Challenge League
Oberster Ligarichter hat ein Einsehen und annulliert Sperre gegen FCA-Trainer Stephan Keller

Eine Videokonferenz zwischen dem Richter und Keller dürfte entscheidenden Einfluss auf die Verwandlung der Sperre in eine Busse gehabt haben.

Sebastian Wendel
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Darf den FCA am letzten Spieltag coachen: Stephan Keller

Darf den FCA am letzten Spieltag coachen: Stephan Keller

Marc Schumacher / freshfocus

Unverhofft gute Nachrichten für den FC Aarau vor dem Barrage-Endspiel gegen Stade Lausanne-Ouchy: Daniele Moro, Präsident der Disziplinarkommission, annulliert die Sperre gegen Stephan Keller, stattdessen muss der Trainer für seinen Fehltritt gegenüber einem Balljungen im Anschluss an das GC-Spiel vor drei Wochen eine Busse in der Höhe von 2000 Franken berappen.

Damit kann Keller seiner Mannschaft am Donnerstagabend gegen Ouchy zur Seite stehen, wenn es darum geht, die letzte Chance auf die Qualifikation für die Barrage wahrzunehmen. Die Annullation der erstinstanzlichen Sperre überrascht, da es sich nur um eine Spielsperre handelte, normalerweise werden Sperren nur reduziert, wenn ein «Täter» erstinstanzlich zu zwei oder mehr Pausen verdonnert wurde.

Entscheidenden Einfluss auf die Milde dürfte eine kurzfristig einberufene Videokonferenz am Mittwochvormittag gehabt haben: Beteiligt waren Richter Moro und von FCA-Seite Stephan Keller sowie Klubanwalt Michael Hunziker. In diesem Gespräch konnte Keller Moro seine Reue für die Standpauke gegenüber dem Balljungen persönlich beweisen. Keller hat am Tag nach dem Vorfall der Familie des Balljungen einen Besuch abgestattet, was dem ehemaligen Fussballer Daniele Moro Eindruck machte.

Beim FCA ist man froh, nach der Abschwächung der Strafe für Keller einen Schlussstrich unter die leidige Balljungen-Affäre zu ziehen. «Die Busse für Stephan Keller ist ein salomonisches Urteil. Mit einer Strafe für seine harsche erste Reaktion können wir leben, eine Sperre wäre in unseren Augen nicht angebracht gewesen. Deshalb haben wir Rekurs gegen das erstinstanzliche Urteil eingelegt», sagt Präsident Philipp Bonorand.