Im Hauptrennen fehlten wegen der gleichentags stattfindenden Schweizermeisterschaft im Einzelzeitfahren einige der Tenöre, die im bisherigen Saisonverlauf vorne dabei gewesen waren. So kam nicht unerwartet, dass am Schluss gleich drei nur noch in Brugg aktive fahrende frühere Spitzenfahrer vorne waren.

Das im Rahmen des Abendrennens vom Mittwoch ausgetragene Clubrennen wurde eine Beute des VMC Gansingen vor dem RC Wittnau (links) und dem VC Kaisten.

Das im Rahmen des Abendrennens vom Mittwoch ausgetragene Clubrennen wurde eine Beute des VMC Gansingen vor dem RC Wittnau (links) und dem VC Kaisten.

Der frühere Sechstage-Profi Christian Weber (Spreitenbach) hatte in der Endphase mit Reto Streda (Muhen) einen Vorstoss gewagt und holte sich letztendlich mit zwölf Punkten Vorsprung den Sieg.

Weber führt Gesamtwertung an

Für Weber war dies der 13. Sieg im Brugger Schachen. In der Bestenliste der seit 1967 ausgetragenen Abendrennen verbesserte er sich damit auf den fünften Rang. Der vor ihm auf dem vierten Platz klassierte ehemalige Steherweltmeister Max Hürzeler hat allerdings 25 Siege auf seinem Konto.

Eine Verbesserung im Ranking der Besten der Brugger Abendrennen dürfte für Weber trotz des neuerlichen Erfolges deshalb schwierig sein. Der Spreitenbacher kann sich damit trösten, dass er mit seinem Erfolg vom Mittwoch die Führung in der Saisonwertung übernommen hat. Er löste an der Spitze den Steinmaurer Lukas Müller ab. Wegen der Zeitfahr-Meisterschaft, wo er bei der Elite-National den vierten Platz belegte, war Müller diesmal in Brugg nicht dabei.

Fünf Gränicher und drei Fricktaler Vereine auf den ersten Plätzen

Das Rennen des lizenzierten Nachwuchses, also dasjenige der Anfänger und Junioren, wurde zu einer Demonstration der Fahrer des RC Gränichen.  Die Junioren hatten die mit einem Vorsprung gestarteten Anfänger rasch eingeholt. In der Folge bildete sich eine Spitze aus lauter Fahrern des RC Gränichen.

Obwohl diese Fahrer vor allem Bikerennen bestreiten, harmonierten sie gut und belegten am Schluss auch gleich die fünf ersten Plätze. Robin Ender (Sulz) fuhr als bester Anfänger und erster Nicht-Gränicher auf den sechsten Rang.

Altbekannte Siegesgesichter brachten die beiden Schülerrennen. Bei den Jahrgängen 2002 und 2003 vermochten sich die miteinander nicht verwandten Dominik und Fabian Weiss schon früh von ihren Konkurrenten abzusetzen. Dank einem Solovorstoss auf den beiden letzten Runden konnte sich Dominik Weiss mit einem Punkt Vorsprung durchzusetzen.

Damit erzielte Dominik Weiss beim sechsten Start auch den sechsten Sieg. Er ist damit der einzige Fahrer, der in der Jubiläumssaison 2016 - in diesem Jahr sind die Abendrennen 50 Jahre alt - noch nie geschlagen wurde und bei sechs Starts auch zu sechs Siegen kam.

Gränicher Vierer mit Ersatzmann: Die Junioren des RC Gränichen dominierten das Nachwuchsrennen und belegten gleich die fünf ersten Plätze.

Gränicher Vierer mit Ersatzmann: Die Junioren des RC Gränichen dominierten das Nachwuchsrennen und belegten gleich die fünf ersten Plätze.

Fast so dominant wie Dominik Weiss ist bei den jüngeren Schülern Jan Christen (Gippingen). Er kam bei seinem fünften Start zum fünften Sieg. Wegen eines Schullagers hatte er vor Wochenfrist auf den Start verzichtet und damit einem andern Fahrer den Weg zum Sieg frei gemacht. Diesmal war Christen jedoch dabei und liess sich nicht von der Siegerstrasse abbringen.  

Im Rahmen des sechsten Abendrennens wurde das Clubrennen ausgetragen. Hier konnten in ihren Vereinsmannschaften alle Nicht-Lizenzierten antreten. Am Schluss des über 25 Runden führenden Rennens belegten die Teams der drei Fricktaler Vereine Gansingen, Wittnau und Kaisten die ersten drei Plätze. In diesem Rennen war Ivan Boutellier der beste Punktesammler. Mit 16 Zählern bewies der frühere Elite-Fahrer aus Gansingen, der in seiner Aktivzeit sieben Abendrennen gewinnen konnte, dass er von seiner Spurtkraft nichts verloren hat.

Wegen des Jugendfestes machen die Brugger Abendrennen nun eine Woche Pause. Mit der siebten Prüfung starten sie am 6. Juli in die zweite Saisonhälfte.