Angekündigt hatte es sich schon vor Wochenfrist beim ersten Bronzekampf zwischen Willisau und der Ringerstaffel Freiamt im Luzerner Hinterland. Der kleine Funke Hoffnung, den die Heimmannschaft vor dem letzten Saisonkampf noch versprühte, löste sich schon bald in Luft auf. Spätestens nach der 2:8-Niederlage von Manuel Stierli (96 kg) gegen Dominik Bossert, glaubten nur noch die kühnsten Optimisten, dass die Freiämter diese Begegnung mit dem nötigen Acht-Punkte-Vorsprung gewinnen würden.

Schon der zweite Kampf zwischen Sandro Vollenweider gegen Andreas Reichmuth (120F) liess Böses erahnen. Nach knapp fünf Kampfminuten machte der Mühlauer einen zwischenzeitlichen 0:3- und 3:5-Rückstand wett. Alles schien nun für den kämpferischen Vollenweider zu laufen. Doch wie so oft für die Murer-Truppe in dieser Saison behielt am Schluss der Gegner das bessere Ende für sich. 13 Sekunden vor der Sirene entschied eine Zweierwertung von Andreas Reichmuth den Kampf.

Von solchen Negativszenarien nicht beeinflussen liess sich Christian Huwiler (66 kg). In unnachahmlicher Manier setzte er Roger Heiniger mit zwei Dreier-Wertungen schachmatt. Mit den 4:0-Mannschaftspunkten kehrten die Hoffnungen – wenigstens für einen Tagessieg – wieder in die mit 700 Zuschauern besetzte Bachmattenhalle zurück.

Ebenfalls in blendender Verfassung präsentierte sich Yanick Klausner. Wie schon vor einer Woche brachte er den auf dem Papier übermächtigen Marco Riesen an den Rand einer Niederlage. Erst eine fragwürdige Verwarnung 34 Sekunden vor Schluss entschied die Begegnung zugunsten des Willisauers. Zu diesem Kampfrichterentscheid hatte der Leiter Spitzensport der RS Freiamt Reto Bucher nur Kopfschütteln übrig: «Dass man in einer solchen Situation die zweite Verwarnung ausspricht, war unkorrekt. Da Klausner zu diesem Zeitpunkt in Führung lag, hat uns dieser Entscheid um das Tageshighlight gebracht.» Dieser Kampf sei symptomatisch für die ganze Saison gewesen, analysierte Bucher. Es sei einfach nie so richtig rund gelaufen.

Spiegelbild der Saison

Erstmals in dieser Saison stellte sich der Trainer Thomas Murer selber auf. Sein Einsatz stand aber unter einem schlechten Stern. Kaum hatte er die angestrebte Einer-Wertung gewonnen, wirbelte ihn Stefan Reichmuth mit einer Fünferwertung durch die Luft. Murer nahm die Niederlage nach aussen hin gelassen: «Aufgrund der Personalsituation, musste ich mich heute für die Mannschaft opfern.

Eigentlich rechnete ich mit einer 1:3-Niederlage. Zum 17:25-Ausgang dieses Kampfes wählte er deutliche Worte: «Das war eine Klatsche. Wir haben Kämpfe verloren, die wir hätten gewinnen müssen.» Auch er war wie Reto Bucher der Meinung, dass dieser Kampf die gesamte Saison widerspiegle. Dabei meinte er mangelndes Glück, Unerfahrenheit und verletzungsbedingte Ausfälle.