Seit dem Aufstieg in die Nationalliga A 1981 hat der FC Aarau nie die ersten vier Spiele einer Saison verloren. Bis die Spielzeit 2018/19 anbrach: 0:2 gegen Servette, 1:3 in Winterthur, 0:2 gegen Kriens, 0:2 in Wil. Vor diesem Hintergrund wäre es ein komisches Zeichen von Trainer Patrick Rahmen, im Cup den Reservisten Auslauf zu gewähren. Auch wenn Amriswil in der 2. Liga interregional spielt und somit drei Ligen tiefer als der FC Aarau.

Rahmen macht deshalb klar: «In Amriswil spielt die beste Elf. Änderungen im Vergleich zur Niederlage in Wil sind denkbar, aber aus Leistungsgründen. Auf keinen Fall, um Spieler zu schonen. Wir bereiten uns wie auf ein normales Meisterschaftsspiel vor.» Auch die Amriswiler sind schlecht in die Saison gestartet: Vor einer Woche verloren die Thurgauer das Auftaktspiel gegen Uzwil mit 0:3. Rahmen hatte einen Späher vor Ort geschickt und holte sich weitere Informationen beim Trainer des FC Uzwil ein.

Ein Sieg ist nur Pflichterfüllung

Amriswil und der FC Aarau treffen zum zweiten Mal im Schweizer Cup aufeinander. Am 31. März 1984 setzten sich die angereisten Aarauer dank eines Eigentores knapp mit 1:0 durch. 34 Jahre später müssen Rahmen und seine Mannschaft mindestens dieses Resultat wiederholen. Denn gegen die Amateure kann der FC Aarau nur verlieren: Ein Sieg bedeutet nicht mehr als Pflichterfüllung, bei einer Niederlage hingegen käme es wohl zum nächsten grossen Knall im Brügglifeld. Das ideale Szenario wäre ein Sieg mit vielen Toren und null Gegentoren: Bei einer Tordifferenz von 1:9 nach vier Ligaspielen sind sowohl Offensive als auch Defensive Problemzonen.

Dem FC Aarau in Amriswil fehlen werden Varol Tasar (krank), Norman Peyretti, Olivier Jäckle, Patrick Rossini, Marco Thaler (Aufbautraining), der am Montag an der Hand operierte Goalie Steven Deana und Michael Siegfried, für den es keine Verwendung mehr gibt. Siegfried ist auf der Suche nach einem neuen Verein, eine von mehreren Optionen ist eine Ausleihe zum FC Wohlen.

Notstand auf der «Sechs»

Trotz Kadergrösse am oberen Limit wollen Sportchef Sandro Burki und Trainer Rahmen unbedingt noch einen Spieler fürs defensive Mittelfeld verpflichten: Dass dem FCA in dieser Zone Physis und Leadership abgehen, haben die ersten vier Saisonspiele deutlich offenbart. Auch wenn der Notstand auf der «Sechs» akut ist: Einen Spieler verpflichten, nur damit einer verpflichtet ist, wird man nicht. Aktuell aber sind die finanziellen Gesamtpakete und die Möglichkeiten des FC Aarau noch zu weit auseinander. Der Transfermarkt hat bis 31. August geöffnet.