Das ist Ironie des Schicksals: Am Dienstag nimmt Hans Aemisegger als Präsident des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) den Hut. Gleichzeitig lässt Jürg Widmer bei einem Anwalt in Zürich abklären, ob er nach der turbulenten Absetzung als Projektleiter von «Kicker Talents» eine Chance auf Schadenersatz hat.

Der Reihe nach: Aemisegger und Widmer waren Freunde. Im Herbst 2017 hatten sie die Idee, im Aargauer Nachwuchsbereich Akzente zu setzen und etwas Sinnvolles zum Wohl des Junioren-Spitzenfussballs zu machen. Sie hoben gemeinsam das Projekt «Kicker Talents» aus der Taufe. Für Aemisegger war klar: Für den Posten des Projektleiters dieses Nachwuchsprojekts ist keiner besser geeignet als Widmer.

Widmer war Feuer und Flamme. Er war Leiter, Trainer und Scout in Personalunion und beschäftigte sich Tag und Nacht mit «Kicker Talents». Als Trainer kümmerte er sich vor allem um die Auswahl mit den talentiertesten Junioren, die FE 13.

Kaum Chance auf Schadenersatz

Um dem umfassenden Auftrag gerecht zu werden, wollte Widmer den AFV-Mitarbeiter Marc Grütter als Assistenztrainer ins Boot holen. Vorstandsmitglied Maurice Besson gab dazu in seiner Funktion als Präsident der Technischen Kommission seinen Segen. Alles klar? Nein! Denn Aemisegger legte sein Veto ein.

Am 13. November 2018 kam es zum Knall. Ein emotionsgeladener Widmer schmiss den Bettel hin, entschuldigte sich kurze Zeit später aber für sein Verhalten und hätte gerne weitergemacht. Für Aemisegger war das Tuch zwischen ihm und seinem früheren Busenfreund zerschnitten. Am 14. Januar wurde Widmer definitiv raus geschmissen.

Weil er keinen schriftlichen Vertrag hatte und nur auf Mandatsbasis arbeitete, hat er kaum eine Chance auf Schadenersatz. Das erfährt er bei seinem Anwaltstermin am Dienstag in Zürich.
Als Sieger kann sich Widmer dennoch fühlen. Schon vor Wochen sagte er: «Zum Wohl des Aargauer Fussballs würde ein neuer Präsident guttun.»