Fehlstart
Das FC-Aarau-Problem: Grosse Namen garantieren keinen Erfolg

2 Spiele, 0 Punkte und ein Torverhältnis von 1:5: Der Start in die Saison 2018/19 ist dem FC Aarau missglückt. Im Heimspiel gegen Aufsteiger Kriens am nächsten Samstag gibt es nur eines: ein Sieg und drei Punkte!

Ruedi Kuhn
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Elsad Zverotic (l.) war beim FC Aarau bisher eine Enttäuschung.

Elsad Zverotic (l.) war beim FC Aarau bisher eine Enttäuschung.

Andy Müller/Freshfocus

Die Spiele gegen Servette (0:2) und gegen Winterthur (1:3) haben gezeigt: Mit Vorschusslorbeeren und erfolgreichen Testspielen kann man sich nichts kaufen. Gegen Servette zeigte die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen eine starke Leistung und verlor unglücklich. Gegen Winterthur enttäuschten Captain Gianluca Frontino und seine Mitspieler. Die zweite Halbzeit war schlecht. Nachfolgend drei Erkenntnisse aus den zwei Spielen!

Erkenntnis Nummer eins

Pech und Unvermögen - der FC Aarau war in der Startphase beider Partien überlegen, erspielte sich hochkarätige Möglichkeiten und hätte zwingend in Führung gehen müssen. Gegen Servette vergaben Varol Tasar und Norman Peyretti in den ersten zehn Minuten zwei Grosschancen. Gegen Winterthur trafen Peyretti nach drei Minuten und Frontino nach knapp einer halben Stunde jeweils die Latte. Und so kam es wie es kommen musste: Wer sie vorne nicht macht, der bekommt sie hinten.

Aaraus Trainer Patrick Rahmen und Sportchef Sandro Burki sind sichtlich unzufrieden.
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Davide Callà (Winterthur) wird von zwei Aarauern attackiert.
Aaraus Marco Schneuwly vermochte offensiv nur wenige Akzente zu setzen.
Winterthurs Davide Callà avancierte mit seinen zwei Treffern zum Mann des Spiels.
Winterthurs Gazetta im Zweikampf mit Aaraus Zverotic.
Martin Liechti (Aarau) gegen Remo Arnold (Winterthur).
Aaraus Almeida hat gegen Winterthurs Keeper das Nachsehen.
Sead Hajrovic enteilt Marco Schneuwly.
Doppeltorschütze Davide Callà lässt sich feiern.
Almeida und Markaj im Luftduell.
FC Winterthur - FC Aarau (27.07.18)
Mickael Almeida gelingt noch der Ehrentreffer.
Gezim Pepsi gegen Davide Callà.
Davide Callà erzielt das 2:0 für Winterthur.
Winterthurs maskierter Sliskovic inmitten von vier Aarauer Spielern.
Ein enervierter Patrick Rahmen an der Seitenlinie.
Aaraus Michel Perrier attackiert den ballführenden Jordan Gele.
Luka Sliskovic (Winterthur) verpasst gegen Elsad Zverotic (Aarau) und Torhüter Steven Deana (Aarau) den Winterthurer Führungstreffer.
Freistoss Gianluca Frontino (Aarau)
Mats Hammerich (Aarau) Luca Radice (Winterthur)
Norman Peyretti (Aarau) Torhüter Raphael Spiegel (Winterthur)
Holt der FC Aarau auf der Winterthurer Schützenwiese die ersten drei Punkte?

Aaraus Trainer Patrick Rahmen und Sportchef Sandro Burki sind sichtlich unzufrieden.

Andy Müller/Freshfocus

Erkenntnis Nummer zwei

Grosse Namen sind kein Erfolgsgarant - auf dem Papier hat der FC Aarau eine starke Mannschaft. Aber Namen wie Elsad Zverotic, Gianluca Frontino und Marco Schneuwly bringen nicht automatisch Siege. Nach dem Fehlstart sind keine technischen Feinheiten sondern Tugenden wie Kampfgeist, Willensstärke und Leidenschaft gefragt. Gegen Kriens geht es nicht darum, einen Schönheitspreis zu gewinnen, sondern Punkte zu holen. Wie, ist egal!

Steven Deana: Note 3,5 Muss den ersten Gegentreffer auf seine Kappe nehmen. Zwei starke Paraden, aber mit Schwächen im Herauslaufen.
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Elsad Zverotic: Note 2 Der routinierte Abwehrspieler zog einen schwarzen Abend ein. Bei den Gegentoren zum 0:1 und 0:3 stand er im Schilf.
Giuseppe Leo: Note 3,5 Er spielte in der Dreierkette im Zentrum und wirkte in seinem Abwehrverhalten wie schon gegen Servette ziemlich hölzern.
Nicolas Schindelholz: Note 4 Er steigerte sich im Vergleich zum Servette-Spiel und war der „beste“ Spieler des FC Aarau. Mit gutem Zweikampfverhalten.
Mats Hammerich: Note 3 Er konnte auf der Position des zentralen Mittelfeldspielers nicht überzeugen. Ist er unter Druck, macht er Fehler.
Raoul Giger: Note 3,5 Hatte auf der rechten Abwehrseite mit Davide Callà seine liebe Mühe. Setzte aber wenigstens einige offensive Akzente.
Gianluca Frontino: Note 3,5 Pech für ihn, dass er in der 24. Minute mit einem Freistoss aus 17 Metern nur die Latte traf. Rieb sich in vielen Zweikämpfen auf.
Norman Peyretti: keine Note Pech mit einem Lob an die Latte (3.). Musste nach 29 Minuten verletzt ausgewechselt werden. Zu kurzer Einsatz für eine Note.
Michael Perrier: Note 3,5 Er rannte sich auf der linken Seite schier die Lunge aus dem Leib. Unter dem Strich bleibt: Viel Aufwand, wenig Ertrag!
Marco Schneuwly: Note 3 Kein Tor gegen Servette, kein Tor gegen Winterthur: Der FCA-Königstransfer und Goalgetter ist bisher eine Enttäuschung.
Varol Tasar: Note 3,5 Während der ersten Halbzeit zeigte er eine ansprechende Leistung, dann aber kam gar nichts mehr.
Martin Liechti: Note 3 Der 20-jährige Mittelfeldspieler kam in der 29. Minute für den verletzten Norman Peyretti, erzielte aber keine Wirkung.
Mickael Almeida: keine Note Der Portugiese kam in der 69. Minute für Giuseppe Leo und erzielte den Ehrentreffer. Zu kurzer Einsatz für eine Note.
Gezim Pepsi: keine Note Er kam in der 78. Minute für Michael Perrier, hatte aber keine entscheidende Szene. Zu kurzer Einsatz für eine Note.

Steven Deana: Note 3,5 Muss den ersten Gegentreffer auf seine Kappe nehmen. Zwei starke Paraden, aber mit Schwächen im Herauslaufen.

zvg

Erkenntnis Nummer drei

Talent Mickael Almeida muss ran – nach den beiden Startpleiten sind nicht nur die Spieler gefordert. Gefordert ist auch Trainer Patrick Rahmen. Auf die Mannschafts-Aufstellung im Heimspiel gegen den SC Kriens am nächsten Samstag darf man gespannt sein. An einem Spieler kommt Rahmen nicht vorbei: Almeida, der bisher einzige FCA-Torschütze dieser Saison, hat eine Chance verdient. Und zwar von Beginn an!​

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