländischer Verstärkungsspieler.

«Wenn sie vollzählig antreten, stehen die Chancen 50:50», glaubt Tobias Künzi. Der 19-jährige Schüler der Sportkanti Aarau freut sich auf den Final: «Wir wollen unbedingt gewinnen, haben aber trotzdem keinen Druck, da wir unser Saisonziel ohnehin schon längst übertroffen haben.» Beste Voraussetzungen also, um den ganz grossen Coup zu landen. Trainiert wurde intensiv dafür.