Samstagabend, es läuft die 29. Minute zwischen Winterthur und dem FC Aarau: Raoul Giger sprintet auf der rechten Angriffsseite in Richtung Grundlinie. Mats Hammerich erkennt die Situation, reagiert blitzschnell und läuft in Richtung Penaltypunkt. Giger sieht den Teamkollegen und serviert ihm den Ball auf dem silbernen Tablett. Hammerich zögert keine Sekunde und bezwingt Winterthur-Torhüter Raphael Spiegel mit einem Schuss aus kurzer Distanz.

So gelingt Hammerich nach knapp einer halben Stunde das erste Tor der Challenge-League-Saison 2019/20. Zufall? Glück? Oder ein Geniestreich? Nennen wir es ganz einfach eine gelungene Aktion! Für Hammerich ist der Treffer ein Befreiungsschlag nach einer verpatzten Saison 2018/19, in der er nur 425 Einsatzminuten hatte und nach schlechtem Beginn aus der Startformation flog.

Plötzlich ist alles anders. Plötzlich steht Hammerich in der Startelf und sorgt für das offensive Highlight seiner Mannschaft. «Natürlich freue ich mich über das Tor», sagt Hammerich. «Es ist gut für mein Selbstvertrauen und für meine Moral. Aber es ist erst ein Anfang. Es ist nur ein Spiel. Das erste von 36 Spielen. Ich will mehr. Ich will möglichst viel Spielpraxis. Ich weiss aber auch, dass es nicht in erster Linie um mein Wohl geht, sondern um das Wohl des FCA.»

«Es gab im Sommer kein konkretes Angebot»

Hammerich hat keine leichten Zeiten hinter sich. Seit seinem Debüt in der ersten Mannschaft am 13. Mai 2016 bei einem 3:3 gegen Wil bestritt er 56 Spiele und schoss vier Tore. Während der Saison 2017/18 startete er durch, bestritt 30 Partien und stand 26 Mal in der Startelf. Während der Saison 2018/19 musste er indes untendurch.

Wäre in den vergangenen Wochen ein Angebot gekommen, hätte FCA-Sportchef Sandro Burki ihn lassen. «Es gab lose Kontakte, aber keine konkreten Angebote», sagt Hammerich. «Ein Wechsel stand also nicht zur Diskussion. Ich will mich hier durchbeissen.»

Mal schauen, was Hammerich in den nächsten Wochen und Monaten draufhat. Genug Talent für eine wichtige Rolle in einer Challenge-League-Mannschaft hat der Captain der Schweizer U20-Nationalmannschaft.

Es ist erfreulich, dass Trainer Patrick Rahmen und Sportchef Burki auf die jungen Aarauer setzen. Beim 1:1 gegen Winterthur hat es sich bereits gelohnt: Mit dem 18-jährigen Torhüter Nicholas Ammeter, den 21-jährigen Raoul Giger und Hammerich und dem 25-jährigen Marco Thaler zählten vier Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu den besten Spielern. Und mit Yvan Alounga kam das 17-jährige Sturmtalent zu einem vielversprechenden Kurzeinsatz.