Schwingen
Comeback-Sieg für den «Bösen» Christoph Bieri

Christoph Bieri gewinnt auf dem Guggibad ob Buttwil. Nach neunmonatiger Verletzungspause zeigte Bieri wenig überraschen Anlaufschwierigkeiten. Doch schon im zweiten Durchgang glänzte sein altes schwingerisches Können auf.

wolfgang rytz
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Christoph Bieri (rechts) hatte bei seinem Comeback auch im Schlussgang gegen David Schmid noch genügend Energie, um den Gewinn des Lebendpreises (im Hintergrund rechts) sicherzustellen.

Christoph Bieri (rechts) hatte bei seinem Comeback auch im Schlussgang gegen David Schmid noch genügend Energie, um den Gewinn des Lebendpreises (im Hintergrund rechts) sicherzustellen.

WR

Einteilungschef Stefan Strebel schonte die Spitzenschwinger zum Freiluftauftakt keine Spur. Über alle sechs Gänge liess er die Besten immer wieder zu Direktduellen gegeneinander antreten. Weil im 64-köpfigen Feld der Sägemehlathleten keiner einen Glanztag erwischte, entwickelte sich ein offener Kampf um den Tagessieg.

Strebel, Technischer Leiter im Nordwestschweizer Verband, freute sich nach Wettkampfende am meisten über David Schmid. Der 21-jährige Wittnauer Landwirt hat über Winter weitere Fortschritte im Sägemehl gemacht und etablierte sich auf dem Freiämter Ausflugsberg als Favoritenschreck.

Im zweiten Gang kurzte er den einheimischen Mitfavoriten Thomas Fischer auf den Rücken. Im dritten Gang widerstand er allen Angriffen von Christoph Bieri, wobei in den letzten Sekunden auch noch das Kampfgericht mithalf. Mit einem Plattwurf gegen Routinier Mathias Studinger verdiente er sich den Schlussgang.

Zähe Rückkehr

Nach neunmonatiger Verletzungspause zeigte «Eidgenosse» Bieri wenig überraschend Anlaufschwierigkeiten. Gegen Michael Gschwind kam er nicht über einen faden «Gestellten» hinaus, wobei sich der Baselbieter Leader konsequent auf die Verteidigung beschränkte.

Doch schon gegen den Schaffhauser Pascal Gurtner blitzte das alte schwingerische Können des Untersiggenthalers auf. Mit einem instinktiv angesetzten Lätz und sattem Griff bettete er den Nordostschweizer Gast platt auf die gültige Seite. «Das stärkte mein Selbstvertrauen», sagte Bieri später. Gegen Gschwind sei er zu ungestüm drauf los gegangen.

Mit Maximalnoten in den Schlussgang

Nach dem Remis gegen Schmid sicherte sich Bieri mit Maximalnoten gegen Patrick Räbmatter und Frank Möri die Schlussgangteilnahme. Als «Edelhelfer» etablierte sich der Fricktaler Jürg Mahrer, der Andreas Henzer mit einem «Gestellten» bremste.

Im Finale bestimmte Bieri die Gangart. Obwohl er selber seine konditionelle Verfassung bemängelte, reichte die Energie zur Kontrolle über den jungen Fricktaler. In der fünften Minute führte ein Kurz mit Nachdrücken zur Entscheidung.

«Mir fehlen die Wettkämpfe»

Für Bieri endete der Comeback-Auftritt versöhnlich. «Mir fehlen die Wettkämpfe. Aber ich bin zuversichtlich, dass da eine Steigerung kommt», erklärte der Tagessieger nach seinem Siegeswurf.

Nur vier Schwinger brachten vier Siege zustande. Dazu gehörte auch der Freiämter Leader Thomas Fischer. Die Niederlage im zweiten Gang gegen Schmid brachte ihn aus dem Rhythmus. Doch in der zweiten Wettkampfhälfte büsste er nur noch einen Viertelpunkt ein und schloss zum Schlussgangverlierer auf Rang 2 auf.