Schweizer Cup

Cup-Niederlage gegen Luzern: Ein Kompliment für den Verlierer

Der FC Wohlen unterliegt im Cup Luzern vor 3312 Zuschauern trotz starker Leistung mit 0:4. Okar Kakabadze brach mit seinem Führungstreffer in der 54. Minute den Bann für die Gäste. Schlussendlich setzt sich der Super League Vertreter standesgemäss durch.

Nach 53 Minuten sprintet Thomas Schiavano alleine auf Luzern-Torhüter Marius Müller zu. Der Mittelstürmer des FC Wohlen bleibt cool und erzielt mit einem Flachschuss aus acht Metern das 1:0. Ist das endlich der verdiente Lohn für die keck aufspielenden Freiämter? Nein! Der Treffer wird wegen Abseits annulliert. Es ist ein umstrittener Entscheid. Ein sehr umstrittener Entscheid!

Eine Minute später erzielt der Georgier Okar Kakabadze den Führungstreffer für die bis zu diesem Zeitpunkt harmlosen Luzerner. Das Gegentor ist für Wohlen ein Schlag ins Gesicht. Die Mannschaft von Trainer Thomas Jent war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft.

Nach dem Tor für die Zentralschweizer ist der Mist aber geführt. Dem FC Wohlen gehen nach einer Stunde die Kräfte aus. Schliesslich kommt Luzern dank weiteren Toren von Francesco Margiotta, Pascal Schürpf und Males zu einem standesgemässen 4:0-Erfolg.

Und so ist es wie oft im Fussball: Wenn David auf Goliath trifft, gewinnt Goliath. Aber was wäre passiert, wenn die Freiämter das 1:0 erzielt hätten? Was wäre passiert, wenn Vilson Doda mit einem Freistoss aus 18 Metern nach einer Viertelstunde das Ziel nicht knapp verfehlt hätte? Was wäre passiert, wenn Luzern-Goalie Müller einen Knaller von Davide Giampà in der 20. Minute nicht auf wundersame Art und Weise abgewehrt hätte?

Lobende Worte des Trainers

Wäre, hätte, wenn und Aber: Weil man mit dem Konjunktiv nun mal keine Spiele gewinnt, stand der FC Wohlen nach dem Schlusspfiff mit leeren Händen da. Trotz der im Endeffekt klaren Niederlage hielt sich die Enttäuschung von Thomas Jent in Grenzen. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte der Trainer des FC Wohlen. „Sie hat in der ersten Halbzeit eine Klasseleistung gezeigt. Der Knackpunkt war das erste Tor für Luzern. Nach diesem Dämpfer ging uns mehr und mehr der Saft aus. Und es fehlte ab Mitte der zweiten Halbzeit auch an der nötigen Konzentration. Alles in allem ist es uns aber gelungen, Werbung in eigener Sache zu betreiben.“

Werbung in eigener Sache hat Jents Team trotz des 0:4 gegen Luzern mit Sicherheit betrieben. Nach dem Cup-Aus geht es für die Freiämter in dieser Woche Schlag auf Schlag. Am Mittwoch bietet sich dem 1.-Ligisten die Chance, sich gegen Muttenz vor eigenem Publikum an die Tabellenspitze zu schiessen. Und schon am Samstag folgt das Auswärtsspiel gegen Goldau. Eines ist klar: Mit dieser spielstarken Mannschaft kann der FC Wohlen im Kampf um den Aufstieg in die Promotion League ein Wörtchen mitreden.

Haben Sie die Partie verpasst? Lesen Sie hier alles darüber im Ticker nach:

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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