Badminton-Playoff-Final
Das Märchen des Team Argovia: vom Aufsteiger zum Schweizer Meister

Das Team Argovia ist Schweizer Meister. Es krönt damit eine märchenhafte Saison. Erst zu Beginn dieser Spielzeit ist die Mannschaft wieder in die höchste Spielkasse aufgestiegen.

Leo Eiholzer
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Die Aargauer konnten den Pokal in die Höhe stemmen.
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Die Spieler und Spielerinnen beider Mannschaften posieren nach dem Spiel miteinander – Fairness, die in anderen Sportarten mit der Lupe zu suchen ist.
Neben dem Pokal erhielten die Kontrahenten auch Medaillen.
Spielertrainer Hafiz Shaharudin erhält dem begehrten Pokal.
Badminton Team Argovia Meistertitel
Nikita Khakimov mit einer karikaturierten Kopfbedeckung – er ist Russe.
Die Freude ist gross.
Fredi Heymann (r.) scherzt mit Pedro Martins.
Ronja Stern und Chantal von Rotz freuen sich über den errungenen Meistertitel.
Die Mannschaft nach dem Meistertitel.
Die Kulisse während des Herren-Doppels war eindrücklich.
Die Kulisse während Ronja Sterns einzel war grossartig.
Ronja Stern konnte sowohl ihr Einzel, als auch das Doppel gewinnen.

Die Aargauer konnten den Pokal in die Höhe stemmen.

Leo Eiholzer

«Das ist unglaublich! Ich habe geweint vor Freude. Zum Glück hat das keiner gesehen», sagt Fredi Heymann, Co-Präsident und gute Seele des Team Argovia überglücklich. Auch der Russe Nikita Khakimov sagt: «Es ist ein unglaubliches Gefühl.»

Mit 9:5 Spielen setzt sich seine Mannschaft gegen den BC Yverdon-les-Bains durch und ist somit Schweizer Meister. Dabei hatte vor der Saison kaum einer die Aargauer auf dem Favoriten-Zettel. Schliesslich ist die Mannschaft erst in dieser Saison wieder in die NLA aufgestiegen. Auch Fredi Heymann sagt: «Der Schweizer-Meister-Titel stand nie zur Diskussion! Unser oberstes Ziel war es, den Ligaerhalt zu schaffen. Sobald wir das geschafft hatten, wollten wir unseren jungen NLB-Spielern die Möglichkeit geben, NLA-Luft zu schnuppern. Erst dann haben wir uns in Richtung Playoffs orientieren wollen.»

Fredi Heymann (r.) scherzt mit Pedro Martins.

Fredi Heymann (r.) scherzt mit Pedro Martins.

Leo Eiholzer

«Ich habe den Meistertitel erwartet»

In der Mannschaft tönt das anders. «Ich habe den Meistertitel erwartet. Ich bin ein Topspieler. Ich spiele nur für den Meistertitel», sagt Khakimov. Heymann sagt sichtlich gelöst: «So ist er – typisch Nikita.» Und Khakimovs Teamkollege Joel König sagt: «Wir wussten nicht genau, was auf uns zukommt. Erst im Lauf der Saison hatte es sich teilweise abgezeichnet, dass mehr drinliegt als nur der Ligaerhalt.»

Eine Feuershow vor dem Titel

König war es, der den Grundstein zum Argovia-Erfolg legte. Der Matchwinner gewann sein Herren-Einzel in dramatischer Manier, nachdem er die gleiche Begegnung am Tag zuvor noch verloren hatte. Er dominierte den ersten Satz, verlor den zweiten aber klar. Im Entscheidungssatz wurde der Lokalmatador vom Publikum zum Sieg getragen. Das favorisierte Duo Ronja Stern/Chantal von Rotz machte schliesslich im letzten Match alles klar. Vor Königs Erfolg hatten Pedro Martins, Ronja Stern und das Duo Nikita Khakimov/Hafiz Shaharudin jeweils ihre Matches gewonnen und so den Boden für den Titelgewinn bereitet.

Grossartige Kulisse

Dieser fand in würdigem Rahmen statt: Heymann und seine Vorstandskollegen haben eigens für die Finalissima eine Feuershow organisiert. «Das war ziemlich mühsam, es ist nicht leicht, die Bewilligungen zu bekommen», sagt er.

Die Kulisse während Ronja Sterns einzel war grossartig.

Die Kulisse während Ronja Sterns einzel war grossartig.

Leo Eiholzer

Team-Argovia-Spielertrainer Hafiz Shaharudin will nächste Saison am Märchen weiterschreiben: «Wir müssen hart weiterarbeiten und wir werden versuchen, den zweiten Meistertitel zu holen.» Sein Spieler Joel König möchte die Arbeit noch ein wenig verdrängen: «Zuerst wollen wir mal feiern, dann machen wir uns Gedanken über die nächste Saison.»