30. Reusslauf
Clint Perrett gewinnt den Reusslauf in neuer Rekordzeit

Clint Perrett gewinnt den 30. Reusslauf. Der in Münchenstein wohnhafte Australier unterbot den letztjährigen Streckenrekord von Kadi Nesero mit 31:27,6 um 14 Sekunden und wurde vom Publikum frenetisch gefeiert.

Luca Muntwyler
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Bremgarter Reusslauf
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Simone Niggli, OL-Weltmeisterin.
Start der Volksläufer
Ursula Jeitzinger (rechts, Nr. 12), die zweitplatzierte bei den Frauen von den All Blacks Thun.
Sieger Clint Perrett vor der Altstadt von Bremgarten.
Siegerin Maja Neuenschwander.

Bremgarter Reusslauf

Die Zuschauer wurden lauter, die Uhr sprang auf 31 Minuten, die Spannung war förmlich greifbar. Als Erster bog Clint Perrett auf die Zielgerade ein. Der in Münchenstein wohnhafte Australier wurde frenetisch von den Zuschauern empfangen und unterbot den letztjährigen Streckenrekord von Kadi Nesero mit 31:27,6 um 14 Sekunden. Darauf angesprochen meinte der Australier überrascht: «Wirklich? Bist du sicher? Das glaube ich fast nicht.»

Frauen knapp an Bestzeit vorbei

Bei den Frauen sicherte sich die Berner Marathonläuferin Maja Neuenschwander souverän den Sieg. Mit einer Zeit von 37:42,9 Minuten verpasste die Siegerin von 2010 den drei Jahre alten Streckenrekord von Patricia Morceli nur um 20 Sekunden und verwies Ursula Spielmann-Jeitziner, die Siegerin von 2001 und 2007, mit 39 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. Den dritten Platz sicherte sich Jasmin Nunige. «Ich bin sehr zufrieden. Ich konnte mich absetzen und lieferte mir nur Duelle mit den Männern. Obwohl ich mich anders vorbereitet habe als vor zwei Jahren, lief ich schneller. Das Rennen war eine gute Standortbestimmung», meinte die frisch gekürte Siegerin, die den Reusslauf als Training für den Zürich Marathon nutzte.

Zufrieden sein konnte auch die Viertplatzierte Simone Niggli-Luder, die den Jubiläumslauf als Vorbereitung für die kommende Saison und als Formtest nach ihrem Trainingslager nutzte. «Es war ein sehr gutes Training. Ich konnte ein ziemlich hohes Tempo durchziehen», erklärte die 17-fache OL-Weltmeisterin, die zum ersten Mal in Bremgarten an den Start ging. (LMU)

Den Sieg musste sich Perrett indessen hart erkämpfen. Die Bedingungen auf der elf Kilometer langen Strecke waren wegen einzelner nasser Waldabschnitte nicht optimal. Zudem war die Konkurrenz gross.

Erste Teilnahme, erster Sieg

An seiner ersten Teilnahme am Reusslauf lieferte sich der Australier ein erbittertes Duell mit Tolossa Chengere, dem Sieger aus dem Jahre 2009. «Tolossa begann gleich mit einem wahnsinnig hohen Tempo. Am Anfang war es ein harter Kampf. Dadurch setzten wir uns ab und konnten fast ein wenig relaxen. Das Tempo beruhigte sich anschliessend wieder», beschreibt Perrett die Anfangsphase des Rennens. «Nach etwa acht Kilometern erhöhte ich dann selber noch einmal das Tempo und wurde Tolossa endlich los. Danach rannte ich die letzten Kilometer alleine, spürte ihn aber immer ein paar Meter hinter mir.»

Tolossa Chengere bog dann auch nur wenige Augenblicke nach Perret auf die Zielgerade ein. Der Äthiopier beendete das Rennen lediglich 21 Sekunden nach dem Sieger. Den dritten Platz sicherte sich Michael Ott mit 44 Sekunden Rückstand. Geschlagen war auch Vorjahressieger Kadi Nesero, der über eine Minute auf Perret verlor. Der in Aarau lebende Äthiopier rettete sich knapp vor Matthias Kyburz, dem Schweizer OL-Meister über die Langdistanz aus Möhlin, über die Ziellinie. Der Fricktaler sicherte sich mit dem fünften Platz somit die Auszeichnung des besten Aargauers – abgesehen von Nesero –, nachdem er diese im letzten Jahr gegen Matthias Merz, der heuer nicht am Start war, lediglich um fünf Sekunden verpasste.

Australischer Cross-Meister

Perrett, der in Baden als Sportlehrer arbeitet, wurde vor drei Jahren australischer Meister im Crosslauf und bereitete sich in Bremgarten für einen Halbmarathon in Italien vor. «Das Rennen war ideal dafür, da es schnell und flach ist», fügt der Australier an, der in diesem Jahr die Teilnahme am Olympia-Marathon in London anstrebt. Die Limite hierfür will er am 15.April beim Marathon in Brighton erfüllen. Dazu ist er zuversichtlich: «Ich hatte heute alles unter Kontrolle und bin glücklich und zufrieden mit meiner Leistung und dem Resultat.»

Durchaus zufrieden sein konnte auch OK-Präsident Stefan Gut: «Es gab keine negativen Zwischenfälle und wir konnten mit 3758 klassierten Läuferinnen und Läufern den letztjährigen Rekord überbieten.» Das zeigt, dass der Lauf ein wahres Volksfest ist. Auch in diesem Jahr lockte er mit seinem unglaublichen Ambiente und der sagenhaften Stimmung Läufer aus verschiedenen Regionen, Altersklassen und Leistungsstufen an und bot Spannung und Spektakel für die zahlreich erschienenen Zuschauer.