Challenge League
Ciriaco Sforzas gewagter Vergleich mit Bayern München

Der FC Wohlen unterliegt in Vaduz nach einer schwachen Vorstellung mit 0:3, und Trainer Ciriaco Sforza vergleicht die Probleme seines Teams mit jenen von Bayern München.

Daniel Weissenbrunner
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Hat seine Spieler in Vaduz nicht gesehen: Ciriaco Sforza (r.).

Hat seine Spieler in Vaduz nicht gesehen: Ciriaco Sforza (r.).

Keystone

«An Tagen wie diesen» dröhnte aus den Lautsprechern im Rheinpark-Stadion. Die Toten Hosen heizten die Aufstiegsparty nach Spielschluss lautstark an. Der FC Vaduz gehört zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte zum erlesenen Kreis der Super League. Die Mannschaft mit Trainer Giorgio Contini gönnte sich auf der Ehrenrunde eine kräftige Bierdusche. Dieses Ritual dürfte Ciriaco Sforza aus seiner Zeit bei Bayern München noch in bester Erinnerung sein. Im Liechtensteiner Nationalstadion sah der Wohlen-Trainer aber keinen Anlass, sich den Feierlichkeiten anzuschliessen. Mit gutem Grund: Bei seinen Spielern herrschte gestern 90 Minuten tote Hose.

Die Mannschaft enttäuschte nach dem engagierten Auftritt zuletzt gegen Locarno auf der ganzen Linie. Sie trat ab der ersten Minute ängstlich auf, zog sich viel zu weit zurück und überliess den Vaduzern das Kommando. Die liessen sich nicht zweimal bieten. Manuel Sutter kurz vor und nach der Pause sowie FC-Basel-Leihgabe Kwan-Ryong Pak entschieden die Begegnung noch vor Ablauf der ersten Stunde.

«Wir haben heute einen schlechten Tag erwischt. Punkt. Aus. Amen», gab sich Ciriaco Sforza kurz angebunden. «Wir sind aber nicht die einzige Mannschaft, der das in dieser Woche passiert ist.» Es war der Schmerz des Heimweh-Münchners. Sforza spielte auf das Ausscheiden der Bayern in der Champions League gegen Real Madrid an. Ein gewagter Vergleich, denn im Unterschied zu seinem früheren Arbeitgeber kämpft der FC Wohlen nicht um Titelehren, sondern befindet sich dauerhaft im Abstiegskampf. Nach der Niederlage des FCW und dem Punktgewinn von Locarno gegen Winterthur geht das Kopf-an-Kopf-Rennen in die nächste Runde. Die Differenz zwischen den beiden Teams beträgt vier Runden vor Schluss nach wie vor nur zwei Zähler.

Continis aufmunternde Worte

«Wir werden am Mittwoch ein anderes Wohlen sehen», machte sich Alban Pnishi im Hinblick auf das Heimspiel gegen Chiasso Mut. Joel Geissmann wiederum stufte die Leistung weniger dramatisch ein. Er war es, der der Partie bei entsprechender Cleverness eine andere Wendung hätte geben können. Nach einer Viertelstunde tauchte er alleine vor Torhüter Peter Jehle auf. Die Szene kann unterschiedlich bewertet werden: Entweder hielt Jehle hervorragend oder Geissmann scheiterte kläglich.

Die Vaduzer kümmerte dies herzlich wenig. Sie starteten den Party-Marathon. Giorgio Contini hielt im Trubel für die Freiämter aber noch aufmunternde Worte bereit: «Ich bin überzeugt, dass Wohlen nicht absteigt.»

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