Challenge League
5:2-Kantersieg gegen Ouchy: Kevin Spadanuda an allen FCA-Toren beteiligt

Im fünften Anlauf gelingt dem Team von Trainer Stephan Keller der erste Heimsieg gegen den Klub aus dem Lausanner Nobelviertel. Mit dem dritten Saisonsieg springt Aarau auf den zweiten Tabellenrang.

Sebastian Wendel
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Das letzte von sieben Toren im Brügglifeld ist gleichzeitig das schönste. Doch der Schuss in den Winkel aus 30 Metern von Ouchy-Spieler Mohamed Abdallah ist lediglich ein Treffer für den Galerie, am deutlichen Verdikt ändert er nichts mehr: Mit 5:2 schiesst der FC Aarau die Gäste aus Lausanne aus dem Stadion. Die Waadtländer sind mit einem Punkt Vorsprung auf das Heimteam ins Brügglifeld gereist und wurden dort in spektulären 90 Minuten von Aarau in der Tabelle überholt - nach vier Spielen liegt der FCA mit neun Punkten einen Zähler hinter Xamax auf Rang 2.

Überragender Mann auf dem Platz ist Kevin Spadanuda: Die Nummer 7 trifft drei Mal, bereitet das 1:0 von Shkelzen Gashi vor und holt den Penalty raus, den ebenfalls Gashi zum zwischenzeitlichen 5:1 verwandelt.

Nach seinem ersten Dreierpack in seiner zweijährigen Profikarriere strahlt der Schinznacher nach dem Schlusspfiff über das ganze Gesicht: «Wahnsinn, was für ein Spiel! Wenn man einen Lauf hat, gelingt einfach alles.» In den bisher fünf Saisonspielen (vier Liga, eines im Cup) kommt Spadanuda auf stolze sieben Tore und zwei Assists. Eine Quote, die ihn natürlich interessant macht für höherklassige Klubs, die gegen Ende der Transfer-Phase noch Verstärkung in der Offensive benötigen. Doch Spadanuda sagt: «Ich bin mit meinen Gedanken voll beim FC Aarau. Die Harmonie auf und neben dem Feld ist überragend. Wir haben mit dem Aufstieg ein grosses Ziel vor Augen.»

Der deutliche Sieg ist umso überraschender, da Aarau zuvor in vier Heimspielen gegen Stade Lausanne-Ouchy sieglos blieb. Am letzten Spieltag der vergangenen Saison ging man gar mit 0:3 unter. Doch von der Spielstärke der Lausanner ist im fünften Aufeinandertreffen der Teams im Brügglifeld nicht viel zu sehen. Die Aarauer stören früh, lassen Ouchy so gar nicht erst seine Passstafetten aufziehen und sind effizient vor dem gegnerischen Tor. Gleich die erste Grosschance verwertet Gashi in der 24. Minute, voraus geht dem Tor ein magistraler Pass von Allen Njie auf Spadanuda, dessen abgefälschter Schuss auch ohne Gashis Zutun den Weg über die Linie gefunden hätte.

Es folgen die drei Tore von Spadanuda: In der 36. Minute hebt Rrudhani den Ball gefühlvoll hinter die Ouchy-Abwehr, Spadanuda startet im richtigen Moment und trifft volley via Lattenunterkante zum 2:0. Kurz vor dem Pausenpfiff passt Raoul Giger auf den Penaltypunkt, Spadanuda kommt angerauscht und verwertet mit einem überlegten Flachschuss zum 3:0. Zum 4:1 in der 51. Minute (Labeau trifft in der gleichen Minute zum 3:1) kommt er wie ein Torpedo aus dem Hinterhalt angerauscht und hämmert den Ball mit dem Kopf ins Netz. Ein Tor mit rechts, eines mit links, eines per Kopf - Spadanuda zeigt sein ganzes Repertoire.

In Spadanudas Schatten stechen weitere Spieler aus dem starken Kollektiv heraus: Rechtsverteidiger Giger hat gefühlt die meisten Ballkontakte aller eingesetzten Spieler, im Zentrum hat Njie einige Glanzmomente. Zum Liberianer sei hinzugefügt: Stellt er seine Flüchtigkeitsfehler ab, macht ihm in der Challenge League auf seiner Position keiner etwas vor. Auch FCA-Goalie Simon Enzler hat seinen Anteil am Kantersieg: Kurz vor Spadanudas 3:0 verhindert er mit einer brillanten Fussabwehr das 1:2, ein entscheidender Moment auf dem Weg der Aarauer zum dritten Saisonsieg.

Am kommenden Freitag empfängt der FCA den Vaduz und somit den nächsten Gegner, der in der Schlusstabelle im oberen Bereich zu erwarten ist. Nach der Gala gegen Ouchy jedoch brauchen sich die Aarauer vor dem Super-League-Absteiger nicht zu fürchten.

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