Motocross
Cyrill Brumann – ein junger Spross im Zirkus des Motocross

Der 14-jährige Cyrill Brumann fuhr 2004 sein erstes Motocrossrennen. Heute zählt der Ehrendinger bereits zu den besten Junioren in seinem Sport. Fast jedes Wochenende reist die Familie Brumann mit Sack und Pack durch Europa.

Von Jessica Widmer
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Der gesamte Brumann-Nachwuchs ist vom Motocross-Fieber angesteckt: Neben Cyrill (Mitte) fahren auch die Geschwister Zoé (li.) und Kevin fleissig Rennen. Foto: Widmer.

Der gesamte Brumann-Nachwuchs ist vom Motocross-Fieber angesteckt: Neben Cyrill (Mitte) fahren auch die Geschwister Zoé (li.) und Kevin fleissig Rennen. Foto: Widmer.

Cyrill Brumann fährt dieses Jahr bereits seine neunte Motocrosssaison Als andere noch nicht einmal Velofahren konnten, drehte Cyrill schon Runden auf seinem Motocross-Töff. Während der letzten vier Jahren fuhr der Ehrendinger in der Juniorenkategorie 85ccm mit – ab nächstem Jahr 125ccm – dort holte er in dieser Saison den Vize-Schweizermeistertitel hinter einem Franzosen. Was bedeutet, dass er der beste Schweizer in seiner Kategorie ist. Ein Franzose bei den Schweizermeisterschaften – ist das möglich? Ja, im Motocross geht das. Fahrer aus dem Ausland können Lizenzen lösen, um an den Rennen in der Schweiz teilzunehmen. Da dies auch in anderen Ländern möglich ist, bestreitet Cyrill Brumann viele Wettkämpfe im Ausland. Seine Familie ist dabei immer an seiner Seite und reist mit dem Wohnmobil und dem Anhänger zu den Rennen in Ländern wie Belgien, Deutschland oder Spanien.

Hartes Training zahlt sich aus

Bis zum letzten Jahr spielte der 14-Jährige zusätzlich bei Ehrendingen Handball, um die Polysportivität nicht zu vernachlässigen, den Teamspirit zu fördern und die Kondition zu trainieren. Dieses Training ersetzten die Brumanns auf diese Saison hin durch einen Konditionstrainer, der mit ihrem Sohn eine professionelle Saison- und Trainingsplanung vornimmt. So trainiert der Bezirksschüler heute täglich zwischen Hausaufgaben und Abendessen Kraft und Kondition im kleinen Kraftraum zu Hause. «Ich kann immer fernsehen, während ich trainiere. Das macht es um einiges cooler», schmunzelt der ZSC-Fan.

Viel unterwegs in der Schweiz

Mindestens einmal pro Woche fährt Vater Martin Brumann mit seinem Sohn zu einer der wenigen Motocross-Rennpisten der Schweiz, um auf dem Motorrad zu trainieren.

«Da es in der Schweiz nicht viele Möglichkeiten gibt, um auf dem Töff zu trainieren, ist es wichtig, dass Cyrill die Fitness anderweitig erreicht. So ist er körperlich schon bereit, wenn er auf den Töff steigt», erklärt sein Vater die Trainingssituation. Cyrill selbst findet es ebenfalls wichtig, dass er körperlich gut «zwäg» ist: «Motocross fahren ist gefährlich, aber ich denke, es geschehen dann Unfälle, wenn man nicht gut trainiert ist», stellt der junge Fahrer klar.

Profi werden ist schwierig

Ob er einmal bis ganz nach oben will, lässt Cyrill Brumann, dessen grösstes Vorbild der amerikanische Motocross-Profi Ryan Villopoto ist, noch offen. Man müsse zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und die richtigen Leute kennen, um seinen Lebensunterhalt als Profi verdienen zu können. «Es ist wie in der Formel 1. Da fahren auch nicht die Besten mit, sondern die, die am meisten Geld ins Team bringen», erklärt Martin Brumann. Heute hat Cyrill Brumann, der für den Schweizer Importeur von Yamaha fährt, bereits Privatsponsoren, die ihn unterstützen.

Bis eine Entscheidung bezüglich Cyrills Zukunft gefällt wird, packt die Familie Brumann, deren zwei jüngste Kinder Zoé (11 Jahre) und Kevin (9) ebenfalls fleissig an Motocross Rennen teilnehmen, ihren Camper, und reist fast jedes Wochenende mit Sack und Pack durch Europa.