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Diese Niederlage tut weh: Muss man sich nach dem 1:2 in Vaduz Sorgen um den FC Aarau machen?

In Liechtenstein, wo die Aarauer seit 2015 auf einen Sieg warten, kassieren sie die dritte Niederlage in Folge. Der Spielverlauf und das Resultat passen überhaupt nicht zueinander.

Sebastian Wendel aus Vaduz
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Die deutsche Goalielegende Oliver Kahn hat den Satz erfunden, aber er könnte in diesen Tagen genauso von einem Akteur des FC Aarau kommen: «Wenns scheisse läuft, läufts scheisse!»

Vor einer Woche die 0:2-Heimpleite und ein nicht gegebener Penalty beim Stand von 0:0 gegen Thun. Am Dienstag trotz bester Torchancen das Cup-Out gegen das oberklassige, aber alles andere als übermächtige Lausanne-Sport. Und nun die dritte Niederlage in Folge, 1:2 in Vaduz, nach einer zweiten Halbzeit, die etwas vom Besten war, was man in dieser Saison bislang vom FC Aarau gesehen hat.

Wettkampfglück spielt gegen Aarau

Doch von vorne: Ein Weitschuss von FCA-Verteidiger Bastien Conus nach 50 Sekunden an die Latte lanciert eine Partie mit vielen Irrungen und Wirrungen. Aarau ist von Beginn weg spielbestimmend, doch liegt dann nach 11 Minuten 0:1 hinten. Goalie Simon Enzler hätte den Schuss von Dobras wohl pariert, hätte Bergsma den Ball nicht abgelenkt. Die erste unglückliche Situation aus Aarauer Sicht, die nächste folgt sogleich: Nach knapp einer halben Stunde bringt Ulrich im Strafraum den FCA-Topskorer Spadanuda zu Fall, Schiedsrichter Turkes gibt keinen Penalty, weil der Vaduzer den Ball ganz leicht touchiert.

Eine strittige Entscheidung, die kurz nach der Halbzeitpause noch stärker ins Gewicht fällt: Dieses Mal zeigt Turkes auf den Penaltypunkt, jedoch auf jenen vor dem Aarauer Tor, er will ein Foul von Jäckle an Simani gesehen haben.

Wie zuvor ist es eine Fünfzig-Fünfzig-Entscheidung. Der Unparteiische liegt beide Male nicht komplett daneben, was aber auch gelten würde, hätte er jeweils andersrum entschieden. Gut für Vaduz und umso bitterer für die Aarauer, die in einer Phase stecken, in der sich das Wettkampfglück gegen sie verschworen hat.

Der FC Aarau ist nicht kleinzukriegen

Und es kommt noch schlimmer: Erst schiesst Spadanuda in der 53. Minute an die Torumrandung, ehe es zur Szene kommt, in der es keine zwei Meinungen geben kann: Randy Schneider wird im Angriff gelegt und die TV-Bilder zeigen, dass das Foul genau auf der Strafraumlinie passiert – hätte Penalty statt Freistoss für Aarau geben müssen.

Telegramm

FC Vaduz – FC Aarau 2:1 (1:0)

Rheinparkstadion. – 784 Zuschauer. – SR: Turkes. – Tore: 11. Dobras 1:0. 52. Cicek (Foulpenalty) 2:0. 64. Schneider (Spadanuda) 2:1.

Vaduz: Büchel; Rahimi, Schmid, Simani; Ulrich, Gajic (80. Lüchinger), Dobras, Hug; Cicek (68. Gasser), Rapp, Di Giusto (80. Djokic).

Aarau: Enzler; Giger, Thaler, Bergsma, Conus; Jäckle, Njie (81. Avdyli); Balaj, Schneider, Spadanuda; Rrudhani.

Bemerkungen: Vaduz ohne Antoniazzi, Ibrisimovic, Wieser (alle verletzt), Saglam und Strübi (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Ammeter, Gashi, Qollaku, Thiesson (alle verletzt), Caserta und Senyurt (beide nicht im Aufgebot). – 49. Lattentreffer Simani. 53. Lattentreffer Spadanuda. 88. Lattentreffer Balaj. – Verwarnungen: 27. Conus, 33. Schneider, 67. Cicek, 69. Rahimi, 71. Gajic (alle Foulspiel), 79. Simani, 79. Spadanuda (beide Unsportlichkeit).

Zwei Mal ohne Glück, ein Mal benachteiligt – vor diesem Hintergrund ist den Aarauern umso höher anzurechnen, dass sie sich vom Pech nicht unterkriegen lassen. In der zweiten Halbzeit schnüren sie die Vaduzer in deren Hälfte ein, tragen einen sehenswerten Angriff nach dem anderen vor und verteidigen die Konterversuche des Gegners abgeklärt. Ein Sinnbild für die drückende Überlegenheit sind die drei Gelben Karten innert vier Minuten für Vaduz, das je länger die Partie dauert, nur noch im Überlebensmodus agiert.

Nach 64 Minuten fällt der hochverdiente Anschlusstreffer durch Schneider, ideal vorbereitet durch Spadanuda. Und als sich Balaj nach 87 Minuten freispielt, haben die 100 mitgereisten FCA-Fans den Torschrei bereits auf den Lippen – zu früh gefreut – wieder Latte!

Diese Niederlage tut weh, die beeindruckende Performance nach der Pause ist ein schwacher Trost. Trotzdem: Sorgen muss man sich um den FCA (noch) keine machen.

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