FC Wohlen - Locarno 0:0
«Das sind zwei verlorene Punkte»

Rumpelfussball auf der Niedermatten. Wohlen wird seiner Favoritenrolle nicht gerecht und muss sich mit Livio Bordolis Ex-Club die Punkte teilen. Der FC Wohlen bleibt zwar zum 6. Mal in Serie unbesiegt, das 0:0 gegen Locarno ist dennoch enttäuschend

Hannes Hurter
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Wohlen spielt unentschieden gegen Locarno

Wohlen spielt unentschieden gegen Locarno

Aargauer Zeitung

Der FC Wohlen und die Eichhörnchen-Taktik. Die Freiämter angeln sich seit Wochen Punkt um Punkt, sind seit der Derby-Niederlage vor zwei Monaten in Aarau ungeschlagen und behaupten sich im Mittelfeld der Challenge League.

Trotzdem sprach Verteidiger Fabio nach dem torlosen Unentschieden zurecht von «zwei verlorenen Punkten» und davon, dass Wohlen dieses Spiel «unbedingt hätte gewinnen müssen.» Der 22-jährige Portugiese beklagte bei Anbruch der Schlussphase das Pech, dass sein Kopfball vom Pfosten zurückprallte.

Schwächste Halbzeit der Saison

Wohlen erwischte bei nahezu perfekten äusseren Bedingungen und angenehmen Temperaturen die schwächste Halbzeit der Saison. Die ersten 30 Minuten waren Fussball zum Abgewöhnen. Strafraumszenen: Null! Als das Publikum fast schon einzuschlafen drohte, weckte Locarno-Flügel Marchesano die Wohler mit einem 30-Meter-Geschoss ans Gestänge. Kurz darauf kam auch Wohlen zu seiner ersten Chance: Schultz tanzte in Locarnos Sechzehner Slalom, verzog aber (40.).

Wetten, dass der Notizblock des anwesenden FCZ-Trainers Urs Fischer bis dahin jungfräulich weiss blieb? Nach der Pause war Wohlen dann überlegen. Die Tessiner konnten sich nur noch spärlich vom Wohler Powerplay befreien.

Optisch waren die Freiämter im Vorteil, im Strafraum aber «nicht konsequent genug» (Bordoli), und weil Rebronja (66.), Fabio (76.), Bijelic (85.) und Schultz (88.) den Torerfolg verpassten, bliebs beim 0:0. «In der ersten Hälfte spielten wir wirklich schlecht, Locarno hat uns das Leben schwer gemacht», sagte FCW-Captain Tarone. «Vielleicht dachten wir nach den zuletzt guten Auftritten, dass es nun von alleine geht.»

Numero uno in Argovia?

Ging es nicht. Und so musste Bordoli konstatieren, «dass uns Osmani und De Lima in der Offensive gefehlt haben. Wir hatten einfach Mühe.» Trotz allem sorgt der Tessiner Trainer in Wohler Diensten nach wie vor für positive Schlagzeilen, auch in der Südschweiz.

Von «Numero uno in Argovia» und «La dolce vita di Wohlen» berichteten die beiden grössten Tessiner Tageszeitungen gestern. Am nächsten Mittwoch testet Wohlen im GC-Campus gegen die U21 der Grasshoppers, für das kommende Wochenende (Nationalmannschafts-Pause) gibt Bordoli seinen Spielern zwei Tage frei.

Der Diskussion um die Nummer 1 im Kanton Aargau weicht der Wohler Coach lieber aus. «Für Klubverantwortliche, Sponsoren und Zuschauer ist das etwas ganz Besonderes, an meinem Ziel ändert sich jedoch nichts: Wir wollen nur den Ligaerhalt.» Dank der Eichhörnchen-Taktik ist Wohlen dieser Vorgabe einen Schritt näher gekommen.