Challenge League

Das grosse Leiden des Petar Aleksandrov: «Was in Biel abgeht, berührt mich zutiefst»

Sehr engagiert an der Seitenlinie: Petar Aleksandrov.

Sehr engagiert an der Seitenlinie: Petar Aleksandrov.

Beim 53-jährigen Bulgaren Petar Aleksandrov schlagen vor, während und nach dem Spiel zwischen dem FC Biel und dem FC Aarau zwei Seelen in einer Brust. Anpfiff in der Tissot Arena ist heute um 15 Uhr.

Frust statt Lust bei Petar Aleksandrov! 19 Tore hat er für den FC Aarau in der Saison 1992/93 erzielt. Und den Verein vom Brügglifeld damit quasi im Alleingang zum Titel geschossen.

Und nun trifft Aleksandrov als Trainer des FC Biel ausgerechnet auf Aarau, auf den Verein also, für den seit Jahren sein Herz schlägt und bei dem er so gerne eine Tätigkeit ausüben würde.

Aaraus Kultfigur Petar Aleksandrov (rechts) bei der Meisterfeier 1993 mit dem damaligen FCA-Trainer Rolf Fringer.

Aaraus Kultfigur Petar Aleksandrov (rechts) bei der Meisterfeier 1993 mit dem damaligen FCA-Trainer Rolf Fringer.

Der Meistertorschütze des FC Aarau leidet: Seit Wochen und Monaten kümmert sich Aleksandrov schon fast rührend um das Schicksal des sportlich und finanziell kriselnden FC Biel.

Mal ist er Assistenztrainer, mal ist er Cheftrainer. Mal ist er Fussball-Lehrer und Übungsleiter, dann ist er Psychologe und Seelen-Masseur!

Wie aber geht es weiter mit dem FC Biel? Ist der Klub tatsächlich bankrott? Gibt es vor dem endgültigen Aus doch noch eine Rettung in letzter Sekunde? Aleksandrov weiss es nicht.

Er gleicht einem Häuflein Elend. Beim Abschlusstraining vom Samstag war er aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei.

«Ich hatte von Freitag auf Samstag eine schlaflose Nacht und fühle mich sehr schlecht», sagt er.

«Was in Biel momentan abgeht, berührt mich zutiefst. Ich bin enttäuscht. Es ist schlimm. Niemand innerhalb des Klubs weiss genau, was Sache ist.» 

Das Verrückte an der Geschichte: Für Aleksandrov war lange Zeit nicht klar, ob er heute Mittag überhaupt zum Spiel nach Biel reisen wird. «Ich habe in den vergangenen Tagen einen inneren Kampf ausgetragen», fügt er hinzu, «ich weiss nämlich nicht, ob ich die Kraft aufbringen werde, um das Coaching übernehmen zu können. Weil ich die Mannschaft nicht im Stich lassen will und aus Sympathie für die Spieler habe ich mich nun aber doch entschlossen, mit dabei zu sein.»   

Und der FC Aarau? Der Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum winkt drei Tage vor dem Heimspiel gegen Xamax die Chance, sich mit einem Erfolg gegen Biel auf Kosten der Neuenburger auf Rang drei zu verbessern.

Bei diesem Unterfangen fehlen allerdings die Titulare Stéphane Besle und Miguel Peralta (beide gesperrt) und Sandro Burki (Zerrung).

Die frei werdenden Plätze dürften Bruno Martignoni, Michael Perrier und Daniele Romano übernehmen.

Die bisherigen Resultate dieser Saison sprechen nicht für den FC Aarau: Es gab zwei Niederlagen (2:3, 1:3) und ein Unentschieden (1:1).

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