Rückblick

Das Aargauer Sportjahr in Bildern: Aufstiegshelden, Weltmeisterinnen und ein König

Triumphe, Tränen und spezielle Ereignisse: Die Sportlerinnen und Sportler des Kantons Aargau sorgten in den letzten zwölf Monate mehrmals für grosse Emotionen. Ein (unvollständiger) Rückblick auf das Sportjahr 2019.

Nick Alpiger

Es ist der Tag, an dem «ich den Löwen aus der Höhle gelockt habe», sagt Nick Alpiger. Er gewinnt am 7. Juli das Innerschweizerische Fest. Gewinnt in der Hochburg des Schwingens. Mit Tränen in den Augen sagt er nach dem gewonnen Schlussgang: «Das schlägt aus der Norm, das geht doch eigentlich gar nicht!» Und meint damit, dass ein Schwinger aus der kleinen Nordwestschweiz im Epizentrum dieses Sports gewinnt. Es ist damit endgültig im Kreis der ganz «Bösen» im Land angekommen. Doch eine Verletzung zwei Wochen später verhindert, dass er seine Form für das Eidgenössische konserviert. Die Teilnahme schafft er trotzdem und bodigt im Anschwingen mit Samuel Giger einen der meistgenannten Favoriten. (mpr)

Ein Triumph für die Ewigkeit: Nick Alpiger ist nach seinem Sieg am Innerschweizerische Fest endgültig im Kreis der ganz «Bösen» im Land angekommen.

Ein Triumph für die Ewigkeit: Nick Alpiger ist nach seinem Sieg am Innerschweizerische Fest endgültig im Kreis der ganz «Bösen» im Land angekommen.

Curling Club Aarau

Dramatischer kann man nicht Weltmeister werden! Die Schweizerinnen, vertreten durch den Curling Club Aarau, trieben es im März an den Titelkämpfen in Silkeborg (Dänemark) punkto Spannung auf die Spitze. Im Viertelfinal gegen China (7:6) und im Halbfinal gegen Südkorea (5:3 nach Zusatzend) setzten sich die Aarauerinnen erst jeweils mit dem allerletzten Stein durch. Im Final wurde es dann wieder ultraspannend, doch die Schweizer Frauen behielten auch gegen die klar favorisierten Schwedinnen mit 8:7 nach Zusatzend das bessere Ende für sich. «Ich kann gar nicht beschreiben, was in mir vorgeht. Man arbeitet sein Leben lang für so ein Spiel», beschrieb der überglückliche Skip Silvana Tirinzoni (im Bild die zweite von rechts) nach dem Spiel ihre Gefühle. (ku)

«Man arbeitet sein Leben lang für so ein Spiel», sagte der überglückliche Skip Silvana Tirinzoni nach dem WM-Titel.

«Man arbeitet sein Leben lang für so ein Spiel», sagte der überglückliche Skip Silvana Tirinzoni nach dem WM-Titel.

Jérôme Kym

Jérôme Kym (Möhlin) wurde im Februar in Biel zum jüngsten Davis-Cup-Spieler, den die Schweiz je eingesetzt hat. Wenige Tage vor seinem 16. Geburtstag debütierte der Fricktaler überraschend in der Partie gegen die Russen. An der Seite von Henri Laaksonen zeigte er im Doppel eine erstaunlich abgeklärte Leistung und hatte vor allem dank seinen starken Aufschlagspielen massgeblich Anteil daran, dass die Schweizer beim 4:6, 6:3, 7:6 gegen das russische Doppel Andrej
Rublew/Jewgeni Donskoi ihren ersten Punkt verbuchten. Jérôme Kym löste damit Heinz Günthardt ab im nationalen «Youngster-Ranking». Der heutige SRF-Experte war zuvor mit 16 Jahren und 244 Tagen jüngster Schweizer Davis-Cup-Spieler gewesen. (ku)

Jérôme Kym löste im nationalen Ranking Heinz Günthardt ab: Mit fast sechzehn Jahren ist er mittlerweile der jüngste Schweizer Davis-Cup-Spieler.

Jérôme Kym löste im nationalen Ranking Heinz Günthardt ab: Mit fast sechzehn Jahren ist er mittlerweile der jüngste Schweizer Davis-Cup-Spieler.

Loris Benito

Obwohl er am Tag danach mit den Young Boys auf den FC Sion traf, war Fussballer Loris Benito am 1. März persönlich an der Sport-Gala 2019 in Untersiggenthal anwesend und nahm sich Zeit für seinen Heimatkanton. Mit gutem Grund: Er durfte die Ehrung als Aargauer Sportler des Jahres entgegennehmen. «Ich bin stolz über diese Auszeichnung und es freut mich sehr, dass ich den Kanton Aargau als Sportler des Jahres 2018 vertreten darf. Ich bin der einzige Aargauer im Meisterteam der Young Boys und vertrete dort meine Heimat mit Stolz», sagte der sichtlich stolze Hunzenschwiler nach der Übergabe der Auszeichnung. (az)

Fussballer Loris Benito wurde Anfang Jahr an der Sport-Gala in Untersiggenthal als Aargauer Sportler des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Fussballer Loris Benito wurde Anfang Jahr an der Sport-Gala in Untersiggenthal als Aargauer Sportler des Jahres 2019 ausgezeichnet.

FC Aarau

Mehr Hollywood geht nicht! Erst der Horror-Start in die Saison mit sechs Niederlagen in Serie, gefolgt von der wundersamen Aufholjagd auf Rang 2 – Barrage! Was in den zwei Spielen gegen Xamax abgeht, übertrifft alle Vorstellungen: Aarau gewinnt auswärts 4:0, stellt bereits den Champagner kalt – und dann ist im Rückspiel nach 72 Minuten der Vorsprung dahin. Im Penaltyschiessen verschiesst Elsad Zverotic. Der FCA-Captain (im Bild) bricht zusammen, als am 2. Juni 2019 das Unvorstellbare Tatsache ist: «Dieser Tag wird mich ein Leben lang begleiten, aber was passiert ist, macht mich umso entschlossener, mit Aarau irgendwann aufzusteigen.» (wen)

Ein Krimi, den es bei dieser Ausgangslage eigentlich gar nicht hätte geben dürfen: Im Barragerückspiel gegen Xamax kommt es zum Penaltyschiessen, FCA-Kapitän Elsad Zverotic (2.v.l.) patzt.

Ein Krimi, den es bei dieser Ausgangslage eigentlich gar nicht hätte geben dürfen: Im Barragerückspiel gegen Xamax kommt es zum Penaltyschiessen, FCA-Kapitän Elsad Zverotic (2.v.l.) patzt.

TV Endingen

Der TV Endingen wird seinem Ruf als «Liftmannschaft» einmal mehr gerecht. Nur ein Jahr nach dem Abstieg feiern die Surbtaler am 18. Mai 2019 den direkten Wiederaufstieg in die NLA. Unter der Führung von Trainer Zoltan Majeri verloren die Endinger während der gesamten Saison gerade einmal zwei Partien. Im NLB-Playofffinal sicherten sich Captain Christian Riechsteiner und Co. den Aufstieg gegen das Zweitplatzierte Stäfa mit 3:0 Siegen. Trotzdem flossen am Tag des Aufstiegs nicht nur Freudentränen. Denn kurz vor Beginn des Playofffinals war TVE-Torhütertrainer Martin Pauli nach langer Krankheit verstorben. «Wir sind für ihn aufgestiegen!», sagte ein emotionaler und aufgewühlter Riechsteiner. (dfs)

Viele Siege und nur zwei Niederlagen - ein Jahr nach dem Abstieg feiert der TV Endingen fulminant den direkten Wiederaufstieg in die NLA.

Viele Siege und nur zwei Niederlagen - ein Jahr nach dem Abstieg feiert der TV Endingen fulminant den direkten Wiederaufstieg in die NLA.

Oliver Hegi

Ein Eidgenössisches Turnfest zu Hause ist ein Highlight für jede Turnerin und jeden Turner. Aber vor Freunden und Familie, nur einige Autominuten vom Elternhaus in Schafisheim entfernt, zum König aller Turner zu werden, ist einmalig: Oliver Hegi hat genau das geschafft. In der Keba in Aarau gewinnt der Europameister am Reck (2018) den Wettkampf der Kunstturner und wird zum Turnfestsieger. Danach sagt er: «Ich bin am Eidgenössischen schon zweimal gescheitert, jetzt ist es aufgegangen, und darauf bin ich extrem stolz.» Den 15. Juni wird er fortan in Erinnerung behalten. Als Tag, an dem er zum König gekrönt wurde. (mpr)

Ein Eidgenössisches Turnfest zu Hause ist ein Highlight für jede Turnerin und jeden Turner: Oliver Hegi krönte sich dabei zugleich auch noch zum König.

Ein Eidgenössisches Turnfest zu Hause ist ein Highlight für jede Turnerin und jeden Turner: Oliver Hegi krönte sich dabei zugleich auch noch zum König.

FC Klingnau

Am 8. Juni um 18.46 Uhr ist es soweit: Schiedsrichter Alessandro Cucco beendete die Partie auf dem Sportplatz Wilmatten in Lenzburg und aufseiten des FC Klingnau brachen alle Dämme. Die Städtli-Kicker feierten dank zehn Siegen in den letzten elf Spielen doch noch den kaum mehr für möglich gehaltenen Aufstieg in die 2. Liga Inter und den Titel des Aargauer Fussballmeisters. Dies, nachdem sie nach zwei Rückrundenspielen bereits zehn Punkte hinter dem FC Kölliken lagen. Doch genau diesen Köllikern ging auf der Zielgeraden die Luft aus. Sie verloren auch das letzte Spiel – notabene gegen den bereits als Absteiger feststehenden FC Aarau II – gleich mit 1:5! Die Klingnauer Spieler besammelten sich nach Spielschluss in einem Kreis, als Assistenztrainer Goran Duvnjak zu seinen Jungs sagte: «Wir sind unsterblich!» (acr)

Als der FC Klingnau den kaum möglich gehaltenen Aufstieg in die 2. Liga inter realisiert, brechen alle Dämme. «Wir sind unsterblich!», sagt Assistenztrainer Goran Duvnjak zu seinen Jungs.

Als der FC Klingnau den kaum möglich gehaltenen Aufstieg in die 2. Liga inter realisiert, brechen alle Dämme. «Wir sind unsterblich!», sagt Assistenztrainer Goran Duvnjak zu seinen Jungs.

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