Es gibt schöne und unschöne Augenblicke im Leben eines Profis. Daniel Gygax kann davon ein Lied singen. Als Alex Frei Gygax im Februar zu einem Vieraugengespräch aufbot, ahnte der 32-Jährige nichts Gutes. Prompt machte Luzerns Sportchef Gygax klar, dass die Zentralschweizer den Ende Saison auslaufenden Vertrag nicht verlängern werden. «Natürlich tat das weh», blickt Gygax zurück. «Ich liess mich aber nicht aus der Ruhe bringen. Ich bin ein Mensch, der Perspektiven braucht. Ich wollte möglichst schnell eine neue Herausforderung. Einfach nur den Vertrag mit dem FC Luzern absitzen kam für mich nicht infrage.»

Noch nicht überzeugend

Gygax machte sich auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Da lag kein Klub näher als Aarau. Einerseits ist der 35-fache Internationale ein gebürtiger Gebenstorfer und spielte schon in der Saison 2001/2002 beim Verein vom Brügglifeld, anderseits ist der Super-League-Aufsteiger nicht gerade mit torgefährlichen Stürmern gesegnet. Nach einem Gespräch mit FCA-Trainer René Weiler zeichnete sich der Transfer ab. Umso mehr, als dass die Luzerner dem langsam, aber sicher in die Jahre kommenden Routinier keine Steine in den Weg legten. In der Schlussphase dieser Saison möchte er sich mit starken Leistungen für eine langfristige Verpflichtung empfehlen. Das ist ihm bis jetzt nicht gelungen.

Die Rampensau ist ruhig geworden

Für Gygax ist das Spiel FC Aarau – FC Luzern von besonderem Reiz. «Natürlich sind Emotionen mit im Spiel», sagt er. Schliesslich war ich vier Jahre in Luzern.» Mal schauen, ob der Flügelstürmer seinen alten Verein vor Probleme stellen kann. Vom Typ her bringt der Neue glücklicherweise etwas Leben in die Bude des FC Aarau. «In meinen wilden Zeiten war ich sogar eine richtige Rampensau», gibt Gygax zu. «Und auch heute bin ich ein Mensch, der polarisiert. Man liebt oder man hasst mich. Nach der Heirat mit Melanie bin ich aber etwas ruhiger geworden. Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen.» Und so stehen für ihn die Fortsetzung der Karriere sowie die Familie mit den beiden Buben Lenny (4) und Lio (sechs Monate) im Brennpunkt des Geschehens.