Bob
Das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Sandro Michel

Das vergangene Wochenende wird der Fricktaler Sandro Michel so schnell nicht vergessen. An den Bob-Juniorenweltmeisterschaften in St. Moritz räumt der Anschieber von Michael Vogt gleich doppelt ab. Nach dem zweiten Platz im Zweierbob am Freitag krönen sich Michel und Vogt am Sonntag im Viererbob zum Weltmeister.

Nicolas Blust
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Der Viererbob des Bobteam Vogt im Eiskanal an der Junioren-Weltmeisterschaft in St. Moritz.

Der Viererbob des Bobteam Vogt im Eiskanal an der Junioren-Weltmeisterschaft in St. Moritz.

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Am Ende war es eine eindeutige Angelegenheit. Das Team von Pilot Michael Vogt fuhr in beiden Rennläufen Bestzeit und gewinnt überlegen mit 0.86 Sekunden Vorsprung den Junioren-Weltmeistertitel. «Wir haben es noch gar nicht realisiert», sagt der aus Gipf-Oberfrick stammende Michel einen Tag nach dem Triumph. Zwar trat das Team um den Aargauer Anschieber Sandro Michel die Juniorenweltmeisterschaft mit grossen Ambitionen an, dass es aber gleich für den Titel reicht, kam dann aber doch überraschend. Er sagt:

«Wir wollten im Zweier- und im Viererbob jeweils auf das Podest fahren. Aber mit dem Sieg haben wir definitiv nicht gerechnet.»

Dabei zeigten Michel und seine Teamkollegen bereits am Wochenende zuvor, dass man sie zu den Favoriten zählen muss. Eine Woche vor den Weltmeisterschaften stand im St. Moritz ein Weltcup der Elite auf dem Programm. Und das Bobteam Vogt unterstrich mit einem 5. Platz im Zweierbob und dem siebten Rang im Viererbob die gute Form. Am Sonntag folgte dann der krönende Abschluss der beiden Rennwochenenden im Engadin.

Das Bobteam Vogt mit Sandro Michel (ganz rechts) posiert mit der Siegermedaille. Das Bobteam Vogt mit Sandro Michel (ganz rechts) posiert mit der Siegermedaille.

Das Bobteam Vogt mit Sandro Michel (ganz rechts) posiert mit der Siegermedaille. Das Bobteam Vogt mit Sandro Michel (ganz rechts) posiert mit der Siegermedaille.

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Erster Schritt in Richtung Olympia 2022

Mit dem Triumph sichert sich das Team zudem ein persönliches Startrecht für die Elite-Weltmeisterschaft Mitte Februar in Altenberg. Es bleibt also kaum Zeit zum Durchatmen, denn auch für die Rennen in Altenberg haben sich Michel und Co. hohe Ziele gesteckt: «Wir wollen eine Platzierung unter den besten acht herausfahren.» Damit könnte das junge Schweizer Team auch einen ersten grossen Schritt in Richtung Olympia 2022 nehmen.

«Wir brauchen pro Disziplin zwei Ergebnisse im Weltcup unter den besten acht», sagt Michel über eine mögliche Olympia-Teilnahme. Gelingt eine solche Platzierung bereits an der WM in Altenberg, wäre im nächsten Winter lediglich ein Top 8-Ergebnis nötig, um an den Winterspielen teilzunehmen. Eine Olympia-Teilnahme wäre ein kleiner Traum, der für Sandro Michel in Erfüllung gehen würde.

Von der Leichtathletik in den Eiskanal

Dass Michel einmal um die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen kämpfen würde, war vor ein paar Jahren noch nicht absehbar. Vor seiner Zeit als Anschieber kämpfte der Fricktaler nämlich in der Leichtathletik um Medaillen. Der 24-Jährige übte sich als Kugelstosser und Diskuswerfer. Eine Karriere im Bob konnte er sich damals nicht einmal erträumen. Dann kam aber alles anders.

«Der Bruder von Michi Vogt hat mich angefragt, ob ich mich mal als Anschieber versuchen möchte», sagt Michel über seinen Einstieg beim Bobteam Vogt. «Nachdem ich meine Ausbildung abgeschlossen habe, probierte ich es dann einfach mal aus.» Bereits in den ersten Leistungstest überzeugte Michel und ist seither nicht mehr aus dem Team von Michael Vogt wegzudenken.

Gehören bereits am Start zu den Schnellsten. Sandro Michel und die restlichen Anschieber bringen den Bob ordentlich auf Tempo. Gehören bereits am Start zu den Schnellsten. Sandro Michel und die restlichen Anschieber bringen den Bob ordentlich auf Tempo.

Gehören bereits am Start zu den Schnellsten. Sandro Michel und die restlichen Anschieber bringen den Bob ordentlich auf Tempo. Gehören bereits am Start zu den Schnellsten. Sandro Michel und die restlichen Anschieber bringen den Bob ordentlich auf Tempo.

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Der Weg von der Leichtathletik in den Eiskanal mag auf den ersten Blick verwundern, ist aber gar nicht unüblich. Immer wieder versuchen sich Leichtathleten im Bobsport als Anschieber. Aber den Wenigsten gelingt es, sich wie Sandro Michel in der Elite zu etablieren. Und vielleicht schreibt Michel nächsten Winter ein weiteres Kapitel seiner Erfolgsstory, wenn er an den Olympischen Spielen 2022 in Peking auf Medaillenjagd geht.