Bei der offiziellen Premiere des Eidgenössischen Nachwuchs-Schwingertages 2006 in Interlaken ernteten die damaligen vier Jahrgangssieger über die Schwingerfamilie hinaus wenig Aufmerksamkeit. Doch vier Jahre später katapultierte sich einer aus diesem Quartett ins Rampenlicht: Kilian Wenger schnappte sich in Frauenfeld den Schwingerkönigstitel.

Darauf basiert der Slogan in Aarburg: „Treffpunkt künftiger Könige.“ Je 50 Schwinger der Jahrgänge 1998, 1999 und 2000 kämpfen um je einen Lebendpreis und die begehrten eidgenössischen Doppelzweige. Wer weiss, vielleicht gehören die drei Sieger schon bald zu den Königsanwärtern.

Zweitägiger Anlass

Der Wettkampf findet am Sonntag, 30. August, in der Schwingerarena auf der Sportwiese beim Schwimmbad Aarburg statt. Am Vortag sorgt der traditionelle Niklaus-Thut-Schwinget in derselben Arena für den stimmigen Auftakt. Im Festzelt steigt danach der grosse Super-5-Kampf mit Spitzenschwingern aus der ganzen Schweiz.

Im Mittelpunkt steht jedoch der 4. Eidgenössische Nachwuchs-Schwingertag am Sonntag ab 8.15 Uhr. Das grosse Zugpferd unter den 150 Teilnehmern ist Samuel Giger. Der 17-jährige Thurgauer hat über die Nordostschweiz hinaus für Aufsehen gesorgt. Er gewann seit dem letztjährigen Einstieg bei den „Grossen“ bereits Bergfest- und Teilverbandskränze. Als vorläufigen Höhepunkt feierte er vor kurzem am Schaffhauser „Kantonalen“ seinen ersten Kranzfestsieg.

Er ist im Jahrgang 1998 haushoher Favorit, weil sich in den letzten zwei Wochen die Nordwestschweizer Michael Bächli und Janic Voggensberger verletzt haben. Dennoch verbleiben nebst Giger noch sechs weitere Kranzschwinger.

Solche fehlen beim Jahrgang 1999, obwohl die 16-jährigen Nachwuchsschwinger seit diesem Jahr an den Kranzfesten dabei sind. Am stärksten einzuschätzen sind hier die Berner und Innerschweizer. Bleibt der Hinweis, dass Kilian Wengers Bruder Marcel zum Team der Berner gehört.

Aargauer Mitfavorit bei den Jüngsten

Das 50-köpfige Feld des Jahrgangs 2000 steht im Zeichen eines „Zweikampfes“ zwischen dem Aargauer Favoriten Lukas Döbeli und einem starken Berner Team. Döbeli gewann in der Nordwestschweiz in dieser Saison alle Feste mit sechs Siegen. Doch gegen die jungen „Mutzen“ wird ihm das Siegen vermutlich schwerer fallen. Aber auch die Südwestschweizer stellen mit Grégoire Loup einen Seriensieger, der zumindest als Mitfavorit zu bezeichnen ist.

Das Organisationskomitee unter der Leitung von Aarburgs Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär hat in dreijähriger Vorbereitung alle Vorkehrungen für ein würdiges, stimmungsvolles kleines „Eidgenössisches“ getroffen. Die Schwingerarena mit je zwei gedeckten und ungedeckten Tribünen bietet Platz für 4000 Zuschauer. Aufgrund des Vorverkaufs ist mit einer vollbesetzten Arena zu rechnen. Die gedeckten Sitzplätze sind bereits alle verkauft. Im Einsatz stehen werden über 300 Helfer.

Hoher Stellenwert

Der Eidgenössische Nachwuchs-Schwingertag hat seit seiner Lancierung vor neun Jahren einen zunehmend höheren Stellenwert erhalten. In diesem Jahr sorgten an den grossen Schwingfesten der 19-jährige Remo Käser und der 18-jährige Joel Wicki für Aufsehen. Beide gewannen ihre Altersklassse vor drei Jahren in Hasle. Durch die frühen Erfolge von Samuel Giger ist das Interesse am kleinen „Eidgenössischen“ weiter angestiegen. Wenn die Entwicklung des 17-jährigen Thurgauers anhält, gehört er zusammen mit Käser und Wicki vielleicht gar zum erweiterten Kreis der Königsanwärter 2016 in Estavayer-le-Lac.

Zahlreiche „Böse“ sorgen am Vorabend beim Super-5-Kampf für Unterhaltung. Das Aargauer Team mit Christoph Bieri, Nick Alpiger und Lokalmatador Patrick Räbmatter trifft auf Schwingergrössen wie Bruno Gisler, Benji von Ah, Andi Imhof, Florian Gnägi oder Unspunnen-Sieger Daniel Bösch. Moderator im Festzelt ist Speakerlegende Dagobert Cahannes, unter anderem bekannt von den Eidgenössischen Schwingfesten.