Turf
Das Formpferd Vicomte Alco gegen die arrivierten Stars

Im GP des Kantons Aargau versucht der aktuelle Shootingstar seine Siegesserie auszubauen. An Konkurrenz mangelnd es dem fünfjährigen Wallach im Aarauer Schachen aber keineswegs.

Willi Bär
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Auch dieses Wochenende wieder ein Favorit im Aarauer Schachen: Das erfahrene Pferd Oh Calin (links).

Auch dieses Wochenende wieder ein Favorit im Aarauer Schachen: Das erfahrene Pferd Oh Calin (links).

Foto Wagner

Aarau ist die Hochburg des Schweizer Hindernisrennsports. Die Jagd- und Cross-Prüfungen sind abwechslungsreich und für die Zuschauer aufgrund der Überschaubarkeit des Schachens auch gut mit zu verfolgen. Hauptereignis des zweiten Renntags ist der mit 25 000 Franken dotierte Grosse Preis des Kantons Aargau, ein Jagdrennen, in dem es auf 4200 Metern fünfzehn Hindernisse zu überwinden gilt.

Hohes Niveau in Aarau

Das Starter-Tableau ist von erlesener Qualität. Praktisch jedes der acht Pferde hat die Klasse, um auf einen Spitzenplatz zu galoppieren und zu springen. «Form schlägt Klasse» besagt eine gern und oft bemühte Turf-Weisheit. Lässt man sich von ihr leiten, geht die Favoritenrolle an Vicomte Alco. Der er erst fünfjährige Wallach hat sowohl in Fehraltorf wie auch in Dielsdorf souverän gewonnen und dabei die meisten seiner heutigen Gegner klar hinter sich gelassen. Starken Zuspruch von den Wettern dürfte mit Sicherheit auch Oh Calin erhalten. Der von Silvia Casanova gerittene Routinier hat auf dem Schachen schon oft brilliert.

Duell der Brüder Schärer

Betreut werden die beiden Favoriten von zwei Brüdern. Andreas Schärer trainiert in Dielsdorf Vicomte Alco und der etwas jüngere Philipp hält in Elgg den zwölfjährigen Oh Calin bei Laune. Angesprochen auf die Chancen ihrer Schützlinge stapeln beide tief und schieben die Favoritenrolle dem Pferd des jeweils anderen zu. Philipp Schärer: «Vicomte Alco, der in Dielsdorf sehr leicht gewonnen hat, ist für mich der klare Favorit. Die Form spricht für ihn und zudem trägt er zehn Pfund weniger als Oh Calin, was sich auf einer Distanz von mehr als vier Kilometern bemerkbar macht».

Andreas Schärer dagegen gibt zu bedenken: «Sicher, mein Pferd ist in Form und ich komme mit einem guten Gefühl nach Aarau. Doch während Vicomte Alco und sein Jockey Gaëtan Masure erstmals auf dem Schachen antreten, haben Oh Calin und Silvia Casanova schon oft bewiesen, dass ihnen diese Bahn ausgesprochen liegt. Wer am Sonntag den GP des Kantons Aargau gewinnen will, muss in erster Linie Oh Calin schlagen.»

Wenn sich zwei streiten...

Vielleicht schlägt aber auch die Stunde eines Dritten, denn an hochkarätigen Gegnern fehlt es dem Favoritenduo nicht. Cromat führt in seinem Palmarès zwölf Siege; den Letzten realisierte er vor zwei Wochen in Aarau. Shaabek und Taxi Boy folgten damals auf den Rängen zwei und drei. Blingless und Totem Flow konnten zuletzt nicht voll überzeugen, haben in Frankreich aber auf hohem Niveau reüssiert.

In den beiden Flachrennen steigt auch Sibylle Vogt in den Sattel. Die aus Leimbach stammende Rennreiterin war noch am Montag in Frauenfeld dreimal Zweite geworden. Dabei verpasste sie mit Linarda gegen den englischen Profi-Jockey Joe Fanning einen Überraschungssieg nur um Haaresbreite. Mit der Stute L’Hexagone und Thierry, der den Birmenstorfer Stall Black point vertritt, sollte sie erneut in den Kampf um die Spitzenränge eingreifen können.