Challenge League

Dank Miguel Peralta holt der FC Aarau zumindest einen Punkt in Wil

Miguel Peralta war in Wil für den FC Aarau ein sicherer Wert.

Miguel Peralta war in Wil für den FC Aarau ein sicherer Wert.

Ein Torfestival im Spitzenkampf: Der FC Wil und der FC Aarau trennen sich 3:3. Bitter für den FCA ist, dass er eine 2:0-Führung aus der Hand gab. Zwischenzeitlich lagen gar die Hausherren mit 3:2 in Front. Zoran Josipovic glich für den FC Aarau in der Nachspielzeit aus.

Auf eine solche Schlussphase hätte in der 60. Minute wohl niemand auch nur einen Franken gewettet. 2:0 führte der FC Aarau zu diesem Zeitpunkt nach Toren von Daniele Romano (6.) und Carlinhos (47.) auswärts beim Tabellenzweiten FC Wil. Nichts deutete darauf hin, dass die Gäste noch einmal ernsthaft Gefahr laufen könnten, den Sieg aus der Hand zu geben.



Und doch kam es so weit. Dem FCA drohte zum Ende gar eine ärgerliche Niederlage, weil die Wiler das Spiel dank drei Toren zwischen der 68. und der 87. Minute – das 2:2 fiel durch einen Foulpenalty – gedreht hatten. Zoran Josipovic war es schliesslich, der den Aarauern in der Nachspielzeit (91.) mit dem Treffer zum 3:3-Endstand noch einen Punkt rettete.
FC Wil - FC Aarau 3:3 (13.05.2016) Stimmen zum Spiel

FC Wil - FC Aarau 3:3 (13.05.2016) Stimmen zum Spiel

Interviews mit Daniele Romano und Cheftrainer Marco Schällibaum

Massgeblichen Anteil am Ausgang der Partie hatte Miguel Peralta, der sowohl das zweite, als auch das dritte FCA-Tor mustergültig vorbereitete. Entsprechend enttäuscht war der 20-Jährige mit spanischen, kroatischen und venezolanischen Wurzeln, dass es seinem Team nicht zum Sieg reichte. «Das darf uns nicht passieren. Wir hatten die Partie im Griff und liessen uns dann doch noch einmal in Bedrängnis bringen», sagte Peralta.

Seinen Anteil am Punktgewinn mochte er trotz der auffälligen Leistung nicht überbewerten: «Bevor ich eine Torvorlage geben kann, muss der Ball auch immer zu mir kommen. Deshalb ist es der Verdienst der gesamten Mannschaft.» Damit hat der rechte Flügel natürlich recht – und trotzdem spricht die Statistik eine deutliche Sprache: 9 Assists hat sich Peralta in seinen bisher 14 Challenge-League-Einsätzen für den FCA gutschreiben lassen. Das ist der mit Abstand beste Wert im Team.

Peralta wartet noch aufs erste Tor

«Das macht mich natürlich stolz. Aber meine Gedanken sind schon einen Schritt weiter: Ich habe noch kein Tor erzielt, das ist das nächste Ziel», sagt er mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Und die Chance dazu hat er sich auch gestern Abend in der IGP Arena erarbeitet: Es lief die 20. Minute, als Peralta tief in der eigenen Platzhälfte einen Pass abfing.

Mit einem Sprint über 70, 80 Meter liess er alle Gegenspieler stehen und scheiterte erst, als er Wil-Goalie Patrick Drewes den Ball an die Brust statt ins Netz hämmerte. «Mir fehlt noch etwas die Ruhe vor dem Tor, aber daran arbeite ich. Wenn der erste Ball rein geht, ist der Knopf hoffentlich offen.»

Peraltas Rückkehr auf die frühere Position

Dass Peralta von FCA-Trainer Marco Schällibaum zum rechten Flügel umfunktioniert wurde, kommt nicht von ungefähr. Denn vor seiner Zeit beim FC Baden, wo er fast ausschliesslich als rechter Aussenverteidiger zum Einsatz kam, hatte Peralta bei den Junioren meist als Flügel gespielt. Für ihn ist die Etablierung beim FCA also auch eine Rückkehr auf seine angestammte Position. «Ich fühle mich sehr wohl als Flügel. Aber im Endeffekt versuche ich einfach auf der Position, auf der mich der Trainer aufstellt, mein Bestes zu geben», sagt er bescheiden.

Peralta darf getrost als Sinnbild des FCA-Aufschwungs in der Rückrunde bezeichnet werden. Der 20-Jährige entwickelte sich seit seinem Pflichtspieldebüt im vergangenen Dezember zum unbestrittenen Stammspieler. Zuvor hatten ihn zwei schwere Knieverletzungen während anderthalb Jahren am ersten Einsatz für den FC Aarau gehindert. «Nach meiner langen Verletzungspause konnte ich nicht damit rechnen, dass es mir so gut laufen würde. Aber die Mannschaft hat mich sofort und hervorragend integriert. Das hat mir sehr geholfen», zieht Peralta Bilanz.

Wie auf die hektische Schlussphase im gestrigen Spiel hätte wohl auch auf diese Entwicklung Peraltas vor der Rückrunde kaum jemand viel Geld gewettet.

Wil - Aarau 3:3 (0:1)

IGP Arena, Wil. – 870 Zuschauer. – SR Al-Marri (Katar). – Tore: 6. Romano 0:1. 47. Carlinhos 0:2. 68. Koller 1:2. 84. Audino (Foulpenalty) 2:2. 87. Roux 3:2. 91. Josipovic 3:3.

Wil: Drewes; Keller, Ramos, Ajeti, Schäppi; Audino, Söylemezgiller, Lombardi (59. Gjoshi), Koller (79. Huber); Nobre (55. Yilmaz), Roux.

Aarau: Deana; Martignoni, Garat, Nganga, Perrier; Jäckle; Peralta, Romano (76. Radice); Carlinhos; Josipovic (94. Hammerich), Rossini (76. Lieder).

Bemerkungen: Wil ohne Taipi (gesperrt), Berisa, Fazli, Goncalves, Korkmaz, Maroufi, Spielmann, Stadelmann und Vonlanthen (alle verletzt). Aarau ohne Burki, Russo, Thaler und Besle (alle verletzt). 68. Pfostenschuss Gjoshi. 94. Hammerich kommt zu seinem Pflichtspiel-Debüt für den FC Aarau. – Verwarnungen: 28. Lombardi (Foul). 36. Ramos (Foul). 42. Romano (Foul).

Spiel verpasst? Der Spielverlauf zum Nachlesen in unserem Liveticker:

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