Squash
Das ewige Warten auf die Aargauer Jugend

Nachwuchsförderung im Aargau ist leichter gesagt als getan. Squash Fricktal unternimmt erste Schritte.

Tirza Gautschi
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Christoph Frey harrt aus. Boss

Christoph Frey harrt aus. Boss

Aargauer Zeitung

Es ist Donnerstagabend und im Squashzentrum Fricktal wird das Heimteam vom NLA-Zweiten, Vitis Schlieren, über den Platz gescheucht. Es wäre nicht so, dass die Aargauer technisch auf einem anderen Niveau wären – es ist ein physisches Problem. «Man sieht den Ball und kommt nicht mehr ran. Das ist frustrierend.» Christoph Frey, mehrfacher Schweizer Meister und zehn Jahre lang die Nummer 1 der Schweizer Nationalmannschaft, ist mittlerweile 48 Jahre alt und mit Squash Fricktal zurück
in der Nationalliga A. «Ich habe auch nie gedacht, dass das nochmals passiert.» Frey war dabei, als vor fast sechs Jahren der Squashclub Fricktal ins Leben gerufen wurde, vor einem Jahr gelang ihnen der Aufstieg. Was ihn dazu bewogen hat, wieder an der Spitze mitzumischen, ist die Möglichkeit, Fricktal, Squash und NLA auf einen Nenner zu bringen. «In dieser Liga können wir den Klub fördern und mehr Aufmerksamkeit auf uns ziehen. Wir wollen, dass die Leute im Fricktal wissen, dass es uns gibt.»

Die Stellung halten

Momentan krallt sich Fricktal jedoch am Schlusslichtplatz fest, einen Punkt hinter dem Team aus Cham. «Wir halten hier sozusagen die Stellung» – für den erhofften Nachwuchs. Mit den rund zwanzig Jugendlichen, die im Squashzentrum Fricktal trainieren, betreibt der Klub die (einzige) Juniorenförderung im Aargau. «Wir müssen also einen Weg finden, um nicht abzusteigen» – keine einfache Aufgabe für den einzigen NLA-Club mit einem Null-Budget und keinem ausländischen Spieler. «Wir spielen so, wie wir sind», meint Frey mit stolzem Unterton, «und abgestiegen sind wir noch lange nicht.»

Doch auch am Donnerstagabend mussten die kämpferischen Fricktaler eine 1:3-Niederlage gegen Schlieren hinnehmen. Diese mussten wegen der Verletzung von John Williams den
15-jährigen Manuel Wanner ins Spiel schicken – der das Spiel souverän in vier Sätzen gewann. «Da merkt man, dass man alt wird», kommentiert Frey mit einem wehmütigen Schmunzeln.