Schwingen
Christoph Bieri mit dosiertem Einsatz zu seinem vierten Sieg am Guggibad

Der Untersiggenthaler «Eidgenosse» besiegt im Schlussgang Vorjahressieger David Schmid. Für Aufsehen sorgte mit unerwarteten Siegen der Aargauer Nachwuchs um Tobias Widmer, Jimmy Hasler, Nick Alpiger und Jan Huber.

Wolfgang Rytz
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Christoph Bieri (l.) triumphierte auf dem Guggibad in der achten Minute über Vorjahressieger David Schmid.WR

Christoph Bieri (l.) triumphierte auf dem Guggibad in der achten Minute über Vorjahressieger David Schmid.WR

Wolfgang Rytz/WR

Das grosse Spektakel blieb aus. Im Gegensatz zu früheren Jahren agierte Christoph Bieri vorsichtig abwartend, bis die Situation zum entscheidenden Angriff passte. «Nach einem guten Wintertraining stimmts bei mir schwingerisch. Aber ich kämpfe inzwischen vorsichtiger. Ich will zuerst den Gegner spüren», erklärte der 28-jährige Untersiggenthaler seinen neuen Stil.

Dieser verhalf ihm vor 1350 Zuschauern am stimmungsvollen Guggibad-Schwinget zum sicheren Tagessieg, obwohl er mit einem «Gestellten» gegen den Schaffhauser «Neueidgenossen» Pascal Gurtner startete. «Er kämpfte nicht in den Griffen und zwang mir seinen Stil auf», begründete Bieri dieses Remis. Danach sammelte der Favorit die nötigen Punkte, um als Führender in den Schlussgang einzuziehen. Am meisten Widerstand leisteten ihm die Kranzschwinger Thomas Stüdeli und Christian Brand, doch auch diese bettete er mittels Kurzzug platt ins Sägemehl.

Bieri liess sich vom Unparteiischen nicht beirren

Im Schlussgang griff Bieri lange mit mässiger Intensität an. Allerdings hätte der Kampfrichter den Gang schon nach 80 Sekunden beenden können, als sich David Schmid nach einem Aufreisser Bieris im Bodenkampf am Sägemehlrand über den Rücken drehte.

Doch der Freiämter Unparteiische liess zugunsten des Publikums Gnade vor Recht walten. Der «Eidgenosse» staunte, liess sich aber nicht beirren. Nach 7:20 Minuten lag Schmid dann rechtskräftig auf dem Buckel. Bieri führte die Entscheidung mit einem satten Kurzzug herbei. Im Bodenkampf vollendete der 18-fache Kranzfestsieger mit Kniekehlengriff zum Resultat.

Mit harter Arbeit zum Triumph

«Vor zwei Wochen liefs mir in Wolhusen einfacher», gestand der Tagessieger, dass sein vierter Guggibad-Triumph harte Arbeit gewesen sei. Doch er befinde sich im Aufbau auf die Kranzfeste. «Meine Form sollte noch besser werden», warnt er seine Gegner.

Anstelle von Bieri sorgte wie schon beim Hallenschwinget Brunegg der Aargauer Nachwuchs für Spektakel. Wohl hielten die «Bösen» die draufgängerische Jugend unter Kontrolle, aber Tobias Widmer, Jimmy Hasler, Nick Alpiger oder Jan Huber deuteten mit unerwarteten Siegen an, dass an den kantonalen Kranzfesten im Mai und Juni mit ihnen zu rechnen ist.

So schulterten der Aarauer Widmer und der Fricktaler Hasler mit guter Technik je drei arrivierte Kranzschwinger. «Die 17- bis 20-Jährigen sorgten heute für Überraschungen. Da geht etwas im Aargau», freute sich der Technische Leiter der Nordwestschweiz, Stefan Strebel, der auf dem Guggibad für die Einteilung verantwortlich war.

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