Die ganze Schweiz schwitzt - die meisten suchten am Wochenende Zuflucht im kühlen Nass. Die Ruderer, die dieses Wochenende an den Schweizer Meisterschaften auf dem Rotsee teilnahmen, waren dem kühlen Nass zwar nah, aber die willkommene Abkühlung konnte erst nach getaner Arbeit - in diesem Fall zwei anstrengenden Kilometerrennstrecken - genossen werden. So erging es auch der Delegation des Ruderclub Badens.

Aufgrund der zu erwartenden Hitze am Rotsee für das Schweizermeisterschafts-Wochenende hatte die Rennleitung besondere Massnahmen getroffen und insbesondere auch den Zeitplan für die SM-Regatta angepasst. Der Regattaplan wurde mit einer längeren Mittagspause unterbrochen, welche von 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr worden war.

Wiederkehr gewinnt souverän

Der aktuell beste Ruderer des Ruderclubs Baden und Mitglied des Schweizer Nationalkaders, Daniel Wiederkehr, startete am Samstag und Sonntag. Es galt für ihn, den Schweizermeister-Titel im Leichtgewicht Senioren Skiff (Einer) zu verteidigen. Der Vorlauf am Samstag verlief problemlos. Wiederkehr lief zu bestechender Form auf und erreichte eine Zeit von 07:07:39 Minuten im Ziel - mit einer guten halben Minute Vorsprung auf den Zweitplatzierten in seinem Lauf.

Am Sonntag kam es dann zum Direktvergleich im Final mit Joel Schürch, der ebenfalls im Schweizernationalkader rudert. Der Final startete am Sonntag pünktlich um 11.15 Uhr. Die Konditionen: windstill, stechende Sonne, auf dem Wasser gefühlte 40 Grad. Auf den ersten 1000 Metern der zwei Kilometer langen Strecke fuhren die beiden Favoriten dem Feld davon. Daniel Wiederkehr mit einer halben Bootlänge Vorsprung auf Schürch.

Das Rennen war also noch offen. Ab dieser Marke konnte Wiederkehr aber nochmals seine Reserven aktivieren und schob das Boot mit jedem Schlag ein Stück weiter von Joel Schürchs Boot weg. Der Abstand zwischen den Booten wurde grösser. Das Ziel erreichte Daniel Wiederkehr mit einer Zeit von 07:11:96 Minuten - 10 Sekunden vor dem zweitplatzierten Boot (Joel Schürch hatte 07:21:17 Minuten). Der Schweizermeister-Titel war erfolgreich verteidigt! Erneut durfte Wiederkehr ein Fanion mit nach Baden nehmen.

Die Topform von Wiederkehr weist auf einen spannenden WorldRowingCup III am Rotsee am kommenden Wochenende hin, an denen die Clubfarben wieder in den Hintergrund rücken. Dafür steht der World Cup wieder ganz im Zeichen der Länderfahnen.

Die starken Leistungen des Schweizer Kaders in Poznan bei den Europameisterschaften lassen auf spannende Rennen hoffen. Die Form von Daniel Wiederkehr stimmt auf jeden Fall, das Ziel Olympiade Rio 2016 rückt langsam aber sicher in greifbare Nähe. Der Entscheid fällt am Lac Aiguebelette (FRA) Ende August an den World Rowing Championships.

Steven Gfeller ging fremd

Am vergangenen Wochenende konnten ebenfalls die Leistung von Steven Gfeller gefeiert werden. Gfeller siegte im Leichtgewichts-Doppelzweier mit Guillaume Sommer sowie im Doppelvierer der offenen Kategorie und kann sich nun Doppel-Schweizermeister nennen.

Ein kleiner Wehmutstropfen für den Ruderclub Baden: Gfeller startete mit Lausanne Sport, da er sich für ein Austauschjahr in der Welschschweiz befindet und somit dort einen ideal gelegenen Club für seine Trainings gefunden hat. Der Ruderclub Baden freut sich daher bereits jetzt, wenn Gfeller wieder für Baden regattieren wird.

Sehr erfreulich waren auch die Leistungen von Scott Bärlocher und Felix Reber im Doppelzweier sowie von Olivia Nacht im Skiff mit den besten Zeiten in ihrer Serie. Die Masters-Achter ruderten in der gleichen Serie der Altersklasse C in 2 Booten auf den 2. bzw. 4. Platz. Ewald Grobert erreichte in Renngemeinschaften sowohl im Doppelzweier und im Doppelvierer den 2. Platz in der Kategorie Masters D.

Junioren mit Potenzial

Im ersten Rang platzierten sich in der Kategorie Masters A Stéphane Faivre und Stefan Dietiker im Doppelzweier. Mehrere Boote der Kategorien U15, U17 und U19 erreichten den 3. bzw. 4 Rang in ihrer Serie und zeigten, dass Potenzial für weitere Leistungssteigerungen vorhanden ist - das Training geht weiter. Aber zuerst gilt: Daumen drücken für Daniel Wiederkehr für den kommenden World Cup in Luzern.