Etwas unentschlossen nippte Hauswirth nach dem 1:1 gegen den  hinter der Brügglifeld-Tribüne beim Bierstand an seinem Becher Gerstensaft. Soll er nun enttäuscht sein über die magere Vorstellung des FCA, oder froh, dass Barrage-Konkurrent Lausanne gegen Schaffhausen auch nur ein Unentschieden schaffte?

Vielen FCA-Aficionados schien es gleich zu gehen. Hochstimmung wollte beim Umtrunk nach dem Spiel nicht aufkommen. Hauswirth sichtete vor dem Tribünen-Eingang einige bekannte Gesichter.

YB-Trainer Gerry Seoane, zwischen 2002 und 2004 Spieler beim FCA, war gekommen, um die beiden YB-Leihspieler Linus Obexer und Nicolas Bürgy am Ball zu sehen. Auch YB-Verteidiger Loris Benito stattete seinem alten Verein einen Besuch ab; das ist für ihn ohnehin ein Familientreffen. Seine Mutter Mariluz arbeitet seit einigen Wochen auf der Geschäftsstelle des FC Aarau.

Erstaunt war Hauswirth aber, dass ihm gar ein Nationaltrainer mit FCA-Vergangenheit über den Weg lief – Fritz Schmid. Er arbeitete nur eine Saison als Assistent im Brügglifeld (1998/99), erlebte aber eine turbulente Zeit mit drei Chefs: Zuerst Trainer Martin Trümpler, nach dessen Entlassung Interimstrainer Fredy Strasser und danach noch Jochen Dries.

Schmid war danach jahrelanger Assistent von Christian Gross beim FC Basel und später bei Marcel Koller bei der österreichischen Nationalmannschaft. Seit Anfang 2018 ist er Nationalcoach von Neuseeland. Allerdings liess er im Gespräch mit Hauswirth durchblicken, dass er womöglich frühzeitig aus dem Vertrag aussteigen wird.

Hauswirth aber hatte eine andere Frage. Wie geht es Wynton Rufer? Der mittlerweile 56-jährige «Kiwi» mit Schweizer Pass hatte Anfang des Jahres einen Herzinfarkt erlitten. Für Hauswirth ist der spätere Fussballer Ozeaniens der beste Stürmer, der je beim FC Aarau gespielt hat. «Er erholt sich gut», antwortete Schmid. «Ich habe ihm ein Sprungseil geschenkt, damit er wieder fit wird.»

Auf dem Heimweg kam Hauswirth ins Sinnieren. Auch wenn der FCA schlecht spielt, das Brügglifeld birgt viele kleine Geschichten.