Jahresvorschau
Christoph Blocher will den FC Wohlen übernehmen

Während der nächsten 12 Monate werden wieder zahlreiche Geschichten geschrieben. Die Regionalsportredaktion schaut in die Kristallkugel. Ein ganz und gar fiktiver und in Ansätzen humoristischer Ausblick auf das kommende Aargauer Sportjahr.

Andreas Fretz
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Was die Aargauer Sportler 2013 machen.

Was die Aargauer Sportler 2013 machen.

Keystone

Januar

Down Under steht kopf. Das neue Tennisjahr beginnt mit einer Sensation. Stefanie Vögele aus Leuggern, die aktuelle Nummer 92 der Weltrangliste, triumphiert bei den Australian Open in Melbourne. Die zierliche 22-Jährige bezwingt im Final Serena Williams mit 6:7, 7:6 und 20:18. Williams platzt vor Wut der BH. Boris Becker spricht vom «besten Frauenmatch aller Zeiten». Auch Roger Federer ist hin und weg. Der Schweizer Sportler des Jahres will unbedingt ein Autogramm der sympathischen Aargauerin. Um zu vermitteln, wird eigens Steffi Buchli eingeflogen. Doch als die Quasselstrippe vom Leutschenbach eintrifft, ist Vögele längst ausgeflogen.

Februar

Die finanziellen Probleme der FC Wohlen AG nehmen dramatische Ausmasse an. Laut gut informierten Kreisen steht einem Verkauf der ersten Mannschaft nichts im Wege. Drei Parteien buhlen gemäss Insidern um die Lizenz. Der tschetschenische Geschäftsmann Bulat Tschagajew entdeckt seine Liebe zum Freiamt und präsentiert dem Verband die fälschungssichere Bankgarantie eines seriösen Schweizer Geldinstituts. Auch Christoph Blocher erwägt ein Engagement. Der Nationalrat sucht ein Hobby für seinen Lebensabend und will mit dem FC Wohlen ins internationale Geschäft. Dritter Kandidat ist Verleger Peter Wanner, der vor einem Jahr bereits den FC Aarau übernommen hat (siehe Ausblick 2012). Wanner verspricht den Spielern eine Lohnerhöhung von 0,4 Prozent. Erst mit dem 1:0-Sieg gegen Basel und dem Einzug in den Cuphalbfinal entspannt sich die finanzielle Lage vorübergehend.

Stefanie Vögele aus Leuggern holt den Grand Slam und wird von Roger Federer verehrt.
6 Bilder
Aaraus Teilzeitflügel Davide Callà erhält einen Job beim RAV.
OL-Star Matthias Kyburz sammelt Gold und verschwindet zwischendurch in den Wäldern.
Aaraus Erfolgstrainer René Weiler erliegt dem Lockruf Barcelonas.
Christoph Mörgeli ist als linker Flügel des FC Wohlen im Gespräch und findet zum FC Meisterschwanden.
Rennfahrer Fabio Leimer wird beim GP von Japan von einem Rasenmäher-Roboter abgeschossen.

Stefanie Vögele aus Leuggern holt den Grand Slam und wird von Roger Federer verehrt.

März

Gesamtweltcupsieger Matthias Kyburz wird Aargauer Sportler des Jahres. Der Orientierungsläufer verirrt sich auf dem Weg zur Sportgala. An seiner Stelle übernimmt Kunstturner Niki Böschenstein den Preis. Der Aargauer Sportler des Jahres 2005 nutzt die Situation auf der Bühne schamlos aus und macht Werbung für elektronische Zigaretten.

Aaraus Teilzeitflügel Davide Callà findet endlich eine zweite Anstellung und muss nicht mehr stempeln gehen. Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) verpflichtet den 28-Jährigen. Callà kümmert sich mit Leib und Seele um arbeitslose Fussballer. Seine Leistungen auf dem Platz lassen merklich nach.

Pünktlich zum Rückrundenstart verschwindet der Rasenmäher-Roboter des FC Villmergen.

April

Kein Scherz: Am 1. April gewinnt der FC Wohlen erstmals ein Challenge-League-Derby gegen den FC Aarau. Goalie-Rückkehrer Giovanni Proietti erzielt bei einem Ausflug den Siegtreffer, erleidet dabei aber einen Brummschädel und einen Muskelfaserriss. Das entsprechende Video eines konvergenten Multimedia-Redaktors schlägt alle Rekorde und überflügelt auf Youtube den Gangnam Style. Erstmals nimmt der Verband Stellung zu den Übernahmegerüchten um den FC Wohlen. Die Bankgarantie Tschagajews sehe gut aus, heisst es. Zweifel habe man an einem Engagement Wanners. Die Wettspielkommission befürchte eine Monopolstellung des Verlegers im Aargauer Fussball.

Mai

Olympia-Mountainbikerin Esther Süss muss lachen und fällt vom Velo. Grund: Sie hat einen Witz der ganz und gar fiktiven und in Ansätzen humoristischen Vorschau auf das Aargauer Sportjahr 2012 verstanden.

Dem FC Aarau gelingt im reinen Aargauer Cupfinal die Revanche für die Derby-Niederlage. Alain Schultz ballert den FCA mit einem Walter-Iselin-Gedenkschuss ins internationale Geschäft. Darauf meldet Nationalrat Blocher auch sein Interesse an den Kickern vom Brügglifeld an. Als bekannt wird, dass Titularprofessor a.d. Christoph Mörgeli ausgerechnet auf dem linken Flügel spielen soll, ist Blochers Glaubwürdigkeit dahin. Davide Callà nimmt Mörgeli in seine Obhut (siehe März).

Juni

Ganz Paris liebt Stefanie Vögele. Die Aargauerin siegt auch bei den French Open und ist auf bestem Weg zur neuen Nummer 1. Roger Federer ist hin und weg und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Autogramm. Steffi Buchli setzt sich in den TGV. Es wiederholen sich die Ereignisse des Januars.

Der FC Aarau ringt in der letzten Runde den FC Wohlen mit 5:3 nieder und steht als Aufsteiger in die Super League fest. Bei den Feierlichkeiten zerfällt das marode Brügglifeld in seine Einzelteile. Trainer René Weiler unterschreibt einen Vertrag auf Lebzeiten mit Ausstiegsklausel. Bei einem Angebot Barcelonas oder des FC Zürich darf er den Verein verlassen.

Der Chaos-Verein FC Meisterschwanden überrascht die Konkurrenz und wird 2.-Liga-Meister.

Juli

OL-Sprintweltmeister Matthias Kyburz taucht rechtzeitig zur WM im finnischen Vuokatti wieder auf und gewinnt in bester Simone-NiggliManier sämtliche Goldmedaillen. Danach verschwindet er in den Wäldern Finnlands.

Die Swiss Football League gibt bekannt: «Bei der Bankgarantie Tschagajews handelt es sich um eine hoch komplexe Fälschung.» Eine anonyme Gruppierung unbekannter Investoren rettet daraufhin den FC Wohlen. «Man wolle ins internationale Geschäft», teilt ein vermummter Sprecher mit. Derweil startet der FC Aarau in einem Torfeld-Süd-Provisorium in die Super-League-Saison.

Wimbledon verneigt sich vor Stefanie Vögele. Die neue Nummer 1 glänzt mit Serve-and-Volley-Tennis vom Feinsten und bezwingt im Final eine chancenlose Serena Williams. Roger Federer ist hin und weg... den Rest kennen Sie (siehe Januar und Juni). King Roger verdrückt eine Träne.

August

Der Rasenmäher-Roboter des FC Villmergen wird auf der Rütliwiese gesichtet. Derweil steht das Gras in Villmergen kniehoch.

Der Aufsteiger FC Meisterschwanden steht wieder einmal ohne Vorstand da. Obwohl ihm nur acht Feldspieler zur Verfügung stehen, gibt sich Trainer Luca Iodice zunächst kämpferisch. Drei Wochen später unterschreibt er einen Vertrag beim FC Zürich. «Das ist meine beste Entscheidung als FCZ-Präsident», sagt ein euphorischer Ancillo Canepa.

September

Die neue Handball-Saison beginnt. In der Nationalliga B tummeln sich sagenhafte sieben Aargauer Vereine. Sportminister Alex Hürzeler schlägt vor, die Kräfte im Kanton zu bündeln. «Nur so haben wir eine Zukunft in der NLA.» Daraufhin drohen ihm die Vereine mit Stimmverweigerung. Hürzelers Pläne werden ad acta gelegt. «In einem Jahr», sagen warnende Stimmen, «tummeln sich neun Aargauer Vereine in der NLB.»

Flushing Meadows verwandelt sich in ein Tollhaus. Stefanie Vögele gewinnt auch das US Open in New York. Als vierte Spielerin der Tennis-Geschichte gelingt ihr der Grand Slam. Serena Williams tritt zum Final gar nicht erst an. Boris Becker vermutet Probleme mit der Kleidung. Roger Federer ist... Sie wissen schon (siehe Januar, Juni und Juli).

Oktober

Der FC Aarau grüsst verlustpunktlos von der Tabellenspitze der Super League, als Trainer Weiler dem Lockruf Barcelonas erliegt. Ottmar Hitzfeld übernimmt, nachdem er vom «Blick» aus dem Amt des Nationaltrainers geschrieben wurde (notabene in seiner «eigenen» Kolumne). Doch Aarau droht Ungemach am grünen Tisch. Sämtliche Gegner haben Einsprache gegen das Torfeld-Süd-Provisorium erhoben.

Beim Grossen Preis von Japan steuert der Rothrister Fabio Leimer zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Formel-1-Boliden. Er ersetzt Kimi Räikkönen, der an einer mysteriösen Sushi-Sake-Vergiftung leidet. Diesmal wird Leimer nicht von Michael Schumacher (siehe Ausblick 2012), sondern von einem verirrten Rasenmäher-Roboter abgeschossen.

November

Chaos bei der Delegiertenversammlung des Aargauer Turnverbands. Präsident Christian Menzi will nicht mehr und Thomas Jäger will nun doch nicht. Mitten im Tumult steigt Niki Böschenstein auf die Bühne und betreibt schamlos Werbung für elektronische Zigaretten (siehe März). Am Ende einer nebulösen Wahl steht Böschenstein urplötzlich als neuer Präsident des ATV da.

Der Vorstand des FC Meisterschwanden ist zur Hälfte besetzt. Neutrainer Christoph Mörgeli, der gegen alle Widerstände von Davide Callà vermittelt wurde, führt den Verein zum Wintermeister-Titel.

Dezember

Alles wird gut. OL-Weltmeister Matthias Kyburz taucht mit 3-Monats-Bart in seiner Heimat Möhlin auf. Zu Weihnachten erhält er ein Navi. Der Rasenmäher-Roboter des FC Villmergen kehrt zu seiner Ladestation zurück. Das Gras steht inzwischen Oberkante Unterlippe. Mountainbikerin Esther Süss versteht das Fiktive und Humoristische im Ausblick 2013. Niki Böschenstein wird Werber des Jahres und verlässt den ATV. Der Rekurs gegen das Torfeld-Süd-Provisorium wird, nach Vorlage einer Baugarantie, abgeschmettert und Davide Callà erhält eine Vollanstellung. Wohlen befreit sich aus der Umklammerung unbekannter Investoren und pfeift auf das internationale Geschäft. Roger Federer findet unter seinem Weihnachtsbaum eine handsignierte Autogrammkarte von Stefanie Vögele.

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