Für den FC Aarau ist die Niederlage gegen Vaduz nach neun Siegen und einem Unentschieden ein Dämpfer. Captain Elsad Zverotic sagt: «Wir waren klar besser als Vaduz.» Mag sein, aber «klar besser» reicht nun mal nicht immer für Erfolge. Warum haben die Aarauer im Ländle verloren? Drei Erkenntnisse aus dem Spiel in Vaduz!

1. Die Aufholjagd ist kein Selbstläufer

Die zehn Mannschaften der zweithöchsten Spielklasse spielen mit Ausnahme von Servette ziemlich auf Augenhöhe. Hinter dem Leader aus Genf ist momentan vieles möglich. Es ist also nicht so, dass der FC Aarau die Challenge League im Flug erobert. Beim Rückrunden-Auftakt mit den Erfolgen gegen Wil (3:1), Rapperswil (2:1) und Chiasso (1:0) lief vieles für die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen. In Vaduz lief vieles nicht nach Wunsch. Das Fazit: Die Aufholjagd ist für den FC Aarau kein Selbstläufer. Schönspielerei und jede Menge Ballbesitz reichen nicht, um Siege einzufahren. Die Aarauer müssen nach der Niederlage gegen Vaduz über die Bücher: Jetzt sind Tugenden wie Kampfgeist, Willensstärke, Aggressivität, Kaltblütigkeit und Cleverness gefragt.

2. Der offensive Wahnsinn als Rohrkrepierer

Der Systemwechsel von Patrick Rahmen sorgte für viel Gesprächsstoff. Statt dem gewohnten 4-2-3-1-System setzte der Trainer des FC Aarau gegen Vaduz auf ein 4-4-2. Im Spiel nach vorne war es sogar ein 4-2-4. Mit Stefan Maierhofer und Goran Karanovic war das Sturmzentrum doppelt besetzt. Diese Variante ging schief. Karanovic fühlte sich jedenfalls in dieser Konstellation nicht wohl. Er war ein Ausfall. Die Flügelstürmer Varol Tasar und Marco Schneuwly kamen viel weniger zur Geltung als in den Spielen zuvor. Folgende Frage an die Adresse von Patrick Rahmen sei erlaubt: Warum nehmen Sie einen Systemwechsel vor, wenn es in den Spielen zuvor prima gelaufen ist?

3. Zwei Neue gegen Servette

Markus Neumayr und Marco Thaler werden am Freitag gegen Servette aller Voraussicht nach für Goran Karanovic und Giuseppe Leo zum Einsatz kommen. Dass Neumayr gegen Vaduz nicht zur Startformation zählte, war überraschend. Er selbst hätte nach eigener Aussage gerne gespielt, spielte den Ball in Richtung Rahmen und sagte: «Warum ich nicht von Anfang an gespielt habe? Da müssen Sie den Trainer fragen.» Eine zweite Chance dürfte auch Marco Thaler erhalten. Der gegen Vaduz keineswegs souverän agierende Innenverteidiger Leo ist gesperrt. Erkämpft sich gegen Thaler gegen die Genfer einen Stammplatz?​