Ringen, NLA
Coup geschafft: Die euphorischen Freiämter ziehen in den Final ein

Den Freiämtern ist die grosse Überraschung gelungen. Im Halbfinal kippte das Team von Trainer Thomas Murer Willisau, den Dominator der Qualifikation, aus dem Rennen. Im Final wartet nun Kriessern.

Wolfgang Rytz
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Strebel und Co. jubeln über den Finaleinzug.

Strebel und Co. jubeln über den Finaleinzug.

Rytz

1100 Zuschauer, darunter viele Freiämter, verwandelten die altehrwürdige Willisauer Festhalle in ein Tollhaus. Die Stimmung erinnerte an Schlachten zwischen den Ringerhochburgen in den 90er-Jahren.

Auf der Matte entwickelte sich ein hochstehender Schlagabtausch. Dabei gelang Aussenseiter Freiamt vor der Pause ein Volltreffer, vom den sich der Favorit nicht mehr erholte.

Thomas Murer hatte bis 65 kg Greco Christian Huwiler nominierte. Willisau hatte eher mit Trainer Murer gerechnet. Huwiler, ein 32-jähriger Routinier, konterte Schweizer Meister Roger Heiniger aus und siegte ohne Gegenpunkt.

Willisauer Taktik ging nicht auf

Die Entscheidung fiel zu Beginn der zweiten Hälfte. Willisau setzte bis 86 kg Freistil überraschend Andreas Reichmuth ein. Dieser Trumpf stach nicht. Der nach einer Kreuzbandoperation spät in die Saison eingestiegene Sandro Vollenweider setzte sich hauchdünn durch.

Bis 70 kg Freistil behauptete sich Randy Vock trotz physischer Unterlegenheit gegen Manuel Jakob mit 3:2. Dies erhöhte die Freiämter Führung auf 14:8. Mit den zwei Zählern Reserve aus dem Hinkampf war die Entscheidung so gut wie gefallen.

Unter riesigem Jubel des Freiämter Lagers vollstreckte Pascal Strebel bis 74 kg Greco den Finaleinzug.

Gute Teammischung

Bei Freiamt passte an diesem Abend alles. Das Team trat als kompakte Einheit auf. Jeder der zehn Ringer hatte Anteil am Mannschaftssieg. Schlüsselfiguren war Thomas Wild und Christian.

Wild fegte zum Auftakt erneut Timon Zeder von der Matte und lancierte den Sturm in den Final. Huwiler holte das Momentum zurück, nachdem Schwingerass Pascal Gurtner auf umstrittene Weise verloren hatte.

Wohl kämpfte Freiamts Nachwuchsabteilung mit Michael Bucher, Nico Küng und Yanick Klausner solid. Für Willisaus Absturz waren aber die erfahrenen Teamstützen verantwortlich, inklusive Greco-Nationaltrainer Andrej Malzew.

Der 41-jährige Ukrainer ersetzt den verletzten Nicola Küng mindestens gleichwertig. Trainer Thomas Murer schwärmte: «Alle zehn Ringer sind an ihr Limit gegangen. Die Mischung von Alt und Jung stimmt perfekt.»

Für Freiamt stellt sich nun die Herausforderung, nach der überbordenden Begeisterung die Spannung neu aufzubauen. Die Besetzung des Kriessener Kaders behagt Freiamt nicht. Da muss sich Trainer Murer für das erste Finalduell am Samstag um 19 Uhr in Widnau taktisch erneut etwas einfallen lassen.

NLA. Halbfinal. Rückkämpfe: Willisau - Freiamt 14:19. Gesamtstand: 31:38. – Hergiswil - Kriessern 17:19. Gesamtstand: 30:41. Final: Freiamt – Kriessern. 1. Kampf am Samstag, 6. Dezember, um 19 Uhr in Widnau (Aegeten).

Willisau – RS Freiamt 14:19 (6:10)
Festhalle. – 1100 Zuschauer. – KR: Zimmermann (Ewert/Müller). – 57 kg Greco: Timon Zeder - Thomas Wild 0:4 (0:17 Wertungspunkte). – 61 kg Freistil: Lukas Bossert - Michael Bucher 1:2 (2:4). – 65 kg G: Roger Heiniger - Christian Huwiler 0:3 (0:6). – 70 kg F: Manuel Jakob - Randy Vock 1:2 (2:3). – 74 kg G: Samuel Scherrer - Pascal Strebel 1:3 (4:10). – 74 kg F: Stefan Reichmuth - Nico Küng 3:1 (15:8). – 80 kg G: Jonas Bossert - Andrej Malzew 2:1 (5:1). – 86 kg F: Andreas Reichmuth - Sandro Vollenweider 1:2 (6:6). – 97 kg G: Dominik Bossert - Pascal Gurtner 2:1 (8:8). – 130 kg F: Marco Riesen - Yanick Klausner 3:0 (13:0).

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