Challenge League
Kein Lohn für spielerische Steigerung: Jetzt braucht der FC Aarau Punkte - egal wie

Besser gespielt, klares Chancenplus: Optisch hat der FC Aarau gegen Schaffhausen die erforderliche Reaktion gezeigt. In der wichtigsten Disziplin aber besteht dringend Verbesserungsbedarf.

Sebastian Wendel
Merken
Drucken
Teilen
Aarau-Stürmer Filip Stojilkovic sündigte gegen Schaffhausen gleich mehrfach vor dem Tor.

Aarau-Stürmer Filip Stojilkovic sündigte gegen Schaffhausen gleich mehrfach vor dem Tor.

Marc Schumacher / freshfocus

1:3 in Wil, 1:2 gegen Schaffhausen: Der FC Aarau ist resultatmässig denkbar schlecht aus der Winterpause gekommen. Die Folge: Thun, Winterthur und Schaffhausen sind in der Tabelle vorbeigezogen, Aarau liegt mit einem Spiel weniger als die Konkurrenz auf Rang 6, nach Verlustpunkten auf Rang 5.

Ist der Höhenflug aus dem Vorjahr gestoppt? Die nackten Zahlen bejahen diese Frage. Doch es gibt auch die andere Sichtweise: Während gegen den FC Wil Leistung und Resultat schlecht waren und der FC Aarau verdient 1:3 verlor, entsprach das Skore gegen Schaffhausen nicht dem Geschehen auf dem Rasen. Spielerisch zeigte der FC Aarau gegen die Munotstädter die geforderte Steigerung, so dass Trainer Stephan Keller nach dem Schlusspfiff konstatierte:

«Fussballerisch kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir hatten die bessere Spielanlage als der Gegner. Einzig an der Chancenverwertung müssen wir arbeiten.»
Silvan Schwegler ärgert sich über die Niederlage.
22 Bilder
Grosse Enttäuschung bei Kevin Spadanuda nach der Partie.
Schaffhausen jubelt über den Lucky Punch in der Nachspielzeit.
Randy Schneider wird von zwei Schaffhausen-Spieler in die Mangel genommen.
Voller Einsatz von Kevin Spadanuda.
Schauffhausen hat deutlich weniger Spielanteile als der FC Aarau.
Liridon Balaj wird in der zweiten Halbzeit eingewechselt.
Der FCA versucht auf den Gegentreffer zu reagieren.
Schaffhausens Ivan Prtajin jubelt über den Ausgleich nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff.
Stephan Keller muss zusehen, wie seine Mannschaft nach wenigen Minuten in der zweiten Halbzeit den Ausgleich kassiert.
Der FC Aarau hat den FC Schaffhausen während der ersten Halbzeit im Griff.
Elsad Zverotic bringt den FC Aarau nach einem Eckball in Führung.
Die Aarauer Führung nach einem dominanten Auftritt in den ersten 45 Minuten mehr als verdient.
Zverotic bejubelt seinen ersten Saisontreffer für den FC Aarau.
Die Gäste aus Schaffhausen kommen vereinzelt zu gefährlichen Aktionen.
Olivier Jäckle versucht seinen Gegenspieler unter Druck zu setzen.
Kevin Spadanuda gehört zu den auffälligsten Spieler beim FC Aarau.
Filip Stojilkovic vergibt im ersten Durchgang hochkarätige Chancen.
David Da Costa muss viel Arbeit im Schaffhauser Straffraum verrichten.
Donat Rrudhani im Kopfballduell.
Leon Bergsma lässt Rodrigo Pollero nicht passieren.
Filip Stojilkovic ärgert sich über eine verpasste Chance.

Silvan Schwegler ärgert sich über die Niederlage.

freshfocus

Die Spielstatistiken geben Keller Recht: Aarau hatte deutlich mehr Ballbesitz (61:39 Prozent) und fabrizierte zehn Schüsse aufs gegnerische Tor (Schaffhausen zwei). Das zwischenzeitliche 1:0 durch Captain Zverotic fiel nach der achten (!) Grosschance für den FCA, gespielt waren da knapp 36 Minuten. Zuvor sündigten Stojilkovic, Schneider, Schwegler und Co. phasenweise im Minutentakt.

Die Partie hätte also schon zur Halbzeit zu Gunsten des Heimteams entschieden sein müssen - auch schon bei einer nur halbwegs effizienten Chancenauswertung wäre dies so gewesen. Nochmals Keller:

«Wir haben im Training sehr oft aufs Tor geschossen und dabei hohe Qualität bewiesen. Umso bitterer, dass wir ausgerechnet daran gescheitert sind, als es ernst galt.»

Die Stimmen zum Spiel von Olivier Jäckle und Cheftrainer Stephan Keller.

Youtube/FC Aarau

Vorwerfen lassen müssen sich die Aarauer, dass sie nach dem Seitenwechsel und dem schnellen Ausgleichstreffer (Prtajin 50. Minute) nicht so druckvoll nach vorne spielten wie vor der Pause und sich entsprechend nur noch zwei klare Torchancen erspielen konnten.

Eine Lehrstunde in Sachen Effizienz lieferte der Gegner ab: Zwei Mal flog der Ball auf das Tor von FCA-Goalie Simon Enzler, zwei Mal landete er im Netz. Ein gebrauchter Abend für Enzler, der sonst keine Gelegenheit hatte, sich auszuzeichnen und den bei den Gegentoren keine Schuld traf. Indes stellten sich seine Vorderleute zwei Mal ungeschickt an.

Simon Enzler: Note 4 – Bei den Gegentoren ist der Schlussmann schuldlos. Doch in der Spielauslösung schlich sich der eine oder andere ungewohnte Fehler ein.
13 Bilder
Raoul Giger: Note 4,5 – Schlug viele Flanken, einige davon waren sehr gut, fanden aber im Zentrum keine Abnehmer. Defensiv mit Fortdauer der Partie immer stabiler.
Jerome Thiesson: Note 3,5 – In der ersten Halbzeit nach langer Zwangspause souverän – dann patzt er vor dem 1:1 und bleibt in der Folge ein Unsicherheitsfaktor.
Leon Bergsma: Note 5 – Nach dem schwachen Auftritt in Wil defensiv wieder eine Bank. Und in der Spielauslösung mit seinen typischen Offensivläufen.
Elsad Zverotic: Note 4,5 – Markiert mit seinem ersten Saisontor das überfällige 1:0, kämpferisch wie gewohnt tadellos.
Olivier Jäckle: Note 5 – Einige wichtige Ballgewinne, mit denen er Gegenstösse der Schaffhauser unterband. Setzte die Kollegen mit guten Zuspielen immer wieder in Szene.
Silvan Schwegler: Note 4,5 – Der 17-Jährige kommt in der ersten Halbzeit seinem ersten Profitor gleich drei Mal sehr nahe. Nach der Pause baut er körperlich und spielerisch ab.
Kevin Spadanuda: Note 4 – Dynamisch in seinen Aktionen, doch der Ertrag war insgesamt zu dürftig. Abgesehen vom Corner, der zum 1:0 führt, brotlose Kunst.
Randy Schneider: Note 3,5 – Technisch einer der talentiertesten Aarauer. Doch in den Zweikämpfen und in der Handlungsschnelligkeit wurden ihm erneut Grenzen aufgezeigt.
Filip Stojilkovic: Note 3 – Betreibt in der ersten Halbzeit Chancenwucher. Wo hat der Stürmer die Leichtigkeit des Vorjahres gelassen?
Donat Rrudhani: Note 3,5 – In der Anfangsphase ein Aarauer Gefahrenherd, danach aber baut der Kosovare sukzessive ab und tritt nicht mehr in Erscheinung.
Liridon Balaj: Note 4 – Kommt in der 69. Minute für Stojilkovic. Wirblig, aber harmlos.
Marco Aratore: Keine Note – Kommt in der 89. Minute für Schneider. Zu kurz im Einsatz für eine Note.

Simon Enzler: Note 4 – Bei den Gegentoren ist der Schlussmann schuldlos. Doch in der Spielauslösung schlich sich der eine oder andere ungewohnte Fehler ein.

Sarah Rölli

Trainer Keller: «In den Strafräumen werden die Spiele entschieden. Dem Gegner in der Offensive und in der Defensive weh zu tun, ist der nächste Schritt, den unsere junge Mannschaft nun machen muss.»

Besser gespielt, mehr Torchancen als der Gegner und trotzdem verloren: Das erinnert an die ersten zwei Saisonspiele, die der FCA auf diese Weise gegen Wil und Winterthur verlor. Am dritten Spieltag hiess dann der Gegner Chiasso, Aarau spielte schlecht, gewann aber 2:1 und lancierte die Erfolgswelle, die ihn vor der Winterpause zwei Punkte an Leader GC heranspülte.

Wiederholt sich dies am nächsten Freitag in Kriens? Der FC Aarau ist auf drei Punkte angewiesen, um den Anschluss an die vordersten Plätze nicht zu verlieren. Die Art und Weise ist egal. Schlusswort Keller: «Ich bin positiv, dass wir bald wieder gewinnen.»