Schweizer Cup

Cristian Ianu zurück auf der grossen Bühne – als Underdog mit Muri gegen St. Gallen

Cristian Ianu kehrt am Sonntag ins Rampenlicht zurück. Der einstige Stürmerstar aus der Super League trifft im Sechzehntelfinal des Schweizer Cup mit dem FC Muri auf den FC St. Gallen.

Sonntag, 16 Uhr. Auf «SRF 2» läuft ein Spiel aus der Super League. Er kennt das. Vor einigen Jahren flackerte er des Öfteren sonntags über die Bildschirme des Fernsehpublikums, er galt als Torgarant. Das ist er immer noch. Allerdings nicht mehr in der Super League, sondern in der 2. Liga inter beim FC Muri.

Doch diesen Sonntag zeigt «SRF 2» keine Super League, diesen Sonntag wird er wieder auf den Schweizer Bildschirmen zu sehen sein, um 16 Uhr, wenn er mit dem kleinen FC Muri gegen das scheinbar übermächtige St. Gallen antritt.

Cristian Ianu erlebte beim FC Luzern seine besten Zeiten.

Cristian Ianu erlebte beim FC Luzern seine besten Zeiten.

  

Cristian Ianu hat im Schweizer Fussball seine Spuren hinterlassen. 2003 begann für den Rumänen das Abenteuer Schweiz, damals bei der AC Bellinzona.

Seine Glanzzeit erlebte er beim FC Luzern. In der Saison 2009/10 schoss er 21 Tore. Nur Seydou Doumbia hatte damals ligaweit öfter getroffen. Im Sommer 2016 war Schluss, Ianu beendete seine Profikarriere – und wechselte ins Freiamt zum FC Muri.

Aufholjagd wurde belohnt

Zwei Jahre lang hörte man wenig bis gar nichts vom einstigen Stürmerstar. Nun kehrt er noch einmal zurück ins Scheinwerferlicht und wird mit dem FC Muri versuchen, dem grossen St. Gallen aus der Super League ein Bein zu stellen.

Er hatte einen beachtlichen Anteil daran, dass es überhaupt so weit kam. In der ersten Cup-Runde lagen die Freiämter nach 78 Minuten gegen die Genfer aus Grand-Saconnex (2. Liga regional) noch 0:3 hinten. «Wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben», gesteht Ianu. Doch dann bewies er, warum er für den FC Muri so wichtig ist, schoss kurz vor Schluss zwei Tore und brachte die Hoffnungen noch einmal zurück. Die Murianer retteten sich in die Verlängerung, in der Ianu das 4:3 erzielte. Am Schluss hiess es 5:3 für Muri.

Die Aufholjagd wurde belohnt. Ein Super-League-Vertreter wartet im Sechzehntelfinal. Es ist das erste Mal in der Vereinsgeschichte, dass der FC Muri gegen einen Klub aus der obersten Schweizer Liga antritt.

Vier Klassen Unterschied

«Die Vorfreude ist riesig. Aber gegen St. Gallen können wir es uns nicht erlauben, 0:3 hinten zu liegen», sagt Ianu. Denn so gross wie die Vorfreude der Freiämter, so deutlich ist auch der Klassenunterschied der beiden Teams. Muri spielt vier Ligen tiefer als St. Gallen. Trotzdem: Ianu glaubt an die Sensation. «Klar ist St. Gallen Favorit, aber das müssen sie erst mal auf den Platz bringen. Wir haben unsere Chance, wenn auch eine kleine. Die müssen wir nutzen.»

In der Meisterschaft setzt Muri auf Ballbesitzfussball. Diese Spielweise wird gegen St. Gallen wohl eher nicht möglich sein. «Wir werden dem Ball mehr hinterherrennen, als wir ihn haben werden. Aber wir haben einen Plan», versichert Ianu.

 «Ich weiss, was auf uns zukommt»

St. Gallen liegt in der Super League auf dem zweiten Rang. Im Schweizer Cup trafen sie bereits in der ersten Runde auf ein Team aus der 2. Liga inter. Der FC Ueberstorf wurde mit 6:0 abgefertigt. Der Ex-Profi Ianu ist sich bewusst, was den FC Muri am Sonntag erwartet: «Ich weiss, was da auf uns zukommt. Die sind technisch, physisch und taktisch bereit – und sie sind schneller als wir.»

Vom Fitnesslevel der St. Galler ist der einstige Profi weit entfernt. Ianu wird in einem Monat 35. Das Alter mache sich langsam bemerkbar, sagt er: «Ich bin nicht mehr so schnell, nicht mehr so beweglich wie früher. Langsam tut es hier, da und dort weh.» 35 ist ein stolzes Alter für einen Fussballer. Wird das Spiel gegen St. Gallen also Cristian Ianus letzter Auftritt auf der grossen Bühne? «Ich hoffe nicht. Wir wollen unsere Chance nutzen und eine Runde weiterkommen. Und wenn es dieses Jahr nicht klappt, dann vielleicht nächstes Jahr», sagt er. Von Rücktrittsgedanken keine Spur.

«Muss meine Chancen nutzen»

Auch von einem Wechsel weg vom Freiamt will Ianu nichts wissen. Er hatte bereits überrascht, als er nach dem Abstieg aus der 1. Liga beim Freiämter Klub geblieben war. «Ich habe nie daran gedacht, wegzugehen. Ich fühle mich hier wohl», sagt Ianu. Am Sonntag erlebt er mit dem FC Muri das grösste Spiel der Vereinsgeschichte. Er soll das machen, was er am besten kann: Tore schiessen. «Ich werde so spielen wie immer. Ich muss geduldig sein und auf meine Bälle warten. Vielleicht bekomme ich ein oder zwei gute Möglichkeiten, die muss ich nutzen.»

Noch einmal also wird ihm die ganze Schweiz beim Fussballspielen zusehen. Noch einmal will er im Scheinwerferlicht seine Tore schiessen. Am Sonntag, um 16 Uhr.

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