FC Wohlen
Champagnerspritzer und Jubelorgie beim Wintermeister

Lange tat sich der FC Wohlen gegen Winterthur schwer, kam zu keinen Torchancen. In der 83. Minute aber erlöste Samir Ramizi die Freiämter mit dem 1:0 und schoss Wohlen zum ersten Challenge-League-Wintermeistertitel der Vereinsgeschichte.

Hannes Hurter (Liveticker)
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FC Wohlen - FC Winterthur
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Samir Ramizi der spätere Siegestorschütze rechts, kann von Marco Köfler nicht aufgehalten werden.
Der erste gefährliche Angriff durch den Wohler Simon Grether der von Dennis Iapichino angegangen wird. Links lauert Goalie Matthias Minder.
Roman Buess wurde immer eng vom Gegner abgedeckt. Sead Hajrovic links versucht den Ball weg zu spitzeln.
Wohlens Mergim Brahimi im Zweikampf mit Dennis Iapichino.

FC Wohlen - FC Winterthur

Gerold Frei

Samir Ramizi lässt sich von den 1650 Fans im Stadion Niedermatten feiern. Der Mann, der den FC Wohlen nach 83 Minuten mit seinem siebten Saisontreffer ins Glück schiesst, hätte wohl am liebsten die ganze Welt umarmt. «Es ist einfach phantastisch», sagt der 23-jährige Serbe.

«Der Titel des Wintermeisters ist für die Mannschaft der verdiente Lohn für herausragende Leistungen während der Vorrunde.» Neben Ramizi steht Joel Kiassumbua. Der Torhüter des FC Wohlen flippt schier aus und vollführt Freudensprünge. «Dass wir mit diesem Sieg in die Winterpause gehen dürfen, ist eine grosse Genugtuung», erklärt der 22-Jährige. «Und im nächsten Frühjahr greifen wir wieder voll an.»

Die Spieler des FC Wohlen liessen ihren Glücksgefühlen nach dem 1:0-Sieg gegen Winterthur also freien Lauf. Nach der Jubelorgie mit tänzerischen Einlagen der Extraklasse stellte sich die Mannschaft vor der Haupttribüne auf und hielt ein Transparent mit den Worten «Danke für Ihre Unterstützung» in die Höhe.

«Feste feiern, wie sie fallen»

Nach dem Dank an die Adresse der Fans eilten die Spieler in die Umkleidekabine und entkorkten zur Feier des Tages einige Flaschen Champagner. Beim Freudenfest nicht fehlen durften Präsident Lucien Tschachtli, Trainer Ciriaco Sforza, Assistent Umberto Romano und Martin Rueda, der neue Sportliche Leiter.

Was in den nächsten Minuten in der Garderobe genau passiert ist, wissen nur die Beteiligten. Tschachtli, Sforza, Romano und Rueda mussten während des Besuchs bei der Mannschaft wohl die eine oder andere prickelnde Dusche über sich ergehen lassen.

Anders ist es nicht zu erklären, dass das Quartett nach dem Verlassen der Räumlichkeiten nasse Haare und nasse Kleider hatten. «Halb so schlimm», hielt Tschachtli die feucht-fröhlichen Momente fest. «Schliesslich muss man die Feste feiern, wie sie fallen.»

Sforza will den Aufstieg

Die Freude des FC Wohlen über den Gewinn der Wintermeisterschaft ist also riesig. Zu Recht: Das Team hat mit dem Gewinn von 37 Punkten aus 18 Spielen Massstäbe gesetzt. Elf Siege, vier Unentschieden und nur drei Niederlagen stehen zu Buch.Eine Riesenbilanz.

Einer aber blieb auch in der grossen Euphorie ziemlich cool. Sforza konnte sich zwar ein Lächeln nicht verkneifen, aber er will mehr. Viel mehr. Der Ehrgeiz des 44-Jährigen scheint grenzenlos. Sforza möchte nicht nur nach der Saisonhälfte ganz vorne sein. Er will die Saison auf Rang eins beenden. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es auch Glück.

Und Glück hatte der FC Wohlen beim 1:0 gegen Winterthur zweifellos. Davon wollte der Erfolgstrainer allerdings nichts wissen. «Die junge und talentierte Mannschaft hat zum wiederholten Mal in dieser Saison ein starkes Zeichen gesetzt», sagte Sforza. «Sie hat die Nerven bewahrt, Geduld bewiesen und kurz vor Schluss kaltblütig zugeschlagen.»

Kiassumbuas Glanzparaden

Ein starkes Zeichen war es tatsächlich. Vor der Pause war Winterthur allerdings die bessere Mannschaft. Nachdem Joao Paiva das Ziel nach einem Freistoss von Kristian Nushi nur knapp verfehlt hatte, folgte nach gut einer halben Stunde der grosse Auftritt von Kiassumbua.

Wohlens Keeper bewahrte sein Team mit zwei Glanzparaden nach Abschlussversuchen von Antonio Marchesano und Stefano Milani vor einem Rückstand. Mit Fortdauer der Partie schien alles auf ein 0:0 hinaus zu laufen. Dann aber flankte Marijan Urtic den Ball in den Strafraum, Joker Michael Weber traf mit einem Knaller die Latte – und Ramizi stand goldrichtig.

Wohlen - Winterthur 1:0 (0:0)

Niedermatten. – 1650 Zuschauer. – SR Jancevski. – Tor: 83. Ramizi 1:0.

Wohlen: Kiassumbua; Urtic, Bühler, Pnishi, Stadelmann; Pezzoni; Brahimi, Minkwitz, Grether, Ramizi; Buess

Einwechslungen: Wohlen: 65. Thaqi für Minkwitz. 77. Weber für Brahimi. 87. Exouzidis für Buess. – Winterthur: 71. Foschini für Milani. 80. Tighazoui für Cicek.

Bemerkungen: Wohlen ohne Geissmann (gesperrt), Rapp, Lika (verletzt), Neziraj (nicht im Aufgebot). – Winterthur ohne Bengondo, Krasniqi (gesperrt), Baumann, Schättin, Schuler (verletzt), Menezes (nicht im Aufgebot).

Verwarnungen: 33. Ramizi (Unsportlichkeit), 40. D’Angelo (Foul), 61. Minkwitz (Foul), 67. Paiva (Unsportlichkeit).

Rangliste: 1. Wohlen 18/37 (29:16). 2. Lugano 18/36 (30:14). 3. Servette 18/33 (24:19). 4. Winterthur 18/28 (32:22). 5. Lausanne-Sport 18/28 (25:23). 6. Schaffhausen 17/20 (28:30). 7. Chiasso 18/19 (17:29). 8. Wil 17/18 (24:32). 9. Le Mont 18/15 (15:28). 10. Biel 18/11 (19:30).

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