Was für ein seltener Anblick: Für eine Präsentation der Nachwuchsabteilung Team Aargau sitzen auf der Tribüne des Stadions Esp in Baden Führungskräfte des FC Aarau, des FC Wohlen und des FC Baden. Sie reichen sich die Hände. Es fallen freundliche Worte. Die drei Partnervereine sind ein Herz und eine Seele. Und als wäre dieses Bild mit Aarau-Sportchef Sandro Burki, Baden-Präsident Heinz Gassmann und Wohlen-Verwaltungsratspräsident André Richner nicht speziell genug, setzt Urs Bachmann noch das Sahnehäubchen auf die Torte.

«Hundert Prozent Team, hundert Prozent Aargau», sagt der Präsident vom Team Aargau mit einem strahlenden Lächeln. Drei Klubs, eine Liebe – Team Aargau! Es ist eine wunderbare Vision, dass die drei Vereine zum Wohl der Talente im Aargau in Zukunft noch intensiver, noch enger und vor allem ohne Vorurteile zusammen arbeiten möchten.

Die Bedeutung vom Team Aargau lässt sich schon mittels Zahlen ablesen. Das jährliche Budget beträgt aktuell rund 800 000 Franken. Zwar gibt es finanzielle Unterstützung vom Schweizerischen Fussballverband (SFV) und der Swiss Football League (SFL), aber auch die drei Aargauer Vereine lassen sich das vor 12 Jahren ins Leben gerufene Team Aargau einiges kosten. Vor allem der FC Aarau: Er zahlt jährlich satte 140 000 Franken für dieses Projekt. Der FC Wohlen beteiligt sich mit 10 000, der FC Baden mit 5 000 Franken an den Kosten.

Im Schaufenster

Welche Rolle spielt der FC Baden im Team Aargau? Im Gegensatz zum FC Wohlen, der mit dem 17-jährigen Jan Burkard gerade mal einen Spieler mit Vergangenheit im Team Aargau im Kader hat, ist der 1.-Ligist ein Auffangbecken für Talente. Im aktuellen Kader haben rund zwei Drittel für die Nachwuchsabteilung gespielt. Für Spieler wie Nicolas Ammeter, Marco Corradi, Toni Lelo, Cedric Franek, Nikola Maksimovic und Kevin Spadanuda kann die Nummer drei im Aargau ein Sprungbrett sein. Der FC Baden war, ist und bleibt ein Ausbildungsverein. 

Jungen Spielern wird die Möglichkeit geboten, sich ins Schaufenster zu stellen. Weil diese Talente ihr Leistungspotenzial aber noch nicht ausschöpfen können, also nicht auf konstant hohem Niveau spielen, halten sich die sportlichen Erfolge in Grenzen. Die 1. Liga scheint momentan das Höchste der Gefühle. Heinz Gassmann hat mittelfristig aber höhere Ziele. «Ich habe einen Dreijahresplan aufgestellt», sagt der Präsident des FC Baden. «Und nach diesen drei Jahren möchten wir den Aufstieg in die Promotion League geschafft haben.»

Ein bescheidenes Budget

Finanziell zahlt sich das Projekt „Jugend forscht“ für den FC Baden zweifellos aus. Das aktuelle Budget für die erste Mannschaft beträgt rund 350000 Franken. Das ist für einen Klub der vierthöchsten Schweizer Spielklasse relativ bescheiden. Ohne die zahlreichen Nachwuchsspieler vom Team Aargau wäre die Mannschaft zweifellos teurer.

Kommt hinzu, dass der FC Baden während der vergangenen zwei Jahrzehnte mit Spielerverkäufen das eine oder andere Mal eine hübsche Stange Geld verdient hat. Das lukrativste Geschäft war der Verkauf von Mladen Petric, der im Sommer 1999 zu GC wechselte. Die Zürcher waren damals bereit, den Badenern eine Ablösesumme von 300 000 Franken zu bezahlen. 

Lange Liste von Profis

Das Team Aargau wurde 2006 gegründet und ist für den FC Baden ein Segen. Rund zwei Drittel des Kaders sind Talente mit einer Vergangenheit in der Nachwuchsabteilung. Sie alle dürfen auf eine Profikarriere hoffen.

Die Liste der Spieler, die auf dem Weg nach oben in Baden Zwischenstation gemacht und jetzt eine Profikarriere eingeschlagen haben, ist lang: Dazu zählen Marco Thaler, Olivier Jäckle, Miguel Peralta, Joël Geissmann und Silvan Widmer. Apropos Widmer: Von seinem Millionen-Transfer vom FC Aarau zum Serie-A-Verein Udinese 2013 profitierte auch der FC Baden. Er erhielt damals eine hohe fünfstellige Summe.