Challenge League
Dank Mini-Sieg gegen Rapperswil: Der FC Aarau steht in der Barrage gegen Xamax!

Es ist vollbracht. Der FC Aarau qualifiziert sich mit einem 1:0-Heimsieg gegen den FC Rapperswil-Jona vor der Rekordkulisse von 6'958 Zuschauern für die Barrage gegen Neuchâtel Xamax. Zugleich muss Rappi aufgrund dieser Niederlage aus der Challenge League absteigen.

Sebastian Wendel
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Grosser Stürmer erfordern besondere Interview-Massnahmen - Matchwinner S...
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Trainer Rahmen und Präsident Schmid nach dem Schlusspfiff (1)
Dehnen am Tag nach der Barrage-Qualifikation
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Ekstase im Brügglifeld.
Der FC Aarau steht in der Barrage.
Gegen Rapperswil gewinnt der FCA mit 1:0.
Der goldene Treffer von Stefan Maierhofer in der 64. Minute.
Zverotic und Misic jubeln mit dem Torschützen.
Patrick Rahmen feiert mit.
Der Trainer hat erheblichen Anteil am Aarau-Erfolg.
In Lausanne verfolgen die Spieler den Aarau-Match.
Der FC Aarau bleibt in der ersten Halbzeit torlos.
Wirklich gefährlich werden die Aarauer aber nicht.
Markus Neumayr muss in der ersten Halbzeit verletzt raus.
Raoul Giger (l.) versucht, Egzon Shabani vom Ball zu trennen.
Maren Haile-Selassie (l.) ist vor Nicolas Schindelholz am Ball.
Elsad Zverotic (r.) gegen Stephane Nater.
Es ist angerichtet im Brügglifeld.
Die Fan-Choreo vor dem Anpfiff im randvollen Brügglifeld-Stadion.
Der Zuschaueraufmarsch ist gross.
Grossaufmarsch im Brügglifeld.
Der FC Aarau ist noch einen Sieg von der Barrage entfernt.

Grosser Stürmer erfordern besondere Interview-Massnahmen - Matchwinner S...

AZ

Und wer ist jetzt der Held? Zur Auswahl stehen: Stefan Maierhofer, der 36-jährige Österreicher, der mit seinem elften Saisontor dem FC Aarau die Tür zur Barrage aufgestossen hat. Oder Trainer Patrick Rahmen, der in den Stunden vor dem Spiel das richtige Näschen hat und Maierhofer statt Goran Karanovic in die Startelf stellt.

Oder ist der Held der Fussballgott, der scheinbar wollte, dass der FC Aarau die Aufstiegsspiele erreicht – wie anders ist zu erklären, dass in der letzten (!) Sekunde der Rapperswiler Merlin Hadzi aus vier Metern, freistehend, den Ball in die Zuschauer drischt und damit Aarau in der Barrage hält und den Abstieg seiner Mannschaft besiegelt?

Gänsehaut-Atmosphäre vor dem Anpfiff

6958 Zuschauer im Brügglifeld. Nur wer dabei gewesen ist, kann nachempfinden, was sich in diesen denkwürdigen 97 Minuten abgespielt hat. Der Beginn ist schnell erzählt: Gänsehaut-Atmosphäre schon lange vor dem Anpfiff, Dichtestress auf den Stehplätzen und mittendrin ein riesiges Banner mit der Aufschrift «Uf und devo – vollendet das Märli».

Doch das Heimteam tut sich gegen tief stehende Rapperswiler lange schwer und muss sich nach der ersten Halbzeit bei Goalie Djordje Nikolic bedanken, eine weitere grosse Figur am 117. Geburtstag des FC Aarau, dass es zur Pause 0:0 steht.

Zverotic trifft nur den Pfosten

145 Kilometer südwestlich, auf der «Pontaise», führt Lausanne zu diesem Zeitpunkt 5:1 gegen Vaduz (Endstand 6:2), was bedeutet: Die letzte Halbzeit der regulären Saison wird zum grossen Charaktertest für den FC Aarau, er muss gewinnen. Vor dem Wiederanpfiff dröhnt «You’ll never walk alone» aus den Boxen, die Fussballhymne trieft vor Geschichte – passender gehts nicht. Denn was dann passiert, geht in die Annalen ein.

Nach 56 Minuten schiesst FCA-Captain Elsad Zverotic an den Pfosten. In der Szene bricht sich Rappi-Goalie Diego Yanz einen Finger. Für ihn wird Lars Hunn eingewechselt. Ausgerechnet er: Am Samstag ist er 20 Jahre alt geworden, er gehört vertraglich dem FC Aarau und ist nach Rapperswil ausgeliehen. Unmenschlich – der Druck auf Hunn: Hält er seinen Kasten sauber, versaut er «seinem» FC Aarau die Barrage. Lässt er sich bezwingen, sind die Rufe aus Lausanne sofort da, Hunn habe mit Absicht danebengegriffen.

Symbolfigur der Aarauer Wiedergeburt

Zehn Minuten später steht es 1:0 für Aarau. Stefan Maierhofer trifft. Hunn ist chancenlos, aber Hunn ist halt auch zwölf Zentimeter kleiner als der ausgeschiedene Diego Yanz, der mit seinen 1,94m Körpergrösse den Kopfball eher über die Latte gelenkt hätte.

Doch zum Held des Tages – zu Stefan Maierhofer: Am 11. September 2018 wechselt er zum FC Aarau, in den Vertrag lässt er sich eine Aufstiegsprämie schreiben. Verrückt, aber typisch «Major», der damals sagt: «Ich bin überzeugt, dass wir da unten rauskommen und Grosses erreichen können.»

Interviews mit Stefan Maierhofer und Cheftrainer Patrick Rahmen:

Mit seiner direkten und erfrischenden Art reisst er die Teamkollegen mit, er schiesst bis zur Winterpause sieben Tore und wird zur Symbolfigur der Aarauer Wiedergeburt. Im letzten Saisonviertel verliert Maierhofer den Stammplatz an Karanovic. Doch im alles entscheidenden Spiel gegen Rapperswil-Jona setzt Trainer Rahmen wieder auf den Routinier – und der liebt solche Affichen. Nervenflattern? Für Maierhofer ein Fremdwort. Er liebt Alles-oder-Nichts-Situationen. Er sagt: «Die Geilheit macht es aus. Wenn wir die in der Barrage gegen Xamax auf den Platz bringen, haben wir gute Chancen auf den Aufstieg.»

Telegramm

FC Aarau - FC Rapperswil-Jona 1:0 (0:0)

Brügglifeld. - 6'958 Zuschauer. - SR: Fähndrich. - Tor: 65. Maierhofer (Schneuwly) 1:0.

Aarau: Nikolic; Giger, Bürgy, Schindelholz, Obexer; Tasar (86. Leo), Jäckle, Zverotic, Schneuwly (77. Frontino); Neumayr (18. Misic); Maierhofer (77. Karanovic).

Rapperswil-Jona: Yanz (60. Hunn); Schmied, Kllokoqi, Simani; Güntensperger (83. Pasquarelli), Kubli, Nater, Teixeira; Haile-Selassie, Turkes, Shabani (70. Hadzi).

Bemerkungen: Aarau ohne Peralta (verletzt), Almeida, Alounga, Hammerich, Liechti, Mehidic, Peyretti und Rossini (alle nicht im Aufgebot). Rapperswil-Jona ohne Thiesson (gesperrt), Vranjes (krank), Ciccone, Frick, Rexhepi, Zenuni (alle verletzt), Eberle, Festic, Marinkovic und Truniger (alle nicht im Aufgebot). - 18. Neumayr verletzt ausgeschieden. 56. Pfostenschuss Zverotic. 60. Yanz verletzt ausgeschieden. - Verwarnung: 13. Schindelholz (Foulspiel), 20. Kllokoqi (Unsportlichkeit), 20. Jäckle (Foulspiel), 27. Simani (Unsportlichkeit), 45. Kubli, 55. Schneuwly, 82. Schmied (alle Foulspiel).

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