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Das grosse Problem des FC Aarau: Es gibt im Kader keinen guten Stürmer

Die Bilanz in den vergangenen 21 Spielen spricht Bände: Ein Sieg und sieben Unentschieden stehen 13 Niederlagen gegenüber. In 14 dieser 21 Partien schoss das Team kein Tor.

Ruedi Kuhn
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Petar Sliskovic und Ognjen Mudrinski schiessen zu wenig Tore, genau gleich wie alle anderen Offensivspieler.

Petar Sliskovic und Ognjen Mudrinski schiessen zu wenig Tore, genau gleich wie alle anderen Offensivspieler.

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Was nun, Raimondo Ponte? „Es ist noch nicht vorbei", sagt der Trainer des FC Aarau nach dem 0:1 gegen GC. „Wir können noch hoffen. Vielleicht klappt es ja am nächsten Samstag in Sion." Vielleicht klappt es aber auch nicht.

Wie will diese von den Möglichkeiten her beschränkte Mannschaft, wie wollen diese mental angeschlagenen Spieler den Rückstand von sechs Punkten auf Vaduz noch aufholen? Dass der FC Aarau überhaupt noch auf den Ligaerhalt hoffen kann, ist einzig und allein den Liechtensteinern zu verdanken. Sie verloren zuletzt in Thun und in Sion jeweils mit 0:4, sind also völlig von der Rolle.

Wo ist der Knipser im Sturm?

Von der Rolle ist auch der FC Aarau. Insbesondere die Spieler, die Tore schiessen sollten. Und da sind wir beim Hauptgrund für den Absturz: Die Aarauer haben keinen Stürmer in ihren Reihen, der nur annähernd über Super-League-Niveau verfügt. Blicken wir auf die Torerfolge der Offensivspieler in dieser Saison: Dante Senger (3 Treffer), Petar Sliskovic (2), Edgars Gauracs (1), Frank Feltscher (1), Daniel Gygax (0) und Ognjen Mudrinski (0). Der beste Torschütze heisst Luca Radice. Er hat es gerade mal auf vier Treffer gebracht. Und noch etwas, dass man kaum glauben kann: Der FC Aarau bekam in dieser Saison keinen einzigen Penalty zugesprochen. Das ist ein Indiz dafür, dass es den Spielern innerhalb des gegnerischen Strafraums an Cleverness und Schlitzohrigkeit fehlt.

Bleiben wir noch bei den Stürmern: Der entscheidende Fehler wurde im vergangenen Sommer gemacht. Die Verträge von Gygax und Senger sind damals mangels Alternativen verlängert worden. Beide waren nicht mehr als Notlösungen. Dass sich Gauracs und Feltscher verletzt haben, ist Pech. Mudrinski (im September) und Sliskovic (im Februar) gehören in die Kategorie der Paniktransfers. Sie sind nicht einmal Ergänzungsspieler. Nein! Sie sind Totalausfälle. Und so steht der FC Aarau vor den restlichen Partien in Sion, gegen den FC Basel, in St. Gallen und gegen den FC Thun mit dem Rücken zur Wand. Um den Ligaerhalt zu schaffen, braucht es nicht ein Wunder, es braucht vier Wunder. Das erste im Stade de Tourbillon gegen den Cupfinalisten FC Sion. Anpfiff im Wallis ist am nächsten Samstag, 20 Uhr. Abpfiff ist so gegen 21.50 Uhr. Und vielleicht sieht die Welt des FC Aarau dann wieder ein bisschen besser aus. Vielleicht.

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