Handball-Cup

Co-Captain Tim Aufdenblatten nach dem Einzug des HSC Suhr Aarau in den Cupfinal: «Das ist einfach nur geil!»

Der HSC Suhr Aarau gewinnt am Donnerstagabend den Cup-Halbfinal auswärts bei GC Amicitia mit 24:19. Torhüter Dragan Marjanac und der trotz Adduktoren-Problemen eingesetzte Co-Captain Tim Aufdenblatten zeigen nach der Schlusssirene Emotionen.

«Wo war ich in der Nacht von Freitag auf Montag», schallt es lautstark aus den Katakomben. Gut 45 Minuten sind seit der Schlusssirene in der Cup-Halbfinal-Partie des HSC Suhr Aarau auswärts bei GC Amicitia vergangen. Der grosse Jubel über den 24:19-Sieg in den Reihen der Aargauer ist längst verklungen.

Stattdessen schallt mittlerweile lautstarke Musik aus den Katakomben der Zürcher Saalsporthalle. «Die Nacht von Freitag auf Montag» von den deutschen Musikern SDP hätte nach jedem Finaleinzug eines Teams in jedwelcher Sportart zum Motto des Abends werden können. Nicht aber an diesem Donnerstagabend beim HSC.

Ein Bier, dann steht die nächste Aufgabe im Fokus

Erstens ist es eben erst Donnerstag und zweitens hatte die Mannschaft nur die Erlaubnis für ein Bier. Und das reicht kaum, um einen Handballer für drei Nächte ausser Betrieb zu setzen. «Ich habe dem Team explizit ein Bier erlaubt, schliesslich war heute kein normales Spiel. Jetzt darf man ruhig mal ein Bier trinken, aber dabei soll es dann auch bleiben», sagt Trainer Misha Kaufmann nach Spielschluss.

Kein Wunder, steht für den HSC doch bereits am Samstag das letzte Spiel des Jahres gegen den HC Kriens-Luzern an. Und es geht dabei um nichts weniger, als die Wahrung der Ungeschlagenheit in der eigenen Halle in dieser Saison. Nach acht Heimspielen in der Aarauer Schachenhalle verzeichnet die Bilanz des HSC sieben Siege und ein Unentschieden.

Das «Heimspiel» in der Zürcher Saalsporthalle

Apropos Heimspiel: «Das hat sich hier heute angefühlt wie ein Heimspiel! Ich möchte mich bei unseren Fans für die riesige Unterstützung bedanken. Das war grossartig», sagt HSC-Torhüter Dragan Marjanac nach der Schlusssirene.

Dass der HSC jetzt im Cupfinal steht «klingt super. Davon haben wir geträumt. Wir haben schon vor der Saison davon gesprochen, dass wir einen Titel gewinnen wollen. Klar, dieser Weg ist mit dem Einzug in den Cupfinal noch nicht fertig. Wir arbeiten weiter hart daran», sagt der 34-jährige Serbe.

Fehlende Erfahrung sorgte zu Beginn für Nervosität

Dass sich der HSC vorab in der ersten Halbzeit zeitweise etwas schwer tat, führt Marjanac auf die fehlende Erfahrung innerhalb des Teams zurück: «Für viele von uns war es das erste Mal, dass wir in so einer Partie, einem Halbfinal, standen. Da ist es normal, dass zu Beginn vielleicht etwas mehr Nervosität da ist. Wir sind aber immer besser in die Partie gekommen. Über das Ganze gesehen war die Deckung sehr gut, das hat es auch mir einfach gemacht.»

Was «einfach gemacht» in Marjanacs Welt heisst, zeigt ein Blick auf die Statistik: 13 Paraden und eine überragende Abwehrquote von 47 Prozent liess sich der Torhüter notieren. «Das ist sicher nicht schlecht», bleibt der Routinier cool. «Wir arbeiten genau dafür, zum richtigen Zeitpunkt bereit zu sein. Jetzt noch ein Sieg am Samstag und die Weihnachten sind perfekt.»

Aufdenblatten und Ferraz etwas überraschend auf der Platte

Etwas überraschend waren am Donnerstagabend auch die beiden aufgrund von Adduktoren-Problemen angeschlagenen Spielmacher Tim Aufdenblatten und João Ferraz zum Einsatz gekommen. Beide verliehen, wenngleich nur dosiert eingesetzt und immer wieder mit Pausen bedacht, ihrer Mannschaft zusätzliche Stabilität und hatten mit zwei beziehungsweise fünf Treffern auch ihren Anteil am erfolgreichen Ausgang der Partie.

«Die Physios und Ärzte haben sehr gute Arbeit geleistet und uns beiden so einen Einsatz ermöglicht», sagt Co-Captain Aufdenblatten. «Jetzt im Cupfinal zu stehen ist einfach nur geil. So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir freuen uns extrem!»

Auch der 23-Jährige liess sich von der Entwicklung der Partie nie nervös machen. Auch nicht, als GC Amicitia vor der Pause wieder ausglich (10:10): «Wir wussten von Beginn an, dass wir diese Partie nicht in den ersten zehn Minuten entscheiden werden. Solche Spiele gewinnst du über 60 Minuten. Und der Knoten bei uns ging schliesslich mit Fortdauer der Partie auch auf.»

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