Was für eine Rückkehr von Goran Karanovic! Was für ein Einstand des Mittelstürmers, der wegen einer Leistenzerrung anderthalb Monate pausieren musste! Was für eine Genugtuung für den Mann, der in den vergangenen Wochen gut trainiert hat, aber nur zweite Wahl war!
Und jetzt dieser Befreiungsschlag!

Der Reihe nach: Karanovic kommt nach 80 Minuten für Petar Misic. Keine drei Minuten später erzielt er das 2:2. Das Brügglifeld kocht. Das Ausgleichstor läutet eine hektische Schlussphase ein.Das 3:2 für den FC Aarau liegt in der Luft. Karanovic kämpft, wirft sich ins Getümmel. Er will den Sieg. Er will die drei Punkte.

Stimmen zum Spiel – Interviews mit Torschütze Goran Karanovic und Cheftrainer Patrick Rahmen:

Schliesslich bleibt es beim 2:2. Immerhin: Der späte Treffer von Karanovic sorgt dafür, dass die Aarauer im fünften Spiel in Folge ungeschlagen bleiben. Für einen Grossteil der 2593 Zuschauer ist Karanovic die grosse Figur. Er selbst bleibt bescheiden.

Mehr noch. Statt sich selbst zu loben, verteilt Karanovic Komplimente und sagt: «Natürlich freue ich mich über mein Tor zum 2:2, aber ich muss mich in erster Linie bei Marco Schneuwly bedanken. Sein Pass in den Rücken der Abwehr von Lausanne war ideal, ja ganz einfach grosse Klasse. Ich musste den Ball nur noch hinter die Linie schieben.»

Kompliment für Schneuwly

Dann gehören also 50 Prozent des Tores zum 2:2 dem Vorbereiter Schneuwly? «Fünfzig Prozent sind zu wenig», sagt Karanovic mit einem schelmischen Lächeln. «Schneuwly gehören achtzig Prozent.» Was für ein Kompliment für Schneuwly, der im Dress des FC Aarau noch immer keinen Treffer erzielt hat, aber nun immerhin einen Assist auf der Habenseite hat. Zur Erinnerung: In den Spielen mit seinen früheren Klubs hat Schneuwly gegen Aarau 13 Tore erzielt.

Für Karanovic war es wichtig, nach dem wochenlangen Verletzungs-Out ein Lebenszeichen von sich zu geben. Er stand lange Zeit im Schatten von Stefan Maierhofer und Schneuwly. Zu Unrecht? Ein Blick auf die Statistik spricht Bände: Karanovic hat in vier Meisterschaftspartien zwei Tore erzielt. Und auch beim 1:2 im Cupspiel gegen Xamax traf er.

Bleibt er?

Drei Tore in fünf Spielen – keine schlechte Quote. Und was bringt die Zukunft? Sein Vertrag läuft nur noch bis zur Winterpause. Bleibt er oder geht er? «Ich weiss es nicht», sagt er. «Fürs Erste hoffe ich, dass ich in den verbleibenden Spielen gegen Vaduz und Kriens möglichst viel Einsatzzeit bekomme. Danach werde ich mich mit den Verantwortlichen zusammensetzen, die Ausgangslage analysieren und schauen, wie es weitergeht.»

Man darf gespannt sein, ob Karanovic im Brügglifeld 2019 noch auf Torjagd gehen wird oder nicht. Mit Maierhofer, Schneuwly, Mickael Almeida, Varol Tasar, Petar Misic und den Rückkehrern Patrick Rossini und Gianluca Frontino verfügt der FC Aarau über viel Offensivpower. Da stellt sich die Frage: Ist bei so viel Sturm und Drang noch Platz für Karanovic?