Handball

Das junge Aarauer Team bricht zum Schluss ein

Mit dem Neo-Assistenztrainer Misha Kaufmann an der Seitenlinie verspielte der HSC Suhr Aarau gegen den BSV Bern in den letzten 10 Minuten einen möglichen Auftaktcoup und verlor 26:30.

Der Dezember-Drive schien beim HSC Suhr Aarau über die gut sieben meisterschaftsfreien Wochen hinübergerettet – auch wenn sie in dieser Periode entscheidendes verändert hat: Der Aufsteiger spielte frischfrechen Tempohandball, und die Perspektive, die starke Bilanz vom Jahresende mit vier gewonnen Punkten in den vier letzten Meisterschaftspartien fortzuführen schien intakt. 22:21 hiess es nach knapp 50 Spielminuten.

Aufgabenteilung bei Fend/Kaufmann wurde ersichtlich

Das Heimteam hatte nicht weniger als acht Mal die Führung übernommen, und der Spirit von der Bank, der zum Jahresende für viel Freude und Zuversicht verantwortlich gewesen war, liess sich erneut erkennen. Nur sorgte dafür nicht mehr Coach Guido Frei, sondern der an Knie verletzte Spielmacher Misha Kaufmann, der nach einer Knieoperation noch länger ausfallen wird. Er dirigierte und organisierte lautstark von der Seitenlinie, während der nun allein verantwortliche Trainer Patrik Fend den stilleren Part inne hatte und sich vor allem der Einzelbetreuung der Spieler widmete.

Ersatzgoalie Wick glücklos

Das ging gut bis zur 50. Minute. Die Berner wechselten zuerst, nahmen den Torhüter-Routinier Dragan Marjanac raus und brachten Nachwuchshüter Dominic Rosenberg. Keine Minute später vollzog auch Suhr Aarau diesen Schritt, brachte anstelle des nicht mehr ganz so brillanten Tomislav Stojkovic Flavio Wick. Doch während sich dieser Schachzug für die Berner als gelungen erwies – vier Rosenberg Paraden in den letzten 10 Minuten – geriet der Heimklub nicht zuletzt wegen des Wechsels auf die Verliererstrasse. Keinen Ball vermochte der unglückliche Wick zu halten.

Aarau lief "auf dem Zahnfleisch"

Die Niederlage auf diese missglückte taktische Massnahme zurückgeführt haben, wollte Fend aber nicht. Vielmehr verteidigte er den Torhüterwechsel und sagte: „Wir haben zwei gute Hüter, und die Massnahme zeigt, dass wir in beide volles Vertrauen haben. Aus meiner Sicht gab die grössere Breite des BSV den Ausschlag, liefen wir doch je länger je mehr auf dem Zahnfleisch.“

Bedauerlich aber war die Niederlage, diesem Verdikt widersprach niemand. Vergebene, erstklassige Möglichkeiten führten Spieler wie Teamverantwortliche auf. Und wie wertvoll die nicht budgetierten Punkte gegen die  achtplatzierten Berner gewesen wären, ergab ein kurzes Rekapitulieren. Wegen des Sieges der Laker Stäfa gegen Fortitudo Gossau, ist die Punktedifferenz zum Zweitletzten nach dem ersten Durchgang auf drei Zähler angewachsen. Gegen diese nun punktgleichen nun folgenden direkten Widersacher dürften ähnliche Aussetzer wie in den Schlussminuten nicht mehr erlaubt sein, soll der direkte Wiederabstieg verhindert werden. 

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