«Das ist wunderbar. Nach dem schwierigen Frühling diesen Erfolg einfahren zu können ist Genugtuung pur.» Villiger spricht die Atembeschwerden in Zusammenhang mit der Pollenallergie an, die sich in der Leichtathletik in der zugekauerten Position im Rennrollstuhl die letzten Jahre immer wieder im Vorsommer unberechenbar zeigten. Das Handbike nutzte er in den Vorjahren regelmässig zum Alternativtraining und forcierte diese Sportart auf diese Saison hin. «So zog ich die Notbremse, annullierte meine Leichtathletiksaison, fuhr mit dem Bike Team im Mai an die Austria-Tour und konnte in Kürze gute Resultate verbuchen. Ohne Beschwerden notabene.»

Der Meisterschaftslauf in Affoltern bot alles, was toller Handcycling Sport bieten kann. Ein schneller Start, Kämpfe um gute Positionen schon in der ersten langen Steigung, schnelle und knackige Abfahrten, welche die volle Konzentration verlangten. Kräftezehrende Verfolgungen folgten, Villiger konnte in der Verfolgergruppe hinter der Spitze mit Heinz Frei in den Steigungen Druck machen, es kam zu einem eigentlichen Ausscheidungsrennen Runde für Runde. Im Trio kam Cornel um die letzte Spitzkehre die lange und stark ansteigende Zielgerade hoch. Attacken bis zum letzten Meter und der verdiente Podestplatz Entschädigung für die gezeigte Leistung.

«Genau diese Spiele reizen mich, wo ich meine Kraftausdauer Fähigkeiten mit meinen Konkurrenten messen kann.» Villiger weiss den schönen Erfolg richtig einzuschätzen und will die Lücke zum Paralymp und Teamfreund Heinz Frei und somit zur europäischen Konkurrenz Meter um Meter verkleinern. Das Leuchten in den Augen lässt schon vermuten, dass er versuchen wird, den internationalen Anschluss zu schaffen. «Was ich brauche sind weiterhin Freude und Reiz, ein paar tausend motivierte Kilometer und das mich so gut unterstützende Umfeld, dafür bin ich sehr dankbar.» Weiter geht es mit einem Europacup Rennen im Schwarzwald im Juli, einigen Schweizer Rennen im Spätsommer und als Herbst Highlight den Berlin Marathon. (pd)