Mannschaftsmeisterschaft

Das Ringen der Ringer um die Saison hat ein Ende

Die Athleten der Ringerstaffel Freiamt, hier Lukas Zurfluh (r.), freuen sich auf die neue Saison.

Die Athleten der Ringerstaffel Freiamt, hier Lukas Zurfluh (r.), freuen sich auf die neue Saison.

Am Samstag beginnt für die Ringerstaffel Freiamt die Mannschaftsmeisterschaft, die aufgrund der Coronakrise lange ungewiss war. Von sechs Teams in der höchsten Schweizer Liga nehmen nur vier Mannschaften teil.

Ringen oder nicht? Drei Stunden lang diskutierten die Vertreter der Vereine, des Verbandes und der Kampfrichterkommission diese Frage. Doch einig wurde man sich nicht. Selbst der Verbandsarzt konnte nicht alle Bedenken ausräumen. So endete die Videokonferenz mit einem Kompromiss.

Nur vier der sechs Vereine der höchsten Schweizer Liga messen sich ab Samstag in der Mannschaftsmeisterschaft. Hergiswil und Schattdorf verzichten aufgrund von gesundheitlichen Bedenken in Bezug auf das Coronavirus auf einen Start. Die Ringerstaffel Freiamt entschied sich mit Einsiedeln, Willisau und Kriessern für eine Teilnahme.

Keine Arbeitsausfälle riskieren

Der Vorstand von Hergiswil begründet den Entscheid, nicht zu starten, auf der Homepage des Klubs: «Wir sind wie andere Vereine der Meinung, dass die Gesundheit der Athleten, der Funktionäre und der Gesellschaft momentan oberste Priorität hat.» Man wolle nicht riskieren, dass die Ringer aufgrund einer all­fälligen Quarantäneanordnung nicht mehr ihrer Arbeitstätigkeit nachgehen können.

Solche Bedenken hat man im Freiamt nicht. Cheftrainer Marcel Leutert sagt: «Ein Verzicht war bei uns nie ein Thema. Alle Ringer freuen sich, dass es losgeht. Wir haben niemanden im Verein, der Sorgen aufgrund der Situation hat.» Er spüre, dass die Lust gross sei, zu ringen. «Man kann nicht ein Jahr oder sogar noch länger nur trainieren. Die Kämpfer wollen den Fight Mann gegen Mann. Es braucht den Wettkampf.»

Wiese statt Matte – das etwas andere Training

Speziell bleibt die Situation aber auch so. Die Zeit im Frühling, als Teamtraining aufgrund der Coronamassnahmen mehrere Wochen nicht erlaubt war, hatte Folgen. «Es dauerte, bis die Abläufe wieder funktionierten wie zuvor. Das ist logisch, weil sich die Athleten nur individuell fit halten konnten.»

Mittlerweile stimmt aber auch die Form auf der Matte wieder. Und der Verzicht öffnete neue Türen. Weil der Verein nicht wie gewohnt in ein Trainingslager nach Österreich reisen konnte, verbrachten die Ringer im Juli einige Tage im Maderanertal im Kanton Uri. «Wir haben keinen einzigen Tag auf der Matte trainiert», sagt Leutert. Gerungen wurde stattdessen auf einer Wiese neben einem See. «Das war naturpur und hat den Teamgeist enorm gefördert.»

Finaleinzug wieder als Ziel

In der vergangenen Saison scheiterte die Ringerstaffel Freiamt erst in einem spektakulären Final knapp an Willisau. Hoch sind darum auch die Ziele für die neue Meisterschaft. «Wir wollen erneut in den Final. Das ist unser klares Ziel und dann schauen wir weiter», sagt Leutert. Zuversichtlich stimmt ihn, dass sich das Team kaum verändert hat.

Zum Auftakt trifft das Team von Leutert am Samstags auswärts auf Einsiedeln. Speziell könnte das Duell am 10. Oktober auswärts zum Abschluss der Vorrunde in Kriessern werden. Die St. Galler verbieten als einziges Team Zuschauer der Gäste. «Da die Fans im Ringen immer so etwas wie der elfte Mann sind, wird es komisch, wenn nur das Heimteam diese Unterstützung hat», sagt Leutert. Davon beunruhigen lässt er sich allerdings nicht. Die Freiämter sind auch so Favorit.

Finalsieg Ringerstaffel Freiamt

Finalsieg Ringerstaffel Freiamt

7. Dezember 2019: Die Ringerstaffel Freiamt gewinnt das erste Finalduell der Mannschaftsmeisterschaft gegen Willisau. Nach dem Sieg von Yves Müllhaupt gibt es kein Halten.

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