Mit dem 17. Teil am Freitag geht die Serie über den FC Wohlen zu Ende. Für die zahlreichen positiven Reaktionen aus dem Umfeld des Vereins möchte ich mich bedanken. Die Kritik, dass dem Freiämter Challenge-Ligisten von Februar bis Mai dieses Jahres zu viel Platz eingeräumt wurde, nehme ich entgegen. Aber die Erfolgsstory des FC Wohlen in der Zeit von 2002 bis 2018 war etwas Besonderes und verdient zweifellos eine entsprechende Würdigung.

Eine Zahl ist besonders interessant: Zählt man das Interimsduo Pius Fischbach/Emilio Munera dazu, hat der FC Wohlen während der 16-jährigen Zugehörigkeit zur Challenge League exakt 16 Trainer verschlissen. Macht nach Adam Riese ein Trainer pro Jahr. Die beiden Erfolgstrainer heissen Martin Rueda und Ciriaco Sforza. Raimondo Ponte, René Erlachner, Livio Bordoli, Urs Schönenberger, Adrian Kunz und David Sesa wurden entlassen.

Für viel Gesprächsstoff sorgte der «Fall Wellington». Er ist quasi der schwarze Fleck im Reinheft des FC Wohlen. Der brasilianische Verteidiger erhielt auf die Saison 2013/14 einen Doppelvertrag. Einen Vertrag mit einem Lohn von 3000, einen andern Vertrag mit einem Lohn von 3800 Franken.

Als die leidige Sache dank einem Exklusivbericht der «Aargauer Zeitung» aufflog, kam es zu einer Schlammschlacht, die sich bis in den Frühling 2015 hineinzog. Die beiden Ehrenpräsidenten Andy Wyder und René Meier und Geschäftsführer Urs Bächer mussten sich vor dem Bezirksgericht Bremgarten verantworten. Für das Trio begann eine neue Zeitrechnung.

Beim Recherchieren der vielen Geschichten rund um den FC Wohlen ist mir eines aufgefallen: In früheren Jahren war es leichter, an Informationen heranzukommen. In den guten alten Zeiten hatten Funktionäre, Spieler und Fans weniger Angst, aus dem Nähkästchen zu plaudern oder mal was Deftiges zu sagen. Heute ist das anders.

Heute wird in Gesprächen und während Interviews jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Immer wieder bekommt man Sätze wie «Das darfst Du nicht schreiben» oder «Was ich Dir jetzt gesagt habe, ist vertraulich» zu hören.

Glücklicherweise gibt es im Umfeld des FC Wohlen nach wie vor kleine, ja grosse Plaudertaschen. Ohne sie wäre die 17-teilige Serie nicht zustande gekommen. Die Namen der Informanten werden nicht verraten. Sie bleiben geheim. Für immer und ewig.