NLA-Handball

Daniel Parkhomenko ist beim HSC Suhr Aarau der Mann für eine Halbzeit

HSC-Talent Daniel Parkhomenko überzeugt im bisherigen Saisonverlauf mit starken Auftritten.

HSC-Talent Daniel Parkhomenko überzeugt im bisherigen Saisonverlauf mit starken Auftritten.

Der 19-jährige Daniel Parkhomenko macht seit dieser Saison beim HSC Suhr Aarau mit starken Leistungen von sich reden. Weil das aber bisher nur für die Offensive gilt, bringt er damit seinen Trainer Misha Kaufmann in Schwierigkeiten.

Etwas mehr als einen Monat ist es her, seit die neue Saison in der NLA begonnen hat. Einer ist beim HSC Suhr Aarau in den vergangenen Wochen besonders aufgefallen: Daniel Parkhomenko. Der 19-jährige Ukrainer, der den Einbürgerungsprozess mittlerweile erfolgreich durchlaufen hat und nur noch auf die Aushändigung seines Schweizer Passes wartet, hat in diesen ersten sechs Partien der Meisterschaft 2020/21 mehr als nur eine Kostprobe seines Könnens geliefert.

«Die vergangenen Wochen haben mir sehr viel Spass gemacht und ich habe unglaublich viel gelernt», sagt Parkhomenko. Er ist gerade dabei, zahl­reiche neue Erfahrungen zu ­machen.

Erstmals kommt der Linkshänder als «Zweier rechts», wie die Position im rechten Rückraum im Fachjargon genannt wird, auch dann zum Einsatz, wenn die Partie noch nicht entschieden ist. Auf Niveau NLA kannte er das vor dieser Saison nicht.

Aus der Ukraine via Wohlen zum HSC

Seit 2011 lebt Parkhomenko zusammen mit seiner Mutter im 700-Seelendorf Ammerswil. Was für ein Gegensatz zu seiner ukrainischen Geburtsstadt Saporoschje, die knapp 750'000 Einwohner zählt. Nach dem Umzug in die Schweiz schloss sich Parkhomenko Handball Wohlen an, 2014 wechselte er schliesslich in den Nachwuchs des HSC, wo er auf Anhieb auch den Sprung in die Regionalauswahl schaffte. In der Saison 2018/19 lief er zum ersten Mal im Trikot des Fanionteams auf, in der vergangenen Spielzeit erzielte er seine ersten Treffer in der NLA.

Daniel Parkhomenko (r.) hat bisher in der laufenden Saison in sechs Meisterschaftspartien neun Treffer erzielt.

Daniel Parkhomenko (r.) hat bisher in der laufenden Saison in sechs Meisterschaftspartien neun Treffer erzielt.

Seit dieser Saison läuft Parkhomenko ausschliesslich für den HSC auf. Dabei hat man ihm für diese Saison eine Talentförderlizenz gelöst, die ihm auch Einsätze beim NLB-Klub TV Solothurn ermöglicht hätte.

Eigentlich. Denn um das Risiko in Sachen Coronavirus möglichst klein zu halten, verzichtet man beim HSC seit dieser Saison darauf, Spieler in verschiedenen Teams trainieren und spielen zu lassen. In den vergangenen Jahren war das noch anders gewesen. Da hatte Parkhomenko unter anderem beim HV Olten in der 1. Liga oder auch den Yellow/Pfadi Espoirs in der NLB Spielpraxis gesammelt.

Warum Trainer Kaufmann in Schwierigkeiten kommt

Parkhomenko ist wurfstark, torgefährlich und hat einen guten Zug zum Tor. Er überzeugt ausserdem mit seinen Täuschungen und seinem variantenreichen 1-gegen-1. Allein: Das alles kann er jeweils nur während 30 Minuten pro Partie zeigen. Parkhomenko ist gewissermassen der Mann für eine Halbzeit.

Weil er zwar offensiv enorm wertvoll ist, seine Deckung aber noch Defizite aufweist, kommt der 1,90 m grosse und 85 kg schwere Linkshänder jeweils nur im Angriff zum Einsatz – und muss sich entsprechend in der Rückwärtsbewegung auswechseln lassen. Das wiederum funktioniert nur in derjenigen Halbzeit, in der die rechte Angriffsseite näher bei der Bank und damit der Weg zum Wechsel kürzer ist.

«Dani bringt mich langsam aber sicher in Schwierigkeiten – ich komme kaum mehr an ihm vorbei», sagt HSC-Trainer Misha Kaufmann und fügt an: «Er muss nun seine Deckung verbessern. Denn auf dieser Position verteidigt er gegen die Königsposition des Gegners.» Damit künftig in den Reihen von Suhr Aarau kein Weg mehr an ihm vorbei führt, muss Parkhomenko in den kommenden Jahren möglichst an Kraft und Gewicht zulegen.

Kurzfristig sind kreative Lösungen auf der Platte gefragt – gerade auch, so lange mit João Ferraz ein Leistungsträger auf dem Zweier rechts verletzt ausfällt. Mal schauen, ob Parkhomenko auch in den kommenden Partien der Mann für eine Halbzeit bleibt, oder ob sich eine Möglichkeit findet, wie er über die volle Distanz eingesetzt werden kann.

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