FC Aarau

Damit hat niemand gerechnet: Aarau-Captain Gianluca Frontino beendet im Sommer seine Karriere

Gianluca Frontino verlässt im Sommer die Profifussball-Bühne.

Gianluca Frontino verlässt im Sommer die Profifussball-Bühne.

Gianluca Frontino wird seinen auslaufenden Vertrag beim FC Aarau nicht verlängern, stattdessen hängt er im Sommer die Fussballschuhe an den Nagel. Hinter dem einstigen Supertalent liegt eine Karriere, in der wohl mehr möglich gewesen wäre.

Vor zwei Wochen beim 3:3 gegen Servette kehrte Gianluca Frontino nach sechsmonatiger Absenz in Form eines Kurzeinsatzes auf den Fussballplatz zurück. Auch beim 0:0 in Lausanne wurde er eingewechselt und vergab in der Nachspielzeit den Siegtreffer.

Im Anschluss an das Spiel in Lausanne wollten wir von Frontino wissen, wie es bezüglich seines im Sommer auslaufenden Vertrages aussähe. Er lächelte und meinte nur: "Der Verein und ich haben eine Lösung gefunden." Mehr wollte er damals nicht verraten.

Nun kommt heraus: Gianluca Frontino beendet nach dieser Saison seine Karriere als Profifussballer. Der 29-jährige offensive Mittelfeldspieler wechselte im September 2017 von Winterthur zum FC Aarau. Im Sommer 2018 wurde er vom neuen Trainer Patrick Rahmen zum Captain ernannt. Wegen einer Achillessehnen-Verletzung musste er seit dem 5. Spieltag, an dem der FCA zuhause 1:2 gegen Chiasso verlor, zuschauen. 

Der in Schaffhausen geborene Frontino machte sich schweizweit einen Namen als äusserst talentierter Techniker. Nach der Ausbildung im Nachwuchs von GC landete er via FC Schaffhausen in der Super League beim FC Thun. Der ganz grosse Durchbruch gelang Frontino im Berner Oberland nicht, so dass er 2016 nach Schaffhausen zurückkehrte, Anfang 2017 zum FC Winterthur weiterzog und schliesslich im September 2017 im Brügglifeld landete.

Frontino hat seine Mannschaftskollegen beim FC Aarau am Dienstag über seine Entscheidung informiert. In den restlichen 12 Spielen bis zu seinem Karriereende haben Frontino und der FCA noch grosse Ziele: Stichwort Barrage-Platz.

Der Gedanke, von der Profibühne abzutreten, gärt schon länger in Frontinos Kopf. Doch erst weit weg von der Heimat ist er sich sicher: «Das wars. Im Sommer 2019 wird meine Profikarriere Geschichte sein.»

Gab es seither einen Moment, in dem er den Entscheid bereut hat? «Nein, nie», sagt Frontino bestimmt. Als wir ihn gestern Mittag am Telefon erreichen, ist soeben das Training vorbei und Frontino sagt einen Satz, mit dem er sich auf den ersten Blick widerspricht: «Ich bin so heiss auf Fussball wie noch nie.»

Warum dann hört er auf – mit erst 29 Jahren? «Die Freude kommt daher, weil ich Klarheit habe, wie es im Sommer weitergeht. Das macht frei.» FCA-Sportchef Sandro Burki und Trainer Patrick Rahmen hätten seinen im Sommer auslaufenden Vertrag wohl gerne verlängert.

Doch keine Chance. Frontino gleist ab sofort sein Leben nach der Profikarriere auf. Er sagt: «Die Alternative war es, noch zwei, drei Jahre weiterzuspielen und erst dann in die Berufswelt zu wechseln. Doch ich werde in diesem Jahr 30 und ich bin Realist: Grosse Sprünge werde ich als Fussballer nicht mehr machen. Und so viel Geld, um bis ans Lebensende von den Zinsen zu leben, habe ich nicht verdient.»

Den überraschenden Zeitpunkt begründet er so: «Ich bin jetzt motiviert für etwas Neues. Mein künftiger Arbeitgeber hat mir ein Angebot gemacht, das ich nicht ausschlagen konnte. Ich kann arbeiten und erhalte nebenan eine Ausbildung.» Am 1. August beginnt Frontino in seiner Heimatstadt Schaffhausen bei der Mobiliar als Versicherungs- und Vorsorgeberater.

Meistgesehen

Artboard 1