Was wäre der Fussball ohne Gerüchte? Nur halb so schön! Dann raus mit der kleinen Geschichte, die im Brügglifeld die Runde machte, aber keiner so richtig bestätigen wollte: Marco Schällibaum hatte vor dem Cup-Achtelfinal gegen Lugano Personalprobleme. Wegen der zwei Spielsperren für Stéphane Besle und des Kieferbruchs von Juan Pablo Garat stand dem Trainer des FC Aarau mit Marco Thaler nur ein gelernter Innenverteidiger zur Verfügung. Was tun?

Jetzt kommt die nette Episode: Schällibaum soll tief in die Trickkiste gegriffen und Thaler vor der wegweisenden Partie gegen die Tessiner gefragt haben, mit welchem Teamkollegen er am liebsten in der zentralen Abwehrreihe spielen möchte. Thaler soll mit der Antwort keine Sekunde gezögert haben: «Ich wünsche mir Pascal Thrier an meiner Seite.»

Nichts Neues für Thrier

Nicht Olivier Jäckle, nicht Sandro Burki, nein, Pascal Thrier sollte es sein! Thrier selbst weiss nichts von dieser Geschichte. «Der Trainer hat im Training vom Dienstag verschiedene Varianten getestet», sagt er rückblickend. «Dass ich gegen Lugano in der Innenverteidigung eingesetzt werde, habe ich erst am Spieltag erfahren. Aber für mich ist diese Position nichts Neues. Ich bin zwar ein gelernter defensiver Mittelfeldspieler, habe aber in meiner Karriere oft im Zentrum der Viererabwehrkette gespielt.»

Thaler und Thrier in der Innenverteidigung gegen den Super Ligisten FC Lugano? Konnte das gut gehen? Es ging gut. Sehr gut. Der 22-jährige Wohler Tahler und der bald 32-jährige Thalwiler harmonierten beim 2:0-Sieg gegen die kleinen Überflieger der höchsten Spielklasse ausgezeichnet. «Bis zur Schlussphase gerieten wir nie unter Druck», sagt Thrier. «Etwas brenzlig wurde es erst in den letzten zehn Minuten, als Lugano mit hohen, weiten Bällen den Erfolg suchte und alles riskierte. Da gerieten wir zumindest ein wenig unter Druck.»

Ein Kompliment für Thaler

Thaler und Thrier? Das passt also! Thrier geizt denn auch nicht mit Lob für seinen Teamkollegen: «Marco ist nicht nur technisch stark, sondern auch intelligent und clever. Er spielt einfache Pässe. Weil er die Konzentration hoch halten kann, unterlaufen ihm keine Fehler. Gegen Lugano harmonierten wir jedenfalls ausgezeichnet.»

Marco Thaler findet für Thrier nur gute Worte.

Marco Thaler findet für Thrier nur gute Worte.

Weil Besle noch immer gesperrt und Garat noch nicht voll einsatzfähig ist, dürften Thaler und Thrier auch im Heimspiel gegen Winterthur die zentrale Abwehrreihe bilden. Man darf auf die Leistung des Duos gespannt sein. Sollte das Zusammenspiel auch beim zweiten Anlauf klappen, stellt sich zwangsläufig die Frage: Sind die Zwei ein Versprechen für die Zukunft?

Thrier kommt beim FC Aarau immer besser in Fahrt. Er ist einer der Gewinner der vergangenen Wochen. Der Defensivspieler lancierte seine Karriere bei den Junioren von Thalwil und Red Star. Zwischen 2006 und 2009 spielte er beim Gegner Winterthur. Dann folgten die Stationen Lugano, Wohlen, Schaffhausen und St. Gallen. Im Sommer wechselte Thrier von den Ostschweizern zu Aarau und unterschrieb für zwei Jahre. Kein Zweifel: Es ist ein Transfer, der Sinn macht!